10. September 2020 / 19:41 Uhr

Kommentar zum Vettel-Wechsel zu Aston Martin: Balsam für die Seele

Kommentar zum Vettel-Wechsel zu Aston Martin: Balsam für die Seele

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic ist der Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin richtig.
Für SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic ist der Wechsel von Sebastian Vettel zu Aston Martin richtig. © dpa
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Von wegen Karriereende: Sebastian Vettel wechselt von Ferrari zu Aston Martin. Nach einer Pannen-Saison in einem unterlegenen Boliden greift der viermalige Weltmeister nun im Nachfolge-Team von Racing Point noch einmal an. Für SPORTBUZZER-Redakteur André Batistic ein logischer Wechsel. 

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Wäre er nicht von Ferrari so unehrenhaft kurz vor Saisonstart vor die Tür gesetzt worden, Sebastian Vettel wäre nach der aktuellen Katastrophen-Saison des Ferrari-Teams wahrscheinlich selbst stark ins Grübeln geraten, ob er sich das Chaos beim italienischen Traditions-Rennstall weiter antun wolle. Denn der Ferrari ist in diesem Jahr eine rote Gurke: unzuverlässig, langsam – und sogar eine Gefahr für die Fahrer, wie Vettels explodierende Bremse beim Grand Prix von Monza gezeigt hat.

Der Wechsel von der Scuderia zum Racing-Point-Nachfolgeteam Aston Martin dürfte sich für den viermaligen Weltmeister also wie ein Geschenk des Himmels anfühlen: In einem durchaus ordentlichen Auto mit einem Milliardär als Investor hat der 33-Jährige die Chance, es im Herbst seiner Karriere seinen Kritikern – und vor allem den Ferrari-Bossen, die nicht mehr an ihn glaubten – zu zeigen: dass er doch ein Team aufbauen kann, dass er doch als Entwicklungsfahrer taugt, dass er das schnelle Autofahren doch noch nicht verlernt hat. Mit einem Aston Martin vor den Ferraris zu fahren, dürfte für Vettel Balsam für die zuletzt geschundene Seele sein.

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Doch ganz ohne Risiko ist der Vettel-Wechsel nicht: Schon bei Ferrari war Vettel zuletzt durchgehend langsamer als sein elf Jahre jüngerer Teamkollege Charles Leclerc. Sollte er nun auch gegen den sogar zwölf Jahre jüngeren Lance Stroll, den Sohn des Investors, das interne Team-Duell verlieren, könnte Vettels Vermächtnis in der Königsklasse weiteren Schaden nehmen. Wiederum: Alles ist aktuell besser, als im Chaos-Team Ferrari sang- und klanglos seine Karriere zu beenden.