27. April 2022 / 07:22 Uhr

Die „Konkullegen“ des SC DHfK: Läuft Krzikalla oder Wiesmach gegen die Löwen auf?

Die „Konkullegen“ des SC DHfK: Läuft Krzikalla oder Wiesmach gegen die Löwen auf?

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Patrick Wiesmach erzielte im Hinspiel mit dem Schlusspfiff einen spektakulären Treffer zum abschließenden 28:28.
Patrick Wiesmach erzielte im Hinspiel mit dem Schlusspfiff einen spektakulären Treffer zum abschließenden 28:28. © Klaus Trotter
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Lucas Krzikalla und Patrick Wiesmach, die beiden Rechtsaußen des SC DHfK Leipzig, stehen im Wettstreit um Spielzeit: Am Donnerstag darf einer der Kollegen/Konkurrenten im aktuellen Bundesligaspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ran.

Leipzig. Wenn einer spielt, darf der andere nur zuschauen. Klar, dass es dem einen oder anderen (Profi)-Sportler da nicht ganz leichtfällt, ein gutes Verhältnis mit dem Positionskollegen zu pflegen. Jeder will sich zeigen, Spiele gewinnen, die Fans im Rücken spüren. Das ist ganz besonders der Fall, wenn beide Athleten jede Menge Talent haben und Woche für Woche neu bewertet werden muss, wer die Nase vorn hat.

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Das Team steht im Vordergrund

Ein erstklassiges Beispiel für eben jenen Konkurrenzkampf geben Lucas Krzikalla und Patrick Wiesmach von den Handballern des SC DHfK Leipzig ab. „Die Rechtsaußen ist bei uns eine der stabilsten Positionen. Da sind wir wirklich gut aufgestellt“, weiß auch Trainer André Haber. Zuletzt hatte Wiesmach mehr Spielzeit erhalten, doch wer am Donnerstag (19.05 Uhr, Sky) beim Topspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen in die erste Sieben darf, bleibt offen.

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Der SC DHfK Leipzig trennt sich von den Rhein-Neckar Löwen mit einem 28:28-Unentschieden. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig trennt sich von den Rhein-Neckar Löwen mit einem 28:28-Unentschieden. © Klaus Trotter

„Wenn wir gewinnen, ist es immer toll“, sagt der Däne, der seit 2018 für die Grün-Weißen spielt. Dann sei es gar nicht so wichtig, ob er gespielt habe oder „Krizi“ den Vortritt lassen musste. „Die deutsche Kultur legt da sehr viel Wert auf das Team und weniger auf den Einzelspieler“, beschreibt es der 32-Jährige. Für ihn sei es allerdings eine Mischung, eine kollegiale Freundschaft und gleichzeitig ein harter Konkurrenzkampf. „Konkullegen“ hatte es Wiesmach in der Kabine deshalb einmal genannt – ein Wortspiel, das Coach Haber in Erinnerung geblieben ist und seither regelmäßig Verwendung findet. „Das beschreibt es einfach sehr gut und steht deshalb bei uns in der Kabine auf einer Tafel“, so der 35-jährige Taktiker.

Einen ähnlichen Konkurrenzkampf erfährt derzeit auch der ehemalige Leipziger Joel Birlehm, der in der Winterpause nach Mannheim gewechselt war. Seitdem hat der 25-Jährige viel Spielzeit bekommen, sich nach und nach bei den Löwen akklimatisiert.

„Aktuell sind alle fit“

Doch nun kehrt Star-Torhüter Mikael Appelgren zurück in den Kader, ist nach über zwei Jahren voller Operationen und Rehas wieder fit. Jede Minute, die Birlehm nun im Tor verbringen möchte, muss er sich erkämpfen. „Er hat ein riesiges Talent. Aktuell kämpft er aber damit, sein Niveau von Spiel zu Spiel zu halten“, analysiert Ex-Mitspieler Wiesmach und fügt hinzu: „Diese Formkurve sieht man auch bei den Löwen.“ Ein Auf und Ab und dementsprechend nur der zehnte Platz in der Tabelle.

Wer am Donnerstag triumphiert, wird laut dem Rechtsaußen auch davon abhängen, in welcher Tagesform sich die Gäste befinden. „Sie haben schon mit den besten Teams mithalten können und gegen eher schlechte verloren“, so Wiesmach weiter. Die Voraussetzungen sind allerdings gut. „Aktuell sind alle fit“, so Haber, der befindet: „Es gibt keine bessere Saison, um gegen die Mannheimer zu spielen.“ Und zu gewinnen.