19. Mai 2019 / 14:43 Uhr

Kommentar zur Meisterschaft des FC Bayern: Der Titel zeigt, wie schwach der Rest der Bundesliga ist

Kommentar zur Meisterschaft des FC Bayern: Der Titel zeigt, wie schwach der Rest der Bundesliga ist

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist der siebte Meistertitel des FC Bayern in Folge ein Beleg für die Stärke der Roten oder für die Schwäche der Bundesliga-Konkurrenz. Ein Kommentar.
Ist der siebte Meistertitel des FC Bayern in Folge ein Beleg für die Stärke der Roten oder für die Schwäche der Bundesliga-Konkurrenz. Ein Kommentar. © imago images / ULMER Pressebildagentur
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Nach einer überraschend spannenden Schlussphase hat der FC Bayern den siebten Titel in Serie doch noch perfekt gemacht. Der BVB konnte die ungewohnte Schwäche des Rekordmeisters nicht nutzen. Für den Wettbewerb im deutschen Fußball sind das schlechte Aussichten, meint SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst.

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Natürlich ist dieser Meistertitel des FC Bayern München verdient. Der Rekordmeister hat sich trotz großer Probleme in weiten Teilen dieser Saison einfach nicht abschütteln lassen von der Konkurrenz. Und als es wirklich wichtig wurde, war das Team von Trainer Niko Kovac zur Stelle. Effizient, gnadenlos, typisch Bayern halt. Leuchtturm: der in allerbester „Mia san mia“-Manier herausgespielte 5:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund am 28. Spieltag, der die bis dahin gespielte Saison endgültig auf den Kopf stellte.

Gleichzeitig gibt es Grund zur Besorgnis, eben weil die Bayern auch die Spielzeit 2018/2019 auf Platz eins beenden. Denn nach Jahren der totalen Dominanz haben die Münchner in dieser Saison Schwäche gezeigt – sportlich und auf der Führungsebene. Und niemand von der Konkurrenz konnte dies ausnutzen und das Wettbewerbsprinzip im deutschen Fußball wieder richtig anfachen.

Internationale Pressestimmen zum Meistertitel des FC Bayern: "Sieg im Fotofinish"

Der FC Bayern München ist zum 29. Mal Deutscher Meister. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Stimmen zum Sieg gegen Eintracht Frankfurt zusammengetragen. Zur Galerie
Der FC Bayern München ist zum 29. Mal Deutscher Meister. Der SPORTBUZZER hat die Stimmen zum Sieg gegen Eintracht Frankfurt zusammengetragen. ©
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Leistungsträger scheinbar mehr mit anderen Projekten beschäftigt

Bayern-Trainer Niko Kovac hat weder in seiner Mannschaft noch im Umfeld die Akzeptanz erreicht, die ein Bayern-Trainer haben muss, um langfristig im größten Klub Deutschlands bestehen zu können. Möglicherweise steht er trotz Meistertitels und möglichem Pokalsieg sogar vor der Ablösung. Frühere Leistungsträger wie Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng hatten mit ihrem Aus in der Nationalmannschaft zu kämpfen oder verzettelten sich auf Nebenschauplätzen, schienen – so zumindest der Eindruck in der Öffentlichkeit – mehr mit anderen Projekten („Boa“) beschäftigt als mit Fußball.

Dazu die unnötigen Aufreger um die bereits legendäre Pressekonferenz, als Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Artikel 1 des Grundgesetzes heranzog, Präsident Uli Hoeneß sich aber mal so gar nicht danach verhielt und den früheren Spieler Juan Bernat bezichtigte, „einen Scheißdreck“ gespielt zu haben. Dazu der unnötige Wirbel um Franck Ribérys Goldsteak, das einmal mehr den Eindruck verstärkte, dass Teile der Elite des Profifußballs in einer seltsam entrückten Welt zu Hause sind.

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Mit anderen Worten: Der FC Bayern ist Meister in einer Saison geworden, in der er ungewohnte Fehler gemacht hat. Die besondere individuelle Klasse im Kader, die Routine der alternden Stars und sicherlich auch ein gehöriges Maß von dem Selbstvertrauen, das jedem Bayern-Profi mit dem ersten Anziehen des roten Trikots wie von selbst übergestülpt wird, hat dem Klub am Ende trotzdem die Schale verschafft.

Titel zeigt, wie schwach der Rest der Bundesliga ist

Und so zeigt dieser insgesamt 29. Münchner Titel vor allem, wie schwach der Rest der Fußball-Bundesliga im Vergleich sogar mit diesen angeschlagenen Bayern ist. Der so lange so berauschend und konstant aufspielende BVB hat es nicht geschafft, neun Punkte Vorsprung ins Ziel zu bringen. Das allein sagt schon alles. Er hat sich aber auch noch demütigen lassen bei der 0:5-Blamage in München.

Heißt: Offenbar wollte keiner so richtig den Titel. Außer den Münchnern. Also haben sie mal wieder zugegriffen.

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Ganze 29 Deutsche Meisterschaften hat der FC Bayern bereits gewonnen – der <b>SPORT</b>BUZZER hat alle Titel des Rekordmeisters in einer Galerie zusammengefasst.  Zur Galerie
Ganze 29 Deutsche Meisterschaften hat der FC Bayern bereits gewonnen – der SPORTBUZZER hat alle Titel des Rekordmeisters in einer Galerie zusammengefasst.  ©

Und sie werden das wahrscheinlich zukünftig noch häufiger tun. Nach dem Abschied der Klublegenden Ribéry und Arjen Robben steht ein großer Umbruch bevor. Die Bayern haben bereits in die französischen Weltmeister Benjamin Pavard und Lucas Hernandez investiert. Und das dürfte längst nicht alles gewesen sein, um das große Ziel – die Champions League – wieder aussichtsreich angreifen zu können.

Für die Bayern sind das gute Aussichten – für den Wettbewerb in der Bundesliga weniger.

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