19. April 2021 / 16:50 Uhr

Kommentar zur Super League: Diese Pläne sind pervers – und verdienen nur eine Antwort

Kommentar zur Super League: Diese Pläne sind pervers – und verdienen nur eine Antwort

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die geplante europäische Super League stößt fast überall auf große Ablehnung.
Die geplante europäische Super League stößt fast überall auf große Ablehnung. © IMAGO/PA Images/Montage
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Die Pläne von zwölf europäischen Spitzenklubs, eine Super League ins Leben zu rufen, haben das Potenzial, die Fußballwelt grundlegend zu verändern. Aus Sicht von RND-Sportchef Heiko Ostendorp verdienen sie vor allem eines: Scharfe Ablehnung - genau wie die von der UEFA geplante Reform der Champions League, bei der auch die deutschen Vertreter kräftig mitverdienen würden.

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Alleine die Pläne für die sogenannte "Super League" sind so pervers, dass sich jeder echte Fußball-Fan nur angewidert abwenden kann. Jeglicher sportliche Wettbewerb würde aufgehoben, es ginge endgültig nur noch um Milliarden und Abermilliarden. Dass sich die UEFA und die deutschen Topklubs entschieden gegen diesen Vorstoß wehren, klingt zunächst vernünftig – ist aber schon auf den zweiten Blick heuchlerisch.

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Denn bei der geplanten Reform der Champions League sind sie wieder alle dabei und machen sich selbst die Taschen voll. Ab 2024 sollen 36 statt 32 Teams teilnehmen, am Ende stünden 225 Spiele statt 125 wie aktuell – also 100 mehr. Trotz des ohnehin schon komplett überfüllten Terminkalenders.

Die einzig konsequente Entscheidung, um zu zeigen, dass die vielen Versprechungen um neue "Demut" im Fußball mehr sind als leere Worthülsen, wäre, auch diese Idee abzulehnen.

"Sie singen mit Tränen in den Augen ,You’ll never walk alone’. Aber wenn es um die ganz dicke Kohle geht, marschieren ein paar Klubs ganz alleine", sagte Englands Legende Gary Neville zu den kranken Plänen der Klubs. Recht hat er. Der Fußball tanzt auf der Rasierklinge.