23. Januar 2021 / 14:13 Uhr

Kommentar zur Pleite in Gladbach: Jetzt spielt der BVB auch um seine Zukunft

Kommentar zur Pleite in Gladbach: Jetzt spielt der BVB auch um seine Zukunft

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Niederlage in Gladbach war für den BVB um Jude Bellingham (l.) und Mats Hummels ein bitterer Rückschlag im Kampf um die Champions League.
Die Niederlage in Gladbach war für den BVB um Jude Bellingham (l.) und Mats Hummels ein bitterer Rückschlag im Kampf um die Champions League. © imago images/Kirchner-Media
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Die Niederlage in Möchengladbach stellt für Borussia Dortmund einen herben Rückschlag im Kampf um die Champions League dar. Der BVB muss nach einer bitteren Woche sogar um sein Minimalziel zittern. Sollte Trainer Edin Terzic nicht rasch die Wende schaffen, könnte der Klub in große Probleme geraten, glaubt SPORTBUZZER-Redakteur Sönke Gorgos.

Was war das für eine traumhafte Kombination, mit der die Offensivstars von Borussia Dortmund ihre Gladbacher Gegenspieler schwindelig spielten. Der Führungstreffer zum 2:1 durch Erling Haaland dokumentierte die Weltklasse-Anlagen des BVB-Angriffs auf ansehnliche Weise: Eine überragende Balleroberung von Bellingham, eine schnelle, schörkellose Kombination über den Youngster, Reus und Sancho – und ein eiskalter Abschluss von Haaland. Spiel gedreht! Zu dumm aus Dortmunder Sicht, dass es damit nicht vorbei war und man sich den Freitagabend mit eklatanten Versäumnissen in der Abwehr noch selbst verdarb. Am Ende stand gegen zugegeben sehr starke Gladbacher ein 2:4 – ein weiterer Rückschlag gegen einen direkten Konkurrenten.

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Jeglicher Effekt durch den Trainerwechsel von Lucien Favre zu Edin Terzic ist komplett verpufft – sollte es ihn überhaupt gegeben haben. Der neue Coach gewann nur vier seiner acht Bundesliga-Spiele, musste dabei elf Gegentore quittieren. Vor allem die dramatischen Standard-Probleme bekommt der BVB unter Terzic nicht in den Griff, die Mannschaft gibt Rätsel auf, schwankt teilweise im Minutentakt zwischen Euphorie und Lethargie. Nach der Pleite in Gladbach, dem dritten sieglosen Spiel in Serie, sind die Dortmunder am Samstag auf Rang sieben abgestürzt. Die BVB-Bosse haben allen Grund, alarmiert zu sein: Das erklärte Saison-Mindestziel, der vierte Platz und die Champions-League-Qualifikation, ist in akuter Gefahr.

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Dabei dürfen sich die Dortmunder gerade jetzt keinen Ausrutscher mehr leisten - aus finanzieller und aus sportlicher Sicht. Nur bei einem Erreichen der Königsklasse kann mit gerade in Corona-Zeiten essenziellen Mehreinnahmen geplant werden. Und: Nur im Falle der CL-Quali dürften Stars wie Haaland oder Sancho zu halten sein oder ähnlich hochkarätig ersetzt werden können. Heißt auch: Reicht es am Saisonende nur maximal zum fünften Platz, steht der BVB vor einer möglicherweise einschneidenden Zäsur. Es droht ein erzwungener Umbruch.

Umso wichtiger, dass Terzic nach den Niederlagen gegen die Konkurrenten Leverkusen und Gladbach schnell Mittel findet, um den Absturz zu stoppen und sein frustriertes Team wieder aufzurichten. Dabei könnte ihm zupass kommen, dass der Spielplan nun etwas gnädiger ist, mit Augsburg, Freiburg und Hoffenheim jetzt drei Mittelfeldklubs warten. Dem Trainer-Novizen werden nur Siege helfen, um mit den Rivalen aus Leipzig, Leverkusen und Gladbach Schritt zu halten. Klappt dies nicht, dann hat der BVB ein gewaltiges Problem.