13. Dezember 2020 / 17:04 Uhr

Kommentar zum Favre-Aus beim BVB: Auch Klubchef Watzke ist gescheitert

Kommentar zum Favre-Aus beim BVB: Auch Klubchef Watzke ist gescheitert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach der Trennung von Lucien Favre sieht RND-Sportchef Heiko Ostendorp auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gescheitert.
Nach der Trennung von Lucien Favre sieht RND-Sportchef Heiko Ostendorp auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gescheitert. © Getty/Montage
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Borussia Dortmund muss sich nach der Trennung von Lucien Favre einen neuen Cheftrainer suchen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist besonders gefordert. Für RND-Sportchef Heiko Ostendorp ist klar: Der BVB-Boss ist mit verantwortlich für die Notlage. Er solle sich genau überlegen, welche Ansprüche der Klub an seinen nächsten Coach habe.

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In insgesamt 110 Pflichtspielen saß Lucien Favre auf der Bank von Borussia Dortmund und sammelte dabei 2,01 Zähler pro Partie – nun ist der punktemäßig erfolgreichste Trainer in der Klub-Historie des BVB selbst Geschichte.

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Nach der peinlichen 1:5-Klatsche gegen Aufsteiger Stuttgart und dem Abrutschen auf Platz 5 gaben die Schwarzgelben am Sonntag um 15:15 Uhr die Trennung vom Schweizer bekannt, dessen Vertrag noch bis zum 30. Juni 2021 lief. Das Vereinsmotto des angeblich so seriös geführten BVB müsste inzwischen eigentlich geändert werden: „Der Nächste, bitte!“ statt „Echte Liebe“.

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Jetzt ist der Weg also endlich frei für einen weiteren Trainer, der nicht wie Jürgen Klopp ist, aber so sein soll. Mindestens so unterhaltsam, natürlich mindestens so erfolgreich. Und mit mindestens genauso einem guten Verhältnis zu den Bossen. Das erhofften sich Hans-Joachim Watzke & Co. bereits von Favres Vorgängern und Klopps Nachfolgern seit 2015. Namentlich: Thomas Tuchel, Peter Bosz und Peter Stöger.

Favre und Tuchel waren sportlich erfolgreich, mussten aber gehen

Favre war zwei Jahre lang auf Augenhöhe mit dem FC Bayern unterwegs, hat auch in der aktuellen Saison das erste Ziel mit dem Einzug ins Champions-League-Achtelfinale (als Gruppensieger) bereits erreicht. Tuchel holte 2017 erstmals seit fünf Jahren einen Titel, den DFB-Pokal – und musste trotzdem gehen.


Mittlerweile muss sich Watzke durchaus die Frage gefallen lassen, ob nicht auch er gescheitert ist? Mit der Auswahl seiner wichtigsten leitenden Angestellten schoss der BVB-Boss nämlich bereits einige Mal am Ziel vorbei, eigentlich war Klopp sogar der einzige Volltreffer. Zuvor verpflichtete Watzke als Geschäftsführer Jürgen Röber und Thomas Doll, beide mit ähnlich überschaubarer Amtszeit wie Bosz und Stöger.

Man wusste bei Favre ziemlich genau, was man bekommt

Es gibt mit Sicherheit einige Gründe, sich von Favre zu trennen, der mit seiner sachlichen Art vermutlich genauso wenig zum emotional aufgeladenen BVB passte wie Tuchel – allerdings haben sich diese Charaktere nicht erst am Rheinlanddamm gebildet.

Man wusste sogar ziemlich genau, was man bekommt, wenn man sich im Vorfeld intensiv mit Favre, Tuchel - oder auch Bosz oder Stöger - beschäftigt hat. Und man wusste ebenso, was man vermutlich nicht bekommen wird. Daher sollten Watzke & Co. sich diesmal etwas genauer überlegen, welche Ansprüche sie tatsächlich an ihren Cheftrainer haben. Sonst heißt es schon in absehbarer Zeit wieder: „Der Nächste, bitte“ statt „Echte Liebe“.