19. Januar 2023 / 22:12 Uhr

Kommentar: Nur Rudi Völler beim DFB wird nicht reichen – im Verband muss gnadenlos aufgeräumt werden

Kommentar: Nur Rudi Völler beim DFB wird nicht reichen – im Verband muss gnadenlos aufgeräumt werden

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Kommentar von RND-Sportchef Heiko Ostendorp zum DFB und dem neuen Direktor Rudi Völler.
Ein Kommentar von RND-Sportchef Heiko Ostendorp zum DFB und dem neuen Direktor Rudi Völler. © Imago/Martin Hoffmann (Montage)
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Rudi Völler soll als DFB-Direktor die A-Nationalmannschaft zu einer erfolgreichen Heim-EM 2024 führen. Doch das Völler-Engagement allein wird dem Verband auf dem selbst ernannten Weg zurück in die Weltspitze nicht genügen, kommentiert RND-Sportchef Heiko Ostendorp. Er fordert eine gnadenlose Aufräum-Aktion beim DFB.

Die – inzwischen wenig überraschende – Entscheidung ist gefallen: Rudi Völler wird Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff. "Tante Käthe" soll es also richten und die deutsche Fußball-Nationalelf wieder salonfähig, erfolgreich und volksnah machen. Das entschied die Taskforce der "alten, weißen Männer" um Präsident Bernd Neuendorf, der Völler kurioserweise selbst angehörte.

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Der Weltmeister von 1990 (als Spieler) und Vize-Weltmeister von 2002 (als Teamchef der Nationalmannschaft) ist mit Sicherheit der Richtige, um endlich wieder eine positive Stimmung rund ums A-Team zu entfachen, und auch, um vielleicht den einen oder anderen Nationalspieler etwas zu erden.

Völler genießt den vollen Rückhalt in der Liga, ist bei den Fans und in der Öffentlichkeit aufgrund seiner bodenständigen und offenen Art extrem beliebt. Er kann und muss aber auch klare Worte finden, nicht nur den Gute-Laune-Onkel machen – das ist ihm mit all seiner Erfahrung ebenfalls zuzutrauen.

Beim DFB muss auf dem selbsternannten Weg zurück in die Weltspitze nicht nur die Stimmung besser werden

Trotzdem wird nur Völler nicht reichen. Im Verband muss gnadenlos aufgeräumt, auf vielen Ebenen die Strukturen, Positionen und auch Personen hinterfragt werden. So braucht es zwingend weitere Topleute in der Nachwuchs- und Trainerausbildung und eine oder einen Zuständige(n) für den Frauenfußball.

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Will Deutschland auf dem selbst ernannten Weg zurück in die Weltspitze nicht weiter an Boden verlieren, muss nicht nur die Stimmung besser werden. Daran wird auch ein Rudi Völler nichts ändern.

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