24. Juli 2021 / 23:59 Uhr

Kommentator Jörg Dahlmann kritisiert Sky nach Kündigung scharf: "In den Rücken gefallen"

Kommentator Jörg Dahlmann kritisiert Sky nach Kündigung scharf: "In den Rücken gefallen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jörg Dahlmann kommt nicht mehr als Sky-Kommentator zum Einsatz.
Jörg Dahlmann kommt nicht mehr als Sky-Kommentator zum Einsatz. © IMAGO/Martin Hoffmann (Montage)
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Im Frühjahr sorgte TV-Kommentator Jörg Dahlmann für Aufsehen, weil der 62-Jährige bei einem Zweitliga-Spiel Japan als "Land der Sushis" bezeichnet hatte. "Sky" kündigte Dahlmann anschließend, weil er sich aus Sicht des Senders "bei seinen Kommentaren nun mehrfach unsensibel und unpassend verhalten" habe. Nun rechnet der Reporter mit seinem früheren Arbeitgeber ab.

Rund vier Monate, nachdem ihm durch den Pay-TV-Sender vorzeitig der Vertrag gekündigt wurde, hat der langjährige Sky-Kommentator Jörg Dahlmann mit dem Sender abgerechnet. Der 62-Jährige warf Sky in einem Interview mit der Bild am Sonntag "puren Aktionismus" vor und attestierte den Verantwortlichen des TV-Senders "allerfeinstes Mobbing". Dahlmann war im März gekündigt worden, nachdem er sich laut eines Unternehmenssprechers "aus unserer Sicht bei seinen Kommentaren nun mehrfach unsensibel und unpassend verhalten" habe.

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Kurz zuvor hatte Dahlmann für Aufregung gesorgt, weil er beim Zweitliga-Spiel zwischen Hannover 96 und Erzgebirge Aue (1:1) Japan, das Heimatland von 96-Verteidiger Sei Muroya, als "Land der Sushis" bezeichnet hatte. Dieser Kommentar wurde von einigen Fans als rassistisch gewertet und sorgte für Kritik im Netz, die letztlich zumindest aus Sicht von Dahlmann maßgeblichen Anteil an seinem Aus bei Sky hatte. "Der Sender hat den Riesenfehler gemacht, sich zu sehr durch Twitter-Hater leiten zu lassen. Diese Empörungsgemeinde hat die Politik des Senders beeinflusst. Ich empfinde diese Reaktionen von Sky einerseits als traurig, andererseits als unprofessionell", sagte er. "Wer sich von Twitter regieren lässt, hat eine journalistische Bankrott-Erklärung abgegeben."

Dahlmann wirft Sky "puren Aktionismus" vor

Dahlmann erklärte auch, wie es zu seiner Kündigung kam. "Am Tag nach dem Spiel hatten wir eine Teams-Schalte. Ich wurde nicht gefragt, ich konnte keine Stellung beziehen. Mir wurde einfach gesagt, dass ich zum 30. April entlassen bin", sagte er. Dies sei "purer Aktionismus" gewesen, denn man habe seine Bezüge bis zum Sommer weiter bezahlt. "Sky wollte damit zeigen, dass sie mit Rassismus nichts zu tun haben wollen und haben nicht genug nachgedacht über die Geschichte. Was sie mit mir gemacht haben, ist allerfeinstes Mobbing", so Dahlmann weiter.

Dass ihm als Folge seiner Aussagen nun Rassismus attestiert werde, sei "fürchterlich, einfach schrecklich", sagte der 62-Jährige. "Ich habe das auch Sky mitgeteilt: Ich wehre mich mit Händen und Füßen dagegen und lasse das nicht auf mir sitzen. Ich lasse mich nicht in eine Rassismus-Ecke stellen", erklärte Dahlmann. Sky sei ihm "in den Rücken gefallen". Dahlmann war zur Saison 2017/18 zum Pay-TV-Sender gewechselt, nachdem er zuvor unter anderem für das ZDFSky-Vorgänger PremiereSat.1tm3 sowie DSF tätig war, das später zu Sport1 wurde. Dahlmanns extrovertierter und emotionaler Stil brachte dem gebürtigen Gelsenkirchener einen Ruf als Kult-Kommentator ein, sorgte immer wieder jedoch auch für Kritik.

Vor dem Sushi-Spruch sorgte der Kult-Kommentator kurz vor Weihnachten für Aufregung, als er über Sophia Thomalla, die Freundin von Union-Berlin-Keeper Loris Karius, Aussagen getätigt hatte, die von vielen als sexistisch empfunden wurden. So sagte Dahlmann beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Union und dem SC Paderborn zum Debüt von Karius, der zuvor bei den Berlinern nur Ersatz war: "Hat den Vorteil, dass er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla. Aber für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen." Daraufhin wurde der Kommentator von Sky kurzfristig vom Pokalspiel zwischen Mainz 05 und dem VfL Bochum abgesetzt. Dahlmann entschuldigte sich für den "flapsigen Spruch" und kommentierte danach weiterhin für den Pay-TV-Sender.