25. Januar 2021 / 21:33 Uhr

Kommentar: Pal Dardai ist bei Hertha die logische Wahl - Mehr Akzeptanz für die Big-City-Club-Ambitionen

Kommentar: Pal Dardai ist bei Hertha die logische Wahl - Mehr Akzeptanz für die Big-City-Club-Ambitionen

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke hält Pal Dardai auf dem Trainerposten bei Hertha BSC für eine logische Wahl.
SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke hält Pal Dardai auf dem Trainerposten bei Hertha BSC für eine logische Wahl. © Imago Images/Hübner (Montage)
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Hertha BSC will mit dem Duo Pal Dardai und Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf den taumelnden Big-City-Club wieder in die Spur bringen. Für SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke ist Dardai eine logische Wahl - ihm hilft nicht nur die Erfahrung aus seiner ersten Amtszeit als Hertha-Cheftrainer.

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Dass die Wahl auf Pal Dardai als neuen Trainer von Hertha BSC fiel, ist absolut logisch und sinnvoll. Zum einen kennt der Ungar die Situation aus seiner ersten Amtszeit, da war Hertha im Februar 2015 Tabellen-17. - er riss das Ruder herum und schaffte den Klassenerhalt. Zum anderen kennen ihn noch viele Spieler von damals, und auch für die Neuen ist er kein Unbekannter. Schließlich arbeitete er zuletzt in der Jugendabteilung von Hertha auf dem selben Gelände. Er kennt die Abläufe, er kennt den Verein, er braucht keine Eingewöhnungszeit und kann sofort loslegen – das ist ein unschätzbarer Vorteil in der aktuell brenzligen Situation der Berliner.

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Doch auch aus einem anderen Grund könnte die Wahl von Dardai als Nachfolger von Bruno Labbadia ein geschickter Schachzug sein. Die „Big-City-Club“-Ambitionen der Berliner sind nicht jedem Fan der Hertha geheuer. Zurückdrehen kann man die Entwicklung natürlich nicht, Investor Lars Windhorst hat bereits 274 Millionen in den Verein gepumpt, weitere 100 Millionen Euro sollen noch folgen. Wenn man so viel Geld bekommt und investiert, dann bleiben auch weiterhin die Ansprüche bestehen, oben mitzuspielen.

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Doch Dardai ist, genau wie sein neuer Co-Trainer Andreas „Zecke“ Neuendorf, ein Fan-Liebling. 286 Bundesligaspiele hat der Ungar für die Hertha absolviert - keiner hat mehr. Seine drei Söhne Palko (21), Marton (18) und Bence (15) spielten oder spielen für die Berliner, Dardai hat sein halbes Leben in der Hauptstadt verbracht, er ist schon jetzt eine lebende Hertha-Legende. Und Neuendorf steht für Berliner Schnauze, für Klarheit, Ehrlichkeit, Direktheit. Mit den beiden an vorderster Front könnte zumindest die Akzeptanz des neuen Investoren-Weges bei den Fans größer werden als sie zuletzt war.