15. November 2021 / 20:31 Uhr

Kommentar: Wie Uli Hoeneß Hannover 96 verwandeln will

Kommentar: Wie Uli Hoeneß Hannover 96 verwandeln will

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Können mit 50+1 nicht viel anfangen: 96-Klubchef Martin Kind (li.) und Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
Können mit 50+1 nicht viel anfangen: 96-Klubchef Martin Kind (li.) und Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß. © dc3 Hannover (Archivbild)
Anzeige

Uli Hoeneß wünscht sich Hannover 96 zurück in der 1. Liga. Schließlich sei die Landeshauptstadt eine feine Fußballadresse mit großen Optionen, die noch größer sein könnten, wenn das Kartellamt endlich mit der 50+1-Regel abrechne. SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt hätte da schon einen passenden Milliardär für Martin Kind parat.

Er hat schicksalhafte Erinnerungen an Hannover – das muss wohl auch daran liegen, dass Uli Hoeneß vor knapp 40 Jahren im Heitlinger Moor bei Osterwald einen Absturz überlebte – als Einziger in einem Privatflugzeug, das ihn zum Länderspiel gegen Portugal im Niedersachsenstadion bringen sollte.

Anzeige

Hoeneß war damals 30 Jahre alt und junger Manager des FC Bayern, jetzt ist er fast 70, nur noch Ehrenpräsident, Hannover hat er allerdings weiterhin im Kopf. Zum wiederholten Mal in den vergangenen Jahren wünschte sich die meinungspräsente Bayern-Legende nun in einem Podcast 96 zurück in der 1. Liga – er hält Hannover für eine feine Fußballadresse mit großen Optionen.

Mehr über Hannover 96

Hoeneß wünscht die Verwandlung von 96 zum FCB des Nordens

Den 96-Boss Martin Kind kennt und schätzt Hoeneß auch, beide sind schwerreiche Geschäftsleute mit eher traditionellen Ansichten, folgerichtig gelten beide auch im Kampf gegen die finanziellen Beschränkungen im Profifußball als Brüder im Geiste. Auch Hoeneß möchte die 50+1-Regel abschaffen, dann könnten Investoren ungehemmt Geld in die Klubs pumpen und auch den Ton im Laden angeben. Die passenden Visionen sind jedoch eine Herausforderung 96: Falls das Kartellamt oder eine andere entscheidende Instanz endlich mit 50+1 abrechne, sagt Hoeneß, brauche es nur „vier, fünf Milliardäre, die bereit sind, jeweils ein paar Hundert Millionen reinzustecken“. Kind solle das dann riskieren, vermutlich wünscht sich Hoeneß die Verwandlung von 96 zum FCB des Nordens.


Immerhin einen Milliardär hat Kind bereits in nächster Nähe – bei dem ist aber nicht gesichert, ob er lieber nur noch Bücher über mehrarmige Meeresbewohner schreibt als einen Riesenhaufen Geld für überbezahlte Zweibeiner zu überweisen.