18. Februar 2020 / 17:23 Uhr

Kommentar: Mit Thomas Tuchel wäre der BVB Deutscher Meister geworden

Kommentar: Mit Thomas Tuchel wäre der BVB Deutscher Meister geworden

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp glaubt daran, dass der BVB mindestens einmal mehr Meister geworden wäre, wenn sich Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel zusammengerauft hätten.
SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp glaubt daran, dass der BVB mindestens einmal mehr Meister geworden wäre, wenn sich Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel zusammengerauft hätten. © imago images/Horstmüller
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Die traurige Erkenntnis für alle BVB-Fans: Hätten Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel ihre Eitelkeit einst zurückgestellt, wäre der Klub heute mindestens einmal mehr Deutscher Meister, glaubt SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp.

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Was waren es doch für spektakuläre Abende, welche die Anhänger von Borussia Dortmund unter Thomas Tuchel erleben durften. Unvergessen, als der BVB den FC Bayern in dessen heimischem Stadion im Viertelfinale aus dem DFB-Pokal warf. Und einen Monat später in Berlin den ersten Titel seit fünf Jahren im Endspiel gegen Eintracht Frankfurt einsackte. Oder die heroischen Schlachten in der Europa League gegen den FC Liverpool, als die Schwarz-Gelben nach dem 1:1 im Hinspiel die „Reds“ an der Anfield Road eine Stunde lang an die Wand spielten und in allerletzter Sekunde doch noch mit 3:4 scheiterten. Die Dortmunder Mannschaft spielte attraktiven Offensivfußball, war flexibel wie vermutlich noch nie – und sicherte sich einen Rekord nach dem anderen. Eigentlich fehlte nur die Meisterschale zum vollendeten Glück.

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Und mit der wäre wohl kaum jemand lieber um den Borsigplatz gefahren, als Hans-Joachim Watzke. Dennoch entsorgte der BVB-Boss seinen Erfolgscoach, den er sogar vor dem ersten Aufeinandertreffen nach dessen Abgang am Dienstagabend mit folgenden Worten adelte: „Ein großartiger Trainer.“

Darüber, warum es am Ende nicht passte, gibt es viele Wahrheiten und noch mehr Gerüchte. Auf jeden Fall gab in den zwei Jahren, in denen Tuchel im Pott wirkte, Konflikte und Diskussionen ohne Ende. Es gab Streit, Auseinandersetzungen, gegenseitige Vorwürfe, ja sogar Intrigen. Vielleicht, nur vielleicht, wäre jeder einzelne Vorfall für sich genommen sogar zu lösen gewesen, doch es waren in Summe einfach zu viele Brandherde. Es hatten sich über die Zeit regelrecht zwei Lager aufgebaut – intern wie extern.

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Bis heute behaupten beide Seiten, dass ihre die gute – und die andere die böse war, logisch. Doch unabhängig davon, wer tatsächlich Recht hat, wer mehr oder wer weniger Schuld an dem Dilemma war, welches sich rund um den dramatischen Bombenanschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus endgültig entlud, bleibt eine Sache hängen: Hätten Tuchel und Watzke ihre Sturheit und Eitelkeit ein wenig in den Hintergrund gerückt und sich im Sinne des Vereins zumindest einigermaßen zusammengerauft, dann wäre der BVB heute wohl mindestens ein weiteres Mal Deutscher Meister. Und das ist aus Sicht der vielen Fans eigentlich die traurigste Erkenntnis.