15. August 2018 / 21:02 Uhr

Kommentar zu den neuen FIFA-Ethikrichtlinien: Korruption? Ist gestrichen!

Kommentar zu den neuen FIFA-Ethikrichtlinien: Korruption? Ist gestrichen!

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
<b>SPORT</b>BUZZER-Redakteur Sebastian Harfst (r.) hat seine Meinung zu den aktuellen Handlungen der Fifa um Präsident Gianni Infantino (l.) aufgeschrieben. 
SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst (r.) hat seine Meinung zu den aktuellen Handlungen der Fifa um Präsident Gianni Infantino (l.) aufgeschrieben.  © imago/Ulmer
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So räumt man bei der FIFA auf! Der Fußball-Weltverband hat den Begriff "Korruption" aus seinen Ethikrichtlinien gestrichen - und sich damit kurzerhand eines Problems entledigt. Einfach so. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redakteur Sebastian Harfst.

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Gianni Infantino besitzt ein ausgeprägtes und sicherlich auch notwendiges Selbstbewusstsein. Immerhin ist Infantino Präsident des globalen Fußball-Konzerns FIFA. Der hantiert als eingetragener Verein im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches mit Milliarden. Menschen und Moneten. Zum Sondersteuersatz von vier Prozent. Nach den Skandalen der Vorjahre ist Infantino der Meinung, aufgeräumt zu haben. „Klinisch tot“ sei die FIFA 2016 gewesen, als er ans Ruder kam, sagte der 48-Jährige jüngst. Heute sei sie „am Leben, voller Freude und Leidenschaft sowie mit einer Vision für die Zukunft“. Was selbstbewusste Mächtige eben so sagen, wenn sie Bilanz ziehen.

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In Infantinos Laden scheint so viel Vision zu stecken, dass die böse Vergangenheit im Wortsinne gestrichen wird. Die Chefs der Ethikkommission, die all die korrupten Funktionäre gesperrt hatte, mussten gehen. Von ihren Nachfolgern wurde nun das Wort Korruption aus den Ethikrichtlinien gestrichen, gleichzeitig führten sie eine Verjährungsfrist für entsprechende Vergehen ein. „Die FIFA hat die Korruption offiziell ausgerottet. Alles, was es dazu brauchte, war den Löschknopf zu drücken“, spottete die Nachrichtenagentur AP.

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Die FIFA entgegnete unter anderem, die Streichung sei wegen „der sprachlichen Klarheit“ vorgenommen worden, das frühere Kapitel „Bestechung und Korruption“ heiße immer noch „Bestechung“; im französischen Text sei nicht gestrichen worden, nur im englischen, spanischen und deutschen... Neben der Streichung des Wortes Korruption hat die Ethikkommission übrigens ein neues Vergehen in ihre Richtlinien aufgenommen. Verleumdung ist jetzt strafbar. Hören wir an dieser Stelle also besser auf, sonst droht noch eine Sperre.

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