12. August 2021 / 13:48 Uhr

Königsklasse: So hoch ist die "Messi-Wahrscheinlichkeit" für den VfL Wolfsburg

Königsklasse: So hoch ist die "Messi-Wahrscheinlichkeit" für den VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Möglicher Gast in der VW-Arena: Lionel Messi und PSG.
Möglicher Gast in der VW-Arena: Lionel Messi und PSG. © (c) AP
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PSG bastelt sich ein Superteam, die Quali neigt sich dem Ende zu, in zwei Wochen steigt die Auslosung: Der Blick auf mögliche Gruppengegner in der Champions League wird für den VfL Wolfsburg immer interessanter. Und die Chance, dass Messi und Co. in der VW-Arena vorbeischauen, ist gar nicht sooo schlecht...

Kylian Mbappé, Neymar und jetzt auch noch Lionel Messi und Sergio Ramos - Paris Saint-Germain bastelt sich gerade eine Supertruppe zusammen, die die Glaubwürdigkeit des Financial Fairplay zwar auf ein völlig neues Lächerlichkeits-Level hebt, aber auch eine sportliche Attraktion sein wird. Eine, die in der kommenden Saison in der Champions-League-Gruppenphase auch in Wolfsburg auflaufen könnte - wenn ein bisschen Losglück (oder Lospech, das ist wohl Ansichtssache) hilft. Zwei Wochen dauert es noch, bis bei der UEFA die Kugeln rollen. Die "Messi-Wahrscheinlichkeit" für den VfL lässt sich allerdings jetzt schon ausrechnen...

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Wolfsburgs Fußball-Bundesligist ist nach aktuellem Stand der schwächste Teilnehmer an der Gruppenphase, landet auf jeden Fall bei der Auslosung in Topf 4, wo sich unter anderem auch der AC Mailand und der FC Brügge tummeln. Aus den Töpfen 1 (amtierende Meister und Europacup-Sieger), 2 (die besten Teams nach Fünfjahreswertung) und 3 (weitere Teams) gibt es je einen Gegner. Während sich die Töpfe 3 und 4 nach den Qualifikations-Play-Offs (17./18. August und 24./25. August) noch füllen, stehen die Töpfe 1 und 2 bereits fest.

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Messis neuer Klub PSG und sein alter Klub FC Barcelona sind beide in Topf 2, können also nicht gegeneinander spielen. Beide sind aber potenzielle VfL-Gegner. Weil Bundesliga-interne Duell ausgeschlossen, kommen für Wolfsburg von den acht Teams aus dem Topf 2 sieben infrage - neben PSG und Barca sind das Real Madrid, Juventus Turin, Manchester United, FC Liverpool und FC Sevilla. Sprich: Die "Messi-Wahrscheinlichkeit" für den VfL liegt bei 14,3 Prozent... "Für die Erfahrung wäre es schön, mal gegen Paris zu spielen", sagt Wolfsburgs Kapitän Koen Casteels. "Es ist Wahnsinn, was da passiert. Gleichwohl haben wir den Ehrgeiz und werden alles dafür tun, die Gruppenphase so gut wie möglich zu absolvieren. Für welchen Platz es reicht, werden wir sehen."

Aus Topf 1 scheidet Bayern als möglicher VfL-Gegner aus, auf Wolfsburg könnten dort einige alte Bekannte warten. Etwa Atletico Madrid (war gerade Testspiel-Gegner), Kevin de Bruyne mit Manchester City oder Inter Mailand mit Neuzugang Edin Dzeko. Außerdem sind Champions-League-Sieger Chelsea, EL-Sieger Villarreal sowie die nationalen Meister OSC Lille und Sporting Lissabon dabei.

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Geht es nach der UEFA-Fünfjahreswertung, sieht die schwerste mögliche Wolfsburg-Gruppe so aus: Real Madrid (Platz 2 der Rangliste), Manchester City (3), FC Porto (16) und der VfL (103). Wie die nach dieser Logik potenziell leichteste Gruppe aussehen könnte, hängt vom Ausgang der Qualifikation ab, in der zwölf Teams noch um sechs freie Plätze spielen - in zum Teil reizvollen Duell. PSV Eindhoven, der Ex-Klub von VfL-Trainer Mark van Bommel, bekommt es mit Benfica Lissabon zu tun, die AS Monaco (ebenfalls gerade VfL-Testspielgegner) mit Schachtar Donezk, der Wolfsburger Europa-League-Endstation in der Saison 2019/20. Malmö FF, Anfang 2020 ebenfalls noch VfL-Gegner, ist auch noch im Rennen, spielt gegen Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien. Andere, zum Teil namhafte Klubs, sind derweil in den bisherigen Quali-Runden gescheitert - darunter Spartak Moskau, Glasgow Rangers, Galatasaray Istanbul und Olympiakos Piräus,

Wolfsburger Wunschlose? Verschieden. "Ich wünsche mir den FC Barcelona", sagt Torjäger Wout Weghorst. Messis Abgang ändert daran nichts, denn: "Ich war noch nie im Camp Nou. Und ich möchte da nur hin, wenn ich darin auch spielen darf. Das habe ich zu Freunden von mir immer gesagt." Abwehrmann Maxence Lacroix sieht es eher sportlich-pragmatisch: "Ich wünsche mir eine Gruppe für uns, in der wir weiterkommen können." Er liegt da auf ähnlicher Wellenlänge wie Casteels: "Meine Ambitionen sind zu groß, um zu sagen, lass uns drei Top-Mannschaften bekommen. Ein Top-Gegner sollte dabei sein. Alles andere sollten Gegner sein, gegen die wir um den zweiten Platz spielen können.

Manager Jörg Schmadtke will "in der Champions League vernünftige Auftritte" sehen, allerdings: "Wenn du in Topf 4 bist, dann ist schon vor der Auslosung klar, dass du in keinem Spiel Favorit sein wirst." Der Anspruch des VfL sei allerdings schon, mindestens Dritter in der Gruppe zu werden, um zumindest in die K.o.-Phase der Europa League zu kommen. An dieser Zielsetzung, so Schmadtke "wird auch die Auslosung wahrscheinlich nichts ändern".

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