24. September 2020 / 15:05 Uhr

Kommentar: So lässt sich bei den Recken kein Handball-Spitzensport entwickeln

Kommentar: So lässt sich bei den Recken kein Handball-Spitzensport entwickeln

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das aktuelle Chaos um die ZAG-Arena bremst die Entwicklung der Recken massiv, findet Hannover-Sportchef Carsten Bergmann.
Das aktuelle Chaos um die ZAG-Arena bremst die Entwicklung der Recken massiv, findet Hannover-Sportchef Carsten Bergmann. © imago images/future images / Florian Petrow
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Eine Diskussionskultur, die den unnötig entstandenen Kleinkrieg um Derby-Karten hätte verhindern können, gibt es bei Hannover 96 nicht. Noch heftiger ist die Situation beim Arena-Streit der Recken - so lässt sich nachhaltig kein Handball-Spitzensport in Hannover entwickeln, kommentiert Hannover-Sportchef Carsten Bergmann. 

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Die Corona-Camouflage hat die schwelenden Streitigkeiten in Hannovers Sportwelt in den vergangenen virusbelasteten Wochen und Monaten wunderbar überschminkt. Schlagworte wie Solidarität und Miteinander bestimmten den Überlebenskampf der Topvereine in den Profiligen. Intensiv entstanden Szenarien für die Post-Corona-Zeiten.

Kein Verein konnte verbindliche Planungen erstellen. Mittlerweile führt ungeachtet des zunehmenden Infektionsgeschehens der Weg in kleinen Schritten zurück in den Liga-Alltag. Doch eben jener mit großen Anstrengungen entwickelte Weg legt die alten Wunden wieder offen.

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Nicht bereit, die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen

Bei Hannover 96 ist nach wie vor keine Diskussionskultur entstanden, die diesen unnötig aufgeflammten Kleinkrieg um Derby-Karten im Vorfeld hätte verhindern können. Das Bild des Zwei-Säulen-Vereins, der nicht bereit ist, die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen, prägt die Wahrnehmung und erzeugt einzig Reibungsverluste.

Noch extremer verhält es sich im Arena-Streit: Entweder die Recken zahlen oder die ZAG-Arena bleibt dicht! Entweder oder – so lässt sich kein Handball-Spitzensport nachhaltig entwickeln. War das nicht Papenburgs ursprüngliches Interesse? Der eingeschlagene Weg in die Mixed-Zone aus Politik und Sport bedeutet stattdessen Eskalation.

Zu welchem Preis?

Arena-Besitzer Günter Papenburg übt maximalen Druck aus, um Stadt und Region zum Handeln zu zwingen. Diese Drohkulissen sind durchschaubar und erzeugen erwartbare Reaktionen. Die ohnehin angeschlagenen Recken müssen für Papenburg als Mittel zum Zweck herhalten. Nur zu welchem Preis?