10. November 2022 / 15:57 Uhr

Kommentar zum WM-Kader: Darum entschied sich Hansi Flick für Mario Götze und gegen Mats Hummels

Kommentar zum WM-Kader: Darum entschied sich Hansi Flick für Mario Götze und gegen Mats Hummels

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick entschied sich bei der Nominierung des WM-Aufgebots für Mario Götze (links) und gegen Mats Hummels (Mitte).
Bundestrainer Hansi Flick entschied sich bei der Nominierung des WM-Aufgebots für Mario Götze (links) und gegen Mats Hummels (Mitte). © IMAGO/Rene Schulz/HMB-Media/MIS (Montage)
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Nach der Bekanntgabe des deutschen Kaders für die WM in Katar analysiert RND-Sportchef Heiko Ostendorp die beiden wohl meistdiskutierten Entscheidungen von Bundestrainer Hansi Flick: Die Nominierung von Mario Götze und den Verzicht auf Mats Hummels. 

Die Erleichterung war dem Bundestrainer förmlich anzumerken. Die Erleichterung darüber, dass die Zeit des Hin und Her nun vorbei ist, sein Kader für die WM in Katar feststeht und er sich mit seinem Team endlich auf das anspruchsvolle Ziel fokussieren kann – mindestens ins Halbfinale zu kommen.

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Dabei musste Hansi Flick zwei extrem knifflige Entscheidungen treffen und hörte in dem einen Fall auf seinen Bauch, in dem anderen wohl eher auf seinen Verstand. Als Flick nach dem verletzungsbedingten Ausfall eines seiner Lieblingsspieler, Marco Reus, sich für einen anderen seiner Lieblingsspieler, Mario Götze, entschied, war auch ein wenig Romantik dabei. Denn es gibt kaum jemanden, der sich nicht mit Gänsehaut an den Treffer erinnert, der Deutschland 2014 letztmalig zum Weltmeister machte.

"Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi", hatte Joachim Löw seinem Edeljoker Götze damals ins Ohr geflüstert. Acht Jahre später könnte der Bundesliga-Rückkehrer erneut so etwas wie der X-Faktor im DFB-Kader werden. Der Mann für die besonderen Spiele, die besonderen Momente. Als dritten oder vierten Spielmacher hätte Flick Götze sicher nicht mitgenommen - er traut ihm mehr zu.

Sportlich hätte es unbestritten auch Mats Hummels verdient gehabt. Doch bei ihm überwogen andere Argumente. Hummels ist kein leichter Charakter, spricht Fehler seiner Mitspieler oft schonungslos offen an, legt den Finger in die Wunde. Wenn er dies als Ersatzkapitän und akzeptierter Leistungsträger bei Borussia Dortmund tut, ist es gut und gewünscht. Wenn er aber als alter Platzhirsch in eine neu gewachsene Gruppe mit neuen Führungsspielern zurückgekehrt wäre, dazu ohne Stammplatz, hätte dies womöglich die Hierarchie gesprengt, zu Problemen geführt und alte Wunden (von 2018) wieder aufgerissen. Deshalb geht Flick mit der Entscheidung pro Armel Bella-Kotchap und gegen Hummels ein deutlich geringeres Risiko.

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