12. August 2019 / 12:04 Uhr

Komplimente für den Chemnitzer FC: Dieter Hecking wünscht Rückkehr zur Normalität

Komplimente für den Chemnitzer FC: Dieter Hecking wünscht Rückkehr zur Normalität

dpa
Hamburgs Trainer Dieter Hecking lobte den Auftritt des Chemnitzer FC und hofft das der sächsische Traditionsverein zurück in die wirtschaftliche und sportliche Erfolgsspur findet. 
Hamburgs Trainer Dieter Hecking lobte den Auftritt des Chemnitzer FC und hofft das der sächsische Traditionsverein zurück in die wirtschaftliche und sportliche Erfolgsspur findet.  © dpa
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Für ihren couragierten Auftritt im DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV erntete die Mannschaft des Chemnitzer FC viel Lob. Beim CFC hofft man auf eine Initialzündung und mehr Ruhe um den Club. Doch die Reaktionen vieler Fans lassen daran Zweifel aufkommen.

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Chemnitz. Dieter Hecking hätte zunächst über die Leistung der eigenen Mannschaft, Glück und Pech im Elfmeterschießen oder um den Wirbel um HSV-Spieler Bakery Jatta sprechen können. Doch der 54 Jahre Fußball-Lehrer widmete nach dem glücklichen 6:5-Erfolg seines Hamburger SV seine ersten Worte den unterlegenen Gastgebern vom Chemnitzer FC. „Ich muss dem CFC ein Riesenkompliment machen. Die Woche war aufgrund der großen Unruhe nicht einfach für den Verein. Ich hoffe, dass dieses Spiel dazu beiträgt, dass man sich in Chemnitz wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann, nämlich auf den Sport“, sagte Hecking.

Doch ob rund um den CFC tatsächlich so schnell wieder Normalität Einzug hält, ist auch angesichts der Szenen vor und während der Partie fraglich. Aus der Südkurve, wo die aktive Fanszene das Sagen hat, schallte es immer wieder „Daniel Frahn, Fußballgott“. Anhänger hielten zudem Schilder mit einer 11 hoch. Es ist die Rückennummer des Mittelstürmers, von dem sich der CFC in der vergangenen Woche getrennt hatte. Der Verein warf dem 32-Jährigen Nähe zu rechtsradikalen Fans vor. Ein Großteil der CFC-Fans protestierte aus Sympathie für Frahn gegen die Entscheidung.

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11.08.2019, Sachsen, Chemnitz: Fußball: DFB-Pokal, Chemnitzer FC - Hamburger SV, 1. Runde, im Stadion an der Gellertstraße. Fans des Chemnitzer FC demonstrieren vor Beginn des Spiels in der Innenstadt vor Karl-Marx-Monument für den Erhalt des Vereins. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ Zur Galerie
11.08.2019, Sachsen, Chemnitz: Fußball: DFB-Pokal, Chemnitzer FC - Hamburger SV, 1. Runde, im Stadion an der Gellertstraße. Fans des Chemnitzer FC demonstrieren vor Beginn des Spiels in der Innenstadt vor Karl-Marx-Monument für den Erhalt des Vereins. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa / Getty Images
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„Ich habe es gehört und habe es auch gesehen. Aber ich als Trainer kann das nicht großartig bewerten“, verwies CFC-Coach David Bergner darauf, dass Frahn für Chemnitz „sehr gute Spiele gemacht“ und „sehr viele Tore geschossen“ hat. Viel wichtiger war für Bergner die Erkenntnis, dass sich sein Team von der Aufregung um die Personalie Frahn nicht hat anstecken lassen: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft zusammensteht. Es ist sicherlich nicht einfach, denn letztendlich ist es ein Mannschaftskollege, der jetzt nicht mehr dabei ist. Aber es war keinesfalls zu erkennen, dass es an der Leistung einen Abbruch gegeben hat. Die Jungs hat es nicht großartig tangiert, denn sie wollen nur Fußball spielen.“

Die Chemnitzer lieferten dem Zweitligisten einen großen Kampf, der am Ende jedoch unbelohnt blieb. Clemens Schoppenhauer und Sören Reddemann scheiterten im Elfmeterschießen an HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes und an den eigenen Nerven. „Da gibt es keine Vorwürfe an die Jungs. Wir werden beide wieder auffangen. Den Teamgeist, den wir gegen Hamburg gezeigt haben, müssen wir mit in die nächsten Aufgaben nehmen. So stelle ich mir das vor und so sind wir auch in der Liga nur schwer zu schlagen“, betonte CFC-Abwehrspieler Pascal Itter.

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Auch HSV-Coach Hecking lobte die Art und Weise, wie sich der Drittligist vor 13 130 Zuschauern präsentierte. Die Chemnitzer machten den auf viel Ballbesitz orientierten Hamburgern das Leben extrem schwer. „Die Mannschaft hat aus diesem Abend sehr viel Teamspirit gezogen, das hat man gemerkt. Sie haben es deutlich besser gemacht als in den vier Drittligaspielen, die ich mir angeschaut habe. Sie haben die Räume eng gemacht, kompakt verteidigt und jeder war bereit, noch einen Schritt mehr zu laufen“, erklärte Hecking.

„Es tut sehr gut, wenn so ein erfahrener Trainer einer so großen Mannschaft uns diese Komplimente zollt“, bedankte sich Bergner, der sich trotz des Ausscheidens eine Initialzündung für die kommenden Wochen wünscht. „Der Abend hat gezeigt, was in Chemnitz möglich ist“, warb der 45-Jährige erneut um Vertrauen, Unterstützung und Ruhe rund um den Verein. „Die Mannschaft hat es verdient, dass wir öfter so eine Atmosphäre im Stadion haben. Wir sollten aufhören, uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. In Chemnitz sind andere Sachen möglich, als das, was wir gerade erleben“, hofft Bergner am Freitag im Liga-Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg neben einem gut besuchten Stadion in erster Linie aber auf den ersten Saisonsieg

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