02. April 2022 / 20:58 Uhr

Kommentar zum Wechselfehler des FC Bayern: Ein Einspruch des SC Freiburg wäre berechtigt - aber total übertrieben

Kommentar zum Wechselfehler des FC Bayern: Ein Einspruch des SC Freiburg wäre berechtigt - aber total übertrieben

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Wechselfehler des FC Bayern gegen den SC Freiburg beschäftigt die Bundesliga.
Der Wechselfehler des FC Bayern gegen den SC Freiburg beschäftigt die Bundesliga. © IMAGO/Jan Huebner
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Der SC Freiburg hat nach dem Wechselfehler des FC Bayern jedes Recht, gegen die Wertung des Spiels Einspruch einzulegen. Für SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser steht vor dieser Entscheidung jedoch die Frage nach Geld oder Moral!

Der 12. Mann – wenn es um die Fans geht, so wertvoll für jede Mannschaft. Für den FC Bayern München an diesem Samstag ein massives Ärgernis. Denn: Das sportlich dank einer starken zweiten Halbzeit mit 4:1 souverän gewonnene Auswärtsspiel beim SC Freiburg dürfte ein juristisches Nachspiel haben. Die Bayern haben sich verwechselt.

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Für rund knapp 20 Sekunden waren nach einem Doppelwechsel in der 85. Minute 12 Spieler auf dem Platz, einer zu viel. Weil die Nummer 29 hochgehalten wurde, schaltete Kingsley Coman nicht schnell genug und blieb kurzzeitig auf dem Rasen, da der Franzose erst letzten Sommer von seiner alten Rückennummer "29" auf die "11" gewechselt hatte. Schiedsrichter Christian Dingert unterbrach das Spiel beim Stand von 3:1 für die Gäste für acht Minuten, doch die Diskussionen werden viel länger anhalten. Was nun? Was tun nach dem Wechselspieler?

SC Freiburg nach Wechselfehler: Fairnesspreis oder drei Punkte?

Klar und verständlich, dass die Bayern die Angelegenheit, ihren Lapsus, herunterspielen. Es sei "nichts Spielentscheidendes" gewesen, betonte Trainer Julian Nagelsmann. Richtig, die wenigen Sekunden Überzahl führten nicht zu einem Tor. Andererseits muss nun der DFB und sein Sportgericht entscheiden, was die Wechselpanne für Konsequenzen hat. Die Gretchenfrage: Legen die Freiburger offiziell Einspruch ein gegen die Spielwertung?

In den Katakomben des Freiburger Europa-Park-Stadions hielt man sich von Seiten der SC-Verantwortlichen bedeckt, Trainer Christian Streich meinte: "Es gibt eine Regel dafür, fertig. Wieso sollen wir da involviert werden? Wir bekommen eine Information, wie der Fall ausgeht. Wir wollen nicht, dass irgendeinem in der Sache der schwarze Peter zugeschoben wird." Verständlich und nachvollziehbar. Die Freiburger hoffen, dass sich der DFB von selbst einschaltet und womöglich die drei Punkte am grünen Tisch in den Breisgau wandern.

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Daher die Zurückhaltung. Natürlich wäre der Einspruch berechtigt, aber angesichts des Spielstandes und der wenigen Sekunden Überzahl der Bayern nicht total übertrieben? Die Freiburger können sich angesichts der Wechselpanne nun überlegen: Gewinnen Sie Fairnesspreise, weil sie darauf verzichten, Protest einzulegen? Oder erreichen sie womöglich am Ende der Saison dank der drei – sportlich ungerechtfertigten – Zusatzpunkte die millionenschwere Champions League? Also unterm Strich: Geld oder Moral?

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