18. April 2021 / 10:45 Uhr

Kommentar zum Flick-Beben beim FC Bayern: Jetzt sollten alle Beteiligten an den DFB denken

Kommentar zum Flick-Beben beim FC Bayern: Jetzt sollten alle Beteiligten an den DFB denken

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hansi Flick (r.) wird den FC Bayern verlassen. Er gilt als Top-Favorit auf den Bundestrainer-Posten.
Hansi Flick (r.) wird den FC Bayern verlassen. Er gilt als Top-Favorit auf den Bundestrainer-Posten. © IMAGO/Montage
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Hansi Flick will den FC Bayern verlassen - um Bundestrainer zu werden? Für RND-Sportchef Heiko Ostendorp wäre der Erfolgscoach die logische Wahl für die Nachfolge von Joachim Löw. Deshalb appelliert er an die Protagonisten des drohenden Ablöse-Pokers, vor allem an den deutschen Fußball zu denken.

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Er hat es also tatsächlich getan. Hansi Flick hat seine Mannschaft und die Bosse des FC Bayern informiert, dass er den Rekordmeister trotz Vertrag bis 2023 zum Saisonende verlassen möchte - und das ist ehrlicherweise eine gute Nachricht für alle Nicht-Bayern-Fans und für den deutschen Fußball.

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Natürlich wäre Flick ein Top-Kandidat als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw, wahrscheinlich sogar der perfekte. Als ehemaliger Sportdirektor und Co-Trainer kennt er die Strukturen und Arbeitsweisen, aber auch die internen Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten beim DFB bestens. Er weiß, auf wen er sich verlassen kann - und auf wen nicht.

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Als Trainer hat er bei Bayern Erfahrung auf allerhöchstem Niveau gesammelt, Titel eingefahren, mit vielen Stars zusammengearbeitet, die auch in der Nationalelf wieder zu seinen Führungsspielern und Leistungsträgern gehören würden (Neuer, Kimmich, Goretzka, Gnabry, Sané).

Mit 56 Jahren ist er zudem genau im richtigen Alter. Nach der intensiven, kräftezehrenden Saison (samt Machtkämpfen) mit Bayern kann er ab dem 23. Mai ein wenig runterfahren und sich in Ruhe Gedanken machen, wie er ab September wieder Vollgas geben kann. Deutlich mehr Zeit für seine Familie bringt der Job als Nationalcoach ohnehin mit sich. Klingt eigentlich alles ganz einfach...

Ob das auch so bleibt, liegt nun an den Protagonisten, die vor allem an den deutschen Fußball denken sollten. Was bringt es Bayern, einen Trainer gegen seinen Willen aufzuhalten oder eine utopische Ablöse zu verlangen? Warum sollte Oliver Bierhoff sich noch ausführlich mit anderen Kandidaten beschäftigen, wenn die absolute Wunschlösung bereits mit laufendem Motor im Auto nach Frankfurt sitzt?

Es mag Glück oder Zufall gewesen sein, dass Flick und Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic so über Kreuz lagen, dass der konsequente Hansi mal wieder durchkam und nun auf dem Markt ist - im Gegenteil zu Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel. Der DFB sollte dankbar sein, dass man nun endlich wieder mal für positive Schlagzeilen sorgen kann und den Deal so schnell wie möglich eintüten - und den mit Miroslav Klose als Co-Trainer gleich mit. Alles andere wäre nicht nachvollziehbar.