06. März 2021 / 22:43 Uhr

Kommentar zur Top-Form von Robert Lewandowski: So wackelt sogar Gerd Müllers ganz großer Rekord

Kommentar zur Top-Form von Robert Lewandowski: So wackelt sogar Gerd Müllers ganz großer Rekord

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für den stellvertretenden RND-Sportchef Sebastian Harfst gerät in der aktuellen Topform von Robert Lewandowski nicht nur der 40-Tore-Saisonrekord von Bayern-Legende Gerd Müller in Gefahr.
Für den stellvertretenden RND-Sportchef Sebastian Harfst gerät in der aktuellen Topform von Robert Lewandowski nicht nur der 40-Tore-Saisonrekord von Bayern-Legende Gerd Müller in Gefahr. © Getty Images/IMAGO/Sven Simon/Montage
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Robert Lewandowski ist auf dem besten Weg, einen uralten Rekord der Bundesliga zu knacken. Nach seinem Dreierpack beim 4:2 gegen Borussia Dortmund hat er bei zehn ausstehenden Spielen bereits 31 Treffer auf dem Konto. Gerd Müllers fast 50 Jahre alte 40-Tore-Bestmarke wackelt. Und Lewandowski ist sogar noch eine weitere Bestmarke zuzutrauen, kommentiert der stellvertretende RND-Sportchef Sebastian Harfst.

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Es ist ein Monument aus grauer Fußball-Vorzeit. Sagenhafte 40 Tore schoss Bayern Münchens "Bomber der Nation" Gerd Müller in der Bundesliga-Saison 1971/1972. Sagenhaft nicht nur, weil dieser Rekord mittlerweile seit fast 50 Jahren nicht geknackt wurde. Sagenhaft auch, weil die besten Stürmer der Bundesliga jahrzehntelang daran scheiterten. Jupp Heynckes, Klaus Fischer, Karl-Heinz Rummenigge, Horst Hrubesch, Jürgen Klinsmann, Miroslav Klose, Luca Toni, Klaas-Jan Huntelaar – ganz große Namen, ganz große Torjäger, alle mindestens einmal mit dem Titel Bundesliga-Torschützenkönig versehen, doch gegen Müllers 40 Tore waren sie alle chancenlos.

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In dieser Saison kann der Coup nun endlich klappen. Robert Lewandowski trifft und trifft und trifft, hat nach seinem Dreierpack gegen Borussia Dortmund nun schon 31 Tore nach 24 Spieltagen auf dem Konto. Müllers Durchschnitt in seiner Rekordsaison lag nach 34 Spielen unter dem aktuellen von Lewandowski. Bleibt dieser also bei seiner Frequenz, kann ihn nur noch eine Verletzung (die ihm natürlich niemand wünscht) dabei stoppen, die Müller-Marke zu pulverisieren.

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Es wird Zeit, dass der Müller-Rekord endlich fällt

Und seien wir doch mal ehrlich: Es wird wirklich Zeit, dass dieser Rekord endlich fällt. Viel zu oft wurden Stürmer schon nach wenigen Spielen mit entsprechend vielen Toren hochgejubelt und im gleichen Atemzug Müllers Bestmarke als gefährdet dargestellt. Ein Reflex, der mittlerweile langweilt, weil bisher auf die Länge einer ganzen Saison gesehen nie eine wirkliche Gefahr für die bombersche Bestmarke bestand.

Weltfußballer Lewandowski wiederum wirkt stabil genug, um sich von Gerede nicht verunsichern zu lassen auf der Zielgeraden. Seine Gier nach Toren und Erfolgen mit dem FC Bayern ist größer als all das Drumherum. Dazu kommt: Er hätte sich den Rekord eindeutig verdient. Weil er seit Jahren konstant überragende Leistungen bringt. Weil er sich von nachrückenden Jungspunden wie Dortmunds Erling Haaland oder Frankfurts André Silva nicht verunsichern sondern antreiben lässt. Weil er dadurch in Dimensionen vorgestoßen ist, die man im modernen Fußball nicht mehr für möglich gehalten hätte.

In der aktuellen Lewandowski-Form wackelt ein noch beeindruckenderer Müller-Rekord

Durch den Dreierpack gegen den BVB ist Lewandowski immerhin bis auf ein Tor an Klaus Fischer, der noch vor nicht allzu langer Zeit als ewiger Zweiter der ewigen Torschützenliste der Bundesliga zementiert schien, herangerückt. Zu Spitzenreiter Gerd Müller wiederum sind es zwar noch knapp 100 Tore. Aber selbst die scheinen nicht mehr uneinholbar, wenn man Lewandowskis überragenden Fitnesszustand im Alter von 32 Jahren mit seinem offensichtlichen Ehrgeiz addiert. Bleibt er ungefähr bei seinem Schnitt von 28 Toren pro Saison (erreicht in seinen bisherigen acht Spielzeiten für Bayern inklusive der noch nicht beendeten aktuellen Saison), sind Müllers sagenhafte 365 Bundesliga-Tore nur noch weniger als vier Jahre entfernt.

Bis dahin sind es noch viele Wenns. Lewandowski muss fit und in der Bundesliga bleiben, das Verhältnis mit dem jeweiligen Trainer muss stimmen, sein Team muss mit und für ihn spielen. Doch wenn jemand in absehbarer Zeit auch diesen ewigen Rekord knacken kann, dann Robert Lewandowski.