29. Juni 2020 / 07:49 Uhr

Kommentar zum Ende einer Ära bei Dynamo Dresden: "Danke Mingus!"

Kommentar zum Ende einer Ära bei Dynamo Dresden: "Danke Mingus!"

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Die Fans ließen es sich nicht nehmen, Ralf Minge zu verabschieden. Ein offizielles Adieu hatte er abgelehnt.
Die Fans ließen es sich nicht nehmen, Ralf Minge zu verabschieden. Ein offizielles Adieu hatte er abgelehnt. © dpa
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Der 30. Juni ist der letzte Arbeitstag von Sport-Geschäftsführer Ralf Minge bei Dynamo Dresden. Es ist das Ende einer Ära, die mit dem Abstieg in die 3. Liga endet, aber im Grunde so viel Großes vorzuweisen hat. SPORTBUZZER-Redakteur Jochen Leimert sagt deshalb aus voller Überzeugung: "Danke Mingus!"

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Es ging einem schon sehr nahe, wenn man Ralf Minge am Sonntag im Kreise seiner aus der 2. Liga abgestiegenen Spieler leiden sah. Wohl jeder echte Dresdner Fußball-Fan hätte dem 59-Jährigen, der am Dienstag nach über sechs Jahren als Sport-Geschäftsführer nicht ganz freiwillig aufhört, einen anderen Abschied gewünscht. Dass die von ihm maßgeblich zusammengestellte Mannschaft als Tabellenletzter runter muss, ist bitter, denn eigentlich sollte bei Dynamo 2021 der Angriff auf die 1. Bundesliga eingeläutet werden – mit Millionen in der Kriegskasse, mit einem hochmodernen Trainingsgelände.

Die Saison 2019/20 sollte noch ein Jahr der Konsolidierung werden, eine ruhige Spielzeit, um die SGD-Position in der so wichtigen Fernsehgeld-Tabelle auszubauen und um das Projekt Trainingszentrum fertigzustellen. Ein Jahr auch, in dem Ex-Trainer Cristian Fiel wertvolle Erfahrungen sammeln sollte. Sparsam war Minge, der alte Schotte. Er wollte verhängnisvolle Fehler des Vereins in der Vergangenheit nicht wiederholen, das Gehaltsgefüge im Rahmen halten. Doch das Business Profifußball ist heikel – und Geld schießt eben doch Tore. Meistens jedenfalls.

DURCHKLICKEN: Bilder aus der Karriere von Ralf Minge

08. Juni 1985: Dynamo Dresden gewinnt den FDGB-Pokal gegen den BFC Dynamo.Es jubeln: Hans-Uwe Pilz, Hans Jürgen Dörner, Ralf Minge, Matthias Döschner und Reinhard Häfner (v.r.n.l.). Zur Galerie
08. Juni 1985: Dynamo Dresden gewinnt den FDGB-Pokal gegen den BFC Dynamo.Es jubeln: Hans-Uwe Pilz, Hans Jürgen Dörner, Ralf Minge, Matthias Döschner und Reinhard Häfner (v.r.n.l.). ©

Bei allem, was in dieser Saison schief lief, hat die riesengroße Mehrheit der Fans nicht vergessen, was Minge in all den Jahren zuvor für Dynamo geleistet hat – bis hin zur körperlichen und seelischen Erschöpfung. Er hat den Verein, dem er 1980 beitrat, maßgeblich von den Sportwelt-Altlasten entschuldet, ihn aus der 3. Liga wieder nach oben geführt und erstmals vier Jahre am Stück im Unterhaus halten können. Und er hat den Bau der Vereinsheimat im Ostragehege vorangetrieben. Das war mächtig gewaltig – und verdient höchsten Respekt. Danke, Mingus!