28. Juni 2019 / 07:11 Uhr

Kommentar zur U21: EM-Sieg würde der deutschen Fußball-Seele gut tun

Kommentar zur U21: EM-Sieg würde der deutschen Fußball-Seele gut tun

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
SPORTBUZZER-Reporter Tim Lüddecke kommentiert den Finaleinzug der deutschen U21-Nationalmannschaft.
SPORTBUZZER-Reporter Tim Lüddecke kommentiert den Finaleinzug der deutschen U21-Nationalmannschaft. © dpa/Montage
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Ein Sieg bei der Europameisterschaft in Italien und San Marino wäre ein angemessener Abschluss der erfolgreichen Zusammenarbeit von Trainer Stefan Kuntz und seiner aktuellen Mannschaft – und hätte für den deutschen Fußball eine wohltuende Signalwirkung. SPORTBUZZER-Reporter Tim Lüddecke kommentiert den Finaleinzug der deutschen U21-Nationalmannschaft.

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Stefan Kuntz ärgerte sich, über sich selbst. Der Vorwurf, den er dem Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft machte, lautete: Er hätte Eduard Löwen einwechseln sollen. Die physischen Vorzüge des Mittelfeldmanns und seine Kompromisslosigkeit hätten dem DFB-Team im EM-Halbfinale gegen Rumänien sicher gut getan, vor allem aber hätte er es verdient gehabt. Doch der 56-Jährige entschied sich anders. Am Ende – nach dem geglückten 4:2-Finaleinzug – nahm er Löwen eine ganze Zeit lang in den Arm.

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Es war ein Szene, die exemplarisch für die vielen Dinge steht, die diese junge deutsche Mannschaft und die Beziehung zu ihrem Trainer ausmachen: Loyalität, Zusammenhalt, Teamspirit – manch ein Spieler nennt es sogar: Freundschaft. Eigenschaften, die man nicht kaufen oder trainieren kann, sondern die sich von innen aus einer Gruppe heraus natürlich entwickeln müssen. Und die diesem Team nun die Chance geben, ihr letztes Spiel in dieser Zusammensetzung im Finale gegen Spanien zu bestreiten; der 1996er Jahrgang scheidet anschließend altersbedingt aus der U21 aus. Das hat sie sicherlich verdient.

"Ist ihm wichtiger als ein Titel"

Rund zwei Jahre lang hat Kuntz seiner Truppe nun sportliche und zwischenmenschliche Leitplanken gesteckt, damit sie sich bestmöglich entwickeln kann – das ist das übergeordnete Credo, dem sich der Coach verschrieben hat, es ist ihm im Zweifel sogar wichtiger als ein Titel. Vor dem Halbfinale hatte der U21-Coach beispielsweise gesagt, dass das Spiel gegen die rumänische Überraschungsmannschaft des Turniers – mit dem Momentum und der weitaus größeren Anzahl an Fans auf ihrer Seite – in jedem Fall eine wichtige Erfahrung für seine Spieler sei – „egal, wie es ausgeht“. Diese Einstellung ist zwar grundsätzlich löblich, aber spätestens im Endspiel natürlich etwas fehl am Platz.

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Finale! Die deutsche U21-Auswahl hat das Ticket im Halbfinale gegen Rumänien gelöst - und hier sind die Noten zum DFB-Auftritt in Bologna. ©
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So ist es auch Kuntz jetzt ein Anliegen, die Arbeit mit seiner Mannschaft, erfolgreich zu Ende zu bringen. „Als Abschlussfahrt dieses Jahrgangs“, so der Wunsch des Trainers, der im Übrigen ein ganz anderes, innigeres Verhältnis zu den aktuellen Spielern pflegt als noch beim EM-Sieg vor zwei Jahren – die hatte er ja auch erst gerade mal neun Monate zuvor übernommen.

Es wäre ein Erfolg mit Signalwirkung

Ein erneuter Erfolg, gerade in Form einer Titelverteidigung, wäre jedenfalls einer mit Signalwirkung, sowie dem Hinweis, dass da eine Generation heranwächst, mit der zumindest als homogene Gruppe in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Und der deutschen Fußball-Seele würde ein solches Erlebnis sowieso mal wieder ganz gut tun; die Erinnerungen an das Vorrunden-Aus bei der WM 2018 und den Abstieg in der Nations League sind schließlich immer noch (viel zu) frisch.

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