29. Juli 2020 / 10:42 Uhr

Kommentar: Rassismus im Fußball - Imagekampagnen alleine helfen nicht

Kommentar: Rassismus im Fußball - Imagekampagnen alleine helfen nicht

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
OZ-Redakteur Sönke Fröbe kommentiert das Thema Rassismus und Fremdenhass im Fußball.
OZ-Redakteur Sönke Fröbe kommentiert das Thema Rassismus und Fremdenhass im Fußball. © Ronald Krumbholz und Frank Söllner
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Der Greifswalder Fußball-Verein FC Al Karama, in dessen Team viele Syrer aktiv sind, zieht sich aus der Kreisliga zurück. Vorausgegangen waren Beschimpfungen und Angriffe. Der Fall zeigt, dass noch viel passieren muss im Kampf gegen Fremdenhass, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Sönke Fröbe.

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Die offiziellen Statistiken lesen sich gar nicht mal schlecht. Laut DFB ist die Zahl der Fälle von Gewalt und Diskriminierung auf Fußballplätzen in der letzten Saison zurückgegangen. Seit Jahren wendet sich der größte Sportfachverband der Welt mit plakativen Aktionen und Imagekampagnen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Das ist gut und wichtig – und es ist leider bitter nötig.

Denn die Realität auf Deutschlands Fußballplätzen, gerade in den Freizeit-Ligen, sieht nicht selten anders aus, als es die ermutigenden Zahlen aussagen. Der in den vergangenen Wochen wieder verstärkt angeprangerte Alltagsrassismus, die dumpfe Ausländerfeindlichkeit und die zum Teil brutale Gewalt gegen Angehörige von Minderheiten – all das findet auch auf Fußballplätzen statt. Das ist nicht hinnehmbar.

In Vorpommern-Greifswald hat sich eine überwiegend aus Syrern bestehende Mannschaft aus der Kreisliga abgemeldet. Die Kicker wollen die Anfeindungen offenbar rechtsradikaler, teilweise maskierter Zuschauer nicht länger ertragen. Solche Zustände sind in Mecklenburg-Vorpommern leider keine Einzelfälle und sie zeigen, dass Imagekampagnen alleine nicht ausreichen. Noch wichtiger sind Aufklärung – und harte Strafen für die Täter.