28. November 2021 / 21:33 Uhr

"Können darauf aufbauen": Wolfsburger Negativ-Trend mit Mutmach-Effekt

"Können darauf aufbauen": Wolfsburger Negativ-Trend mit Mutmach-Effekt

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Drei Spiele ohne Sieg: Florian Kohfeldt und der VfL Wolfsburg.
Drei Spiele ohne Sieg: Florian Kohfeldt und der VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
Anzeige

Der VfL Wolfsburg hat das dritte Pflichtspiel in Folge nicht gewonnen, das zweite in Serie sogar am Samstag gegen Borussia Dortmund verloren. Aber es war eine Niederlage, die Mut für die nächsten Aufgaben macht.

Wer nur auf die Ergebnisse guckt, muss sich Sorgen machen um den VfL Wolfsburg. Denn den drei Auftaktsiegen nach der Amtsübernahme von Trainer Florian Kohfeldt folgten drei Spiele ohne Sieg – erst ein 2:2 in Bielefeld, dann ein 0:2 in Sevilla und jetzt ein 1:3 (1:1) am Samstag gegen Borussia Dortmund. Das ist ein klarer Negativ-Trend, aber: Die Leistung gegen den BVB macht trotz der Niederlage überraschend viel Mut. Denn vieles war bei den Niedersachsen besser als zuletzt – auch wenn die Borussia nach dem schnellen Führungstor von Wout Weghorst das Spiel durch Treffer von Emre Can (Elfmeter), Donyell Malen und Joker Erling Haaland die Partie vor 13.300 Zuschauern drehte.

Anzeige

Das Spiel seiner Mannschaft sei „weitestgehend“ besser gewesen als unter der Woche, fand VfL-Trainer Florian Kohfeldt. "Gegen den Ball haben wir vor einer ähnlichen Aufgabe gestanden. Und hätten wir gerade in der ersten Halbzeit noch die Geduld bewahrt und wären nicht hektisch geworden, hätten wir noch mehr Freude gehabt", so der 39-Jährige. Denn: "Wie die Energie im Spiel entstanden ist, das entspricht viel mehr dem Fußball, den ich von meiner Mannschaft sehen will und wie ich Fußball liebe. Für den neutralen Zuschauer war es schon ein richtig gutes Bundesliga-Spiel." Ein Spiel, das für Interims-Kapitän Maximilian Arnold die Erkenntnis brachte: "Wir können darauf aufbauen, weil wir nach Sevilla ein klares Zeichen in die richtige Richtung gesetzt haben."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Dennoch sei genau wie zuletzt gegen Bielefeld und in Sevilla auch gegen den BVB nicht alles gut gewesen. Kohfeldt: "Man sieht nach und nach gewisse Dinge, die wir spielen wollen. Es gibt für mich keinen Grund, nervös zu werden." Aber: "Es waren ein paar Spiele, in denen wir immer Teile auf den Platz bekommen haben – aber eben nicht alles. Und das sollten wir jetzt schleunigst tun."


15:15 Torschüsse, 7:7 Ecken und eine nahezu ausgeglichene Zweikampfbilanz zeigen, wie sehr der VfL und der BVB zumindest stellenweise auf Augenhöhe waren – die Westfalen jedoch machten nicht nur aus ihren Chancen mehr, sondern waren dank ihrer individuellen Qualität auch die meiste Zeit gefährlicher. Und der VfL kämpft nach sieben Gegentoren in den letzten drei Pflichtspielen und einer erneut mäßigen Chancenverwertung weiter um die Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Effizienz.

Dabei, so stellte Kohfeldt richtig fest, hatte sein Team zwischen den letzten beiden Gegentreffern „das 2:2 mehr als einmal auf dem Fuß“. John Anthony Brooks’ Kopfball, Dodi Lukebakios Abschlüsse, Luca Waldschmidts abgeblockter Versuch – immer fehlte ein bisschen was. Nämlich, so Kohfeldt, „Konsequenz, Kompromisslosigkeit und das Quäntchen Glück.“ Dieses Glück, so Arnold „müsse man auch mal erzwingen, das ist uns nicht gelungen“.

Was auch gelang: den Dortmundern über 90 Minuten so mutig zu begegnen wie in der guten Phase nach dem 1:2. „Wir leben von der Intensität. Es war sicher nicht der Plan, dass wir uns zurückziehen und 88 Minuten verteidigen. Das war nicht gut, weil es nur ein Warten auf eine Topchance von Dortmund war“, bemängelte Torwart Pavao Pervan.

Und so bleibt es dabei, dass der VfL seit dem Pokalfinale 2015 nicht mehr gegen Dortmund gewinnen kann – und die Tabelle bietet vor Wolfsburgs abschließenden Hinrunden-Spielen in Mainz, gegen Köln, gegen Stuttgart und bei den Bayern ein gefährliches Bild. Wäre gegen Dortmund ein Sieg gelungen, wäre der VfL jetzt Vierter – so aber droht im allerungünstigsten Fall am kommenden Spieltag ein Sturz auf Rang zwölf. „Ich bin nicht besorgt“, sagt Kohfeldt – er wird wissen, dass es Siege braucht, damit es dabei bleibt.