05. Mai 2020 / 06:52 Uhr

Kommentar zum Kalou-Aus bei Hertha: Die einzige Chance, die Bundesliga-Saison zu retten

Kommentar zum Kalou-Aus bei Hertha: Die einzige Chance, die Bundesliga-Saison zu retten

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Salomon Kalou (r.) wurde von Hertha BSC suspendiert, für SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke war es die einzig mögliche Entscheidung.
Salomon Kalou (r.) wurde von Hertha BSC suspendiert, für SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke war es die einzig mögliche Entscheidung. © Andreas Gora/dpa
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Hertha BSC hat Fanliebling Salomon Kalou nach seinem Video-Livestream aus der Kabine suspendiert. Die Berliner mussten so konsequent reagieren, sonst stünden die Chance auf eine Bundesliga-Fortsetzung noch schlechter.

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Das Livevideo von Salomon Kalou war so etwas wie der GAU für die Deutsche Fußball-Liga (DFL): Der Fanliebling von Hertha BSC filmte am Montag ungeniert in der Kabine des Bundesligisten und offenbarte dabei eine äußerst laxe Handhabung der Hygiene-Regeln. Abklatschen mit dem Fitnesstrainer, Abklatschen mit den Teamkollegen, Filmen des Corona-Tests von Mitspieler Jordan Torunarigha. Hertha-Physiotherapeut David de Mel, der den Abstrich nahm, ahnte da wohl schon, welche Tragweite das Video haben könnte. „Sala, bitte, lösch’ das Video“, forderte der Physio den Angreifer auf, der das Ganze mit einem Lachen quittierte.

SPORTBUZZER-Schalte zur Kalou-Suspendierung: Hertha BSC hatte keine andere Wahl

Doch für das Löschen war es schon zu spät und Hertha BSC hatte sein nächstes PR-Desaster. Ob der Klinsmann-Abgang per Facebook-Post, die geleakte Abrechnung des Ex-Trainers mit dem Verein oder nun Salomon Kalous Facebook-Video - die Berliner haben in dieser Saison jedes Fettnäpfchen zielsicher angesteuert und sich teilweise zur Lachnummer der Bundesliga gemacht. Doch während die ersten beiden Vorfälle für einige Schadenfreude bei den übrigen Profiklubs gesorgt haben dürfte, ist nach Kalous fatalem Fehltritt die Lage sehr viel ernster.

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Vereine geraten unter Generalverdacht

Denn am Mittwoch diskutieren Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder unter anderem über die mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga. Da kommt der Kalou-Eklat zur Unzeit für die DFL, es konterkariert die Maßnahmen, um die Saison möglicherweise doch noch fortzusetzen. „Die Bilder von Salomon Kalou aus der Kabine von Hertha BSC sind absolut inakzeptabel. Hierfür kann es keine Toleranz geben – auch mit Blick auf Spieler und Klubs, die sich an die Vorgaben halten (...)", hieß es in einem Statement der DFL. Wobei nun auch alle anderen Klubs in den Generalverdacht geraten dürften, dass die Hygienemaßnahmen nur äußerst lasch gehandhabt werden.

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<b>Fakt 1:</b> Bruno Labbadia ist in einer echten Großfamilie aufgewachsen. Der Jüngste der Familie hat vier Brüder und vier Schwestern. Seine Eltern sind zehn Jahre vor seiner Geburt als italienische Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Zur Galerie
Fakt 1: Bruno Labbadia ist in einer echten Großfamilie aufgewachsen. Der Jüngste der Familie hat vier Brüder und vier Schwestern. Seine Eltern sind zehn Jahre vor seiner Geburt als italienische Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. ©

Vor diesem Hintergrund blieb den Verantwortlichen von Hertha BSC gar nichts anderes übrig, als Kalou zu suspendieren. Es kommt rüber, als sei er ein Bauernopfer - nach dem Motto: "So gehen wir mit den Leuten um, die den Spielbetrieb der Bundesliga gefährden." Und es war wohl die einzige Möglichkeit, die Bundesliga-Saison noch zu retten, zumal sich Kalou mit seinem kopflosen Verhalten die Rolle als Sündenbock auch mehr als verdient hat. Ob die Suspendierung als Zeichen allerdings reicht, um den Spielbetrieb zu retten, ist fraglich - die Chancen stehen schlechter denn je!