01. Oktober 2019 / 13:29 Uhr

Kommentar zur Sperre für Klosterhalfen-"Chef" Salazar: Ein Erdbeben für die Leichtathletik

Kommentar zur Sperre für Klosterhalfen-"Chef" Salazar: Ein Erdbeben für die Leichtathletik

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring kommentiert die Sperre gegen den Trainer von Konstanze Klosterhalfen.
SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring kommentiert die Sperre gegen den Trainer von Konstanze Klosterhalfen. © dpa/Montage
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Die Sperre des Leiters des Nike Oregon Project Alberto Salazar erschüttert die Leichtathletik-Szene bei der WM in Doha. Diese Nachricht kommt einem Erbeben gleich, meint SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring.

Die Nachricht im Rahmen der Leichtathletik-WM in Doha schlug ein, wie eine Bombe. Der Leichtathletik-Trainer Alberto Salazar wird für vier Jahre wegen Dopingvergehen gesperrt. Er leitete mit dem Nike Oregon Project das erfolgreichste Laufprojekt der Welt, bei dem viele Topathleten trainieren. Unter anderem auch Deutschlands Laufhoffnung Konstanze Klosterhalfen. Diese Sperre kommt somit einem Erdbeben in der Leichtathletik gleich. Es ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der an den sauberen Sport glaubt und danach lebt.

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Immer wieder beteuerten die Läufer und Macher des Projekts, dass es zwar viele Gerüchte gebe, doch keine Beweise, man sich deshalb keine Sorgen machen müsse. „Wer negativ darüber redet, soll sich vor Ort ein eigenes Bild machen“, sagte Klosterhalfen etwa und verwies auf optimales und innovatives Training, beste Bedingungen für die Athleten, ein Rundum-Sorglos-Paket. Allerdings wird Klosterhlafen von Pete Julian trainiert – nicht von Salazar, den Leiter des Projekts. Doch als sicher gilt: Salazar hat das Sagen, nichts geschieht ohne sein Wissen.

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Salazar war sogar als Trainer des US-Teams bei der Leichtathletik-WM in Doha akkreditiert, betreute in Katar seine Sportler. Eine von ihnen, die Niederländerin Sifan Hassan, gewann erst am Wochenende souverän die Goldmedaille über die 10.000 Meter bei den Frauen, als Alina Reh zusammenbrach. Jetzt liegt ein Schatten über diesem Erfolg! Immerhin: Die USA reagierte sofort und leitete alles in die Wege, damit Salazar abreist und die Akkreditierung entzogen wird.

Jetzt schon ein weitreichender Skandal!

Dennoch ist die Meldung ein schwerer Schlag für die Leichtathletik, in der das Thema Doping ohnehin allgegenwärtig ist. Dass Salazar gegen das Urteil Berufung einlegen will ist ein weiterer Tiefpunkt in diesem womöglich weitreichenden Skandal. Auch weil Nike, der Sponsor des Projekts, an Salazar festhält und ihn in der Berufung unterstützt.

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Viele Athleten und Leistungen, die ohnehin auf dem Prüfstand standen, werden nun noch kritischer gesehen. Und das ausgerechnet bei einer Weltmeisterschaft, also zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

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