24. Januar 2021 / 12:42 Uhr

Kommentar zum Leipziger 2:3 in Mainz: Auf's Timing kommt es an, auch in Sachen Gulacsi

Kommentar zum Leipziger 2:3 in Mainz: Auf's Timing kommt es an, auch in Sachen Gulacsi

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig kassiert in Mainz eine gänzlich unerwartete Niederlage.
RB Leipzig kassiert in Mainz eine gänzlich unerwartete Niederlage. © Picture Point
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Von einer Blamage sprechen die Einen, von einem peinlichen Patzer die Anderen. RB Leipzigs 2:3-Niederlage beim FSV Mainz 05 war auf jeden Fall alles andere als rühmlich. Aber welche Niederlage ist das schon. SPORTBUZZER-Reporter Guido Schäfer findet es auf jeden Fall interessant, dass Peter Gulacsis schwieriger Auftritt und die Wechselgerüchte um ihn auf ein- und denselben Tag fallen.

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Mainz/Leipzig. RB verliert 2:3 in Mainz. Niederlage zur Unzeit? Wer erklärt uns Suchenden endlich den passenden Moment für eine Niederlage? Heilsame Niederlage? Was soll die heilen? Senk- und Spreizfüße? Gibt es Positives aus Leipziger Sicht zu berichten? Aber ja doch.

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Erstens: Es hat sich keiner verletzt. Das ist in Zeiten wie diesen erwähnenswert. Kommende Woche wird wieder Fußball gespielt. Gegen Leverkusen. Auch so ein Spiel, in dem es mindestens um alles geht.

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Zweitens: Das 2:3 animierte Julian Nagelsmann zu einem hübschen Sprach-Bild, das mit den Bayern und RB zu tun hat. Die einen fahren ICE, die anderen eiern im Regionalzug hinterher. Doch es gibt Hoffnung: Man kann auch umsteigen.

Drittens: RB Leipzig hat in Mainz schon wichtigere Fußballspiele verloren. Am 29. April 2018 gingen die Männer von Ralph Hasenhüttl bei den Nullfünfern 0:3 unter. Die Mainzer und ihr Leipziger Keeper René Adler kämpften um den Klassenerhalt, RB spielte um die Qualifikation zur Champions League. Hasenhüttl schrammte im Nachgang dieses Tages knapp an der Entlassung vorbei. Nagelsmann sitzt fest im Sattel, die Königsklasse ist längst nicht flöten.

Womit wir bei Viertens wären. Es sind noch 16 Spiele zu spielen, 48 Punkte zu verteilen. Da werden noch viele wie auch immer geartete Züge abfahren, zu früh, zu spät oder gar nicht ankommen.

Apropos Timing: Peter Gulacsi spielt eine glänzende Saison, ist kein Showman, keiner, der sein Tun in titanische Sphären überhöht und den Ferrari im Halteverbot abstellt. Gulacsi fährt seinen Dienst-VW und damit gut. Dass Gulacsis Berater am Spieltag via Bild-Zeitung eine Ausstiegsklausel öffentlich macht und damit unverblümt mehr Kohle für den Torhüter (und sich) fordert, kann in den kommenden Wochen dazu führen, dass der Vertrag größer, breiter und lukrativer wird. In Mainz smachte der harmoniebedürftige Teamplayer Gulacsi sein schlechtestes Spiel im RB-Trikot. Zufall? Gut oder weniger gut beraten hat jedenfalls nicht nur etwas mit Geld zu tun.