15. Februar 2022 / 22:19 Uhr

Königsklasse ist näher als die 2. Liga: Aber in Wolfsburg hat "keiner irgendwelche Träumereien"

Königsklasse ist näher als die 2. Liga: Aber in Wolfsburg hat "keiner irgendwelche Träumereien"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Denkt nur an den Klassenerhalt: Florian Kohfeldt, Trainer des VfL Wolfsburg.
Denkt nur an den Klassenerhalt: Florian Kohfeldt, Trainer des VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein / dpa
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Der VfL Wolfsburg ist der Champions League nach den beiden Siegen zuletzt näher als dem ersten Abstiegsplatz - zumindest, wenn man nur auf die Punkte schaut. Doch beim Bundesligisten verfällt deshalb niemand in Euphorie.

Durch die beiden Siege gegen Fürth (4:1) und in Frankfurt (2:0) hat sich der VfL im Abstiegskampf etwas Luft verschafft. Neun Zähler Vorsprung hat der Wolfsburger Fußball-Bundesligist jetzt auf Platz 17, sieben sind es hingegen "nur noch" auf den ersten Champions-League-Rang vier - die Königsklasse ist also nach Punkten näher als die 2. Liga. Doch in der VW-Stadt hebt nach dem leichten Aufwärtstrend niemand an. "Keiner hier hat irgendwelche Träumereien", sagt Trainer Florian Kohfeldt deutlich.

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Im Training ist deutlich spürbar, dass die beiden Erfolgserlebnisse etwas mit der Mannschaft gemacht haben, die Stimmung ist gelöst. "Siege kannst du nicht ersetzen", weiß Kohfeldt. Den Fokus verliert in Wolfsburg aber niemand aus den Augen. Alle wissen, dass noch längst nicht alles wieder gut und noch ein langer Weg zu gehen ist, um das primäre Ziel zu erreichen, nämlich "dass der Verein in der Liga bleibt". Allein darum gehe es in diesen Wochen. Und da bezeichnet es der Coach verständlicherweise schon mal als "absurd", jetzt von der Königsklasse zu reden. "Wenn unser Ziel irgendwann vor dem 34. Spieltag erreicht ist, können wir gerne noch mal über andere Ziele sprechen, aber keine Sekunde vorher", mahnt Kohfeldt.

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Und genau das versucht der Trainer seinen Jungs auch immer wieder aufs Neue zu vermitteln. "Ich habe das Gefühl, dass wir immer noch stark daran arbeiten müssen, diese Mischung aus Lockerheit und Fokus im Blick zu haben", betont Kohfeldt. Der 39-Jährige meint, dass seine Spieler nicht zu locker werden sollen, aber auch nicht zu fokussiert, um nicht zu verkrampfen. Beides seien Aspekte, "auf die man ständig achten muss". Gleichwohl sehe der Coach "bei niemandem den Ansatz", dass die Mischung nicht stimme. "Aber die Situation gibt eben die Möglichkeit her, dass es passieren kann."

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Den Fokus nicht verlieren und die Lockerheit bewahren - doch wie schafft man das? "Ich kann auch böse gucken", sagt Kohfeldt schmunzelnd. Es wäre einfacher, wenn er für diese Frage "ein Patentrezept hätte", aber der Fußballlehrer spricht auch über solche Dinge "regelmäßig im Trainerteam und wir versuchen, da jeden Tag drauf zu achten". Das gehöre zur täglichen Arbeit, genau wie das Schuften auf dem Platz. Und da gibt's noch einiges zu tun. "Von der Intensität und Mentalität her haben wir in Frankfurt ein richtig gutes Spiel gemacht, auch vom Mut her war es in Ordnung. Aber was die spielerischen Ansätze angeht, da ist noch Luft nach oben."