30. Juni 2020 / 19:41 Uhr

Kommentar zum verpassten Lok-Aufstieg: "Ungeschlagen, aber ungekrönt"

Kommentar zum verpassten Lok-Aufstieg: "Ungeschlagen, aber ungekrönt"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Nach dem Abpfiff war die Trauer bei den Lok-Profis groß.
Nach dem Abpfiff war die Trauer bei den Lok-Profis groß. © Picture Point
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Aus dem erhofften Aufstieg in die 3. Liga wird nichts. Der 1. FC Lok Leipzig ist in der Relegation am SC Verl gescheitert, muss weiter mit der wenig geliebten Regionalliga vorlieb nehmen. LVZ-Sportchef Frank Schober meint: "Es wird verdammt schwer, nach dieser verpassten Chance neue Euphorie zu entfachen."

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So brutal kann Fußball sein. Der 1. FC Lok hat eine starke Saison gespielt. Es ist unglaublich bitter, achteinhalb Monate ungeschlagen zu sein – und doch im Kampf ums Profigeschäft und die lukrativen Fleischtöpfe mit leeren Händen dazustehen. Wer weiß, wann sich den Blau-Gelben wieder eine solche Chance bietet ...

Auf der anderen Seite bleibt nüchtern festzuhalten: Wer es in 180 Minuten nicht schafft, ein Tor mehr als der SC Verl zu erzielen, hat den Aufstieg auch nicht verdient. Schließlich handelte es sich beim Lok-Gegner nicht um den Staffel-Primus im Westen, sondern um den ersten Nachrücker. Insgesamt hat Lok – wie auch RB drei Etagen höher – zu viele Unentschieden zu Buche stehen.

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Vielleicht gilt nun sogar der alte Spruch: Wer weiß, wozu das gestrige Ergebnis gut ist. Wenn man sieht, wie schwer sich etablierte Profi-Mannschaften wie Kaiserslautern, Halle oder Magdeburg mit dem Drittliga-Klassenerhalt tun, dann wären beim Gang des 1. FC Lok in Liga drei Sorgenfalten angebracht gewesen. Lok ist insgesamt noch nicht drittligatauglich. Zum Beispiel mussten die Probstheidaer befürchten, im Falle des Aufstieges nicht im eigenen Stadion spielen zu dürfen.

Den Verantwortlichen um Sportdirektor Wolfgang Wolf und Präsident Thomas Löwe wäre zu wünschen, den Weg konsequent fortzusetzen. Doch ausgerechnet jetzt steht Lok ohne Hauptsponsor und ohne die wichtigen Fernsehgelder da. Es wird also verdammt schwer, nach dieser verpassten Chance gegen Verl neue Euphorie zu entfachen.