31. Juli 2020 / 15:27 Uhr

Kommentar: Erst Schürrle, nun Höwedes – zwei Abschiede als Warnung an den Fußball 

Kommentar: Erst Schürrle, nun Höwedes – zwei Abschiede als Warnung an den Fußball 

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
André Schürrle und Benedikt Höwedes haben ihre aktiven Karrieren beendet. Aus Sicht von <b>SPORT</b>BUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt sind die Rücktritte eine Warnung.
André Schürrle und Benedikt Höwedes haben ihre aktiven Karrieren beendet. Aus Sicht von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt sind die Rücktritte eine Warnung. © imago images/Revierfoto
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Nach André Schürrle hat mit Benedikt Höwedes nun ein zweiter Weltmeister seine Karriere binnen kurzer Zeit beendet, und das mit 32 Jahren. Die Aussagen der beiden früheren Nationalspieler sollten zum Nachdenken anregen, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Erst André Schürrle, nun Benedikt Höwedes: Binnen weniger Wochen haben zwei deutsche Weltmeister von 2014 ihre Karrieren beendet – trotz ursprünglich noch laufender Verträge und in einem Alter, in dem weiterhin ausreichend Benzin im Motor sein sollte.

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Auffällig: Die beiden Ex-Nationalspieler verabschiedeten sich mit Worten, die die Branche zum Nachdenken anregen sollten. Der Fußball habe "sich brutal entwickelt und dabei immer weiter distanziert von den normalen Fans. Da geht etwas verloren", sagte Höwedes dem Spiegel, als er am Freitag seinen Rücktritt verkündete. "Man muss ja immer eine gewisse Rolle spielen, um in dem Business zu überleben, sonst verlierst du deinen Job und bekommst auch keinen neuen mehr", hatte Schürrle zum Abschluss seiner Laufbahn erklärt.

Klar, man kann dem entgegenhalten, dass beide Profis über die Jahre üppige Beträge kassiert haben und die zuweilen exzessiven finanziellen Vorgänge in diesem Geschäft ein vorzeitiges Karriereende erst möglich machen. Doch Schürrle (29) und Höwedes (32) als satte Absahner darzustellen wäre zu kurz gedacht.

Die Karriere von Benedikt Höwedes in Bildern

Benedikt Höwedes hat seine Karriere beendet – der SPORTBUZZER blickt auf seine Zeit als Profi zurück.  Zur Galerie
Benedikt Höwedes hat seine Karriere beendet – der SPORTBUZZER blickt auf seine Zeit als Profi zurück.  ©

Beide hätten ihre Verträge aussitzen können. Oder sie wären bei der Suche nach einem neuen zahlungskräftigen Arbeitgeber sicher fündig geworden – vielleicht nicht mehr zwangsläufig auf sportlichem Topniveau. Aber bestimmt in Ligen, in denen sie mit ihrem Namen noch mächtig Kasse hätten machen können. Sie verzichteten.

Stattdessen verabschieden sie sich nachdenklich und auf eigenen Wunsch von einem Beruf, den sie einst wohl für den schönsten der Welt hielten. Das muss man sich leisten können – aber es sollte auch eine Warnung an den Fußball sein.