23. Juni 2020 / 17:36 Uhr

Kommentar zu Novak Djokovic: Er hat dem Tennis-Sport einen Bärendienst erwiesen

Kommentar zu Novak Djokovic: Er hat dem Tennis-Sport einen Bärendienst erwiesen

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hat dem Tennis einen Bärendienst erwiesen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring: Novak Djokovic.
Hat dem Tennis einen Bärendienst erwiesen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring: Novak Djokovic. © Marko Dimic/imago images, Montage
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Der serbische Tennis-Profi Novak Djokovic wurde positiv auf das Coronavirus getestet – als vierter Profi, der an der Adria-Tour teilgenommen hat. Damit endet das Turnier im erwarteten Fiasko. Djokovic hat seinem Sport einen Bärendienst erwiesen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring.

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Es waren Bilder, die skurriler nicht hätten sein können und an die Apres-Ski-Hölle Ischgl erinnerten. Die Tennis-Stars um Novak Djokovic und Alexander Zverev tanzten Oberkörper frei durch eine Disko - mitten in der Coronavirus-Krise. Mitten in der Zeit, in der Abstandsregeln und Hygienevorschriften die bestimmenden Themen bei der Mehrheit der Menschen sind. Es war ein Abend, der die von Djokovic initiierte Adria-Tour in ihrer Absurdität krönte.

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Fassungslos blickten viele auf volle Stadien, Ballkinder, die verschwitzte Handtücher umhertrugen und Tennis-Profis die in Zuschauermassen für Fotos bereitstanden. Die Quittung: vier positive Coronavirus-Fälle unter den Topspielern der Welt – darunter auch Djokovic selbst – zudem Kinder, Journalisten, Teambetreuer. Und im Zweifel wird es dabei nicht einmal bleiben.

Adria-Tour wird zum Superspreading-Event

Ausgerechnet der Weltranglisten-Erste, der Sprecher des ATP-Spielerrats, hat dies zu verantworten. Der Serbe hat seinem gesamten Sport einen Bärendienst erwiesen und sich selbst disqualifiziert als Sprachrohr aller Spieler. Denn er war es, der die Ausrichter der Grand-Slam-Turniere für ihre strengen Hygienekonzepte kritisierte. Diese sehen vor, dass alle Spieler beispielsweise bei den US Open, die für Ende August geplant sind, regelmäßig auf das Virus getestet werden und in der Nähe der Anlage untergebracht sind. Zudem soll der Betreuerstab verkleinert werden.



Ganz im Gegensatz also zu dem, wie die Adria-Tour durchgeführt wurde. Dort wurde weitgehend auf Schutzmaßnahmen verzichtet. Das Resultat ist das nun entstandene Fiasko, das schon im Vorfeld von Experten und Profis erwartet wurde. Es ist ein Superspreading-Event für den Virus geworden.

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Er ist einer der größten Tennis-Spieler aller Zeiten: Serbiens Ass <b>Novak Djokovic</b>. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine Karriere in Bildern. Zur Galerie
Er ist einer der größten Tennis-Spieler aller Zeiten: Serbiens Ass Novak Djokovic. Der SPORTBUZZER zeigt seine Karriere in Bildern. ©

Die Absicht der Tour mag gut gewesen sein. Djokovic wollte zum einen den Stars in der Coronakrise Spielpraxis verschaffen, zum anderen Spenden sammeln und die Fans unterhalten. Doch das Resultat ist ein anderes. Der völlig unverantwortliche Umgang mit dem Virus wirft kein gutes Licht auf das Zugpferd des Sports und hat mitunter die gesamten Planungen für die Wiederaufnahme der Saison – die für viele Spieler Lebensgrundlage ist - über den Haufen geworfen. Immerhin könnten die Nachwirkungen nun für ein Umdenken unter den Beteiligten sorgen.

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