14. Mai 2021 / 16:36 Uhr

Kooperation: 20 Jugend-Mannschaften für den VfL, bessere Fußballer für die Region

Kooperation: 20 Jugend-Mannschaften für den VfL, bessere Fußballer für die Region

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Erhoffen sich durch die Kooperation eine bessere Ausbildung für ihre Nachwuchs-Fußballer und Trainer: SSV-Chef Rüdiger Adamczyk (l.o.), Gifhorns Jugendfußball-Abteilungsleiter Tobias Husemann (l.M.) und Fallerslebens Spartenleiter Raphael Wehnert (l.u.).
Erhoffen sich durch die Kooperation eine bessere Ausbildung für ihre Nachwuchs-Fußballer und Trainer: SSV-Chef Rüdiger Adamczyk (l.o.), Gifhorns Jugendfußball-Abteilungsleiter Tobias Husemann (l.M.) und Fallerslebens Spartenleiter Raphael Wehnert (l.u.). © Roland Hermstein, Sebastian Bisch, Privat (2)
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Die Kooperation des VfL Wolfsburg mit den heimischen Klubs MTV Gifhorn, SSV Vorsfelde und VfB Fallersleben soll für alle ein Erfolg werden. Der Bundesligist möchte die besten Talente der C-Jugend bei sich bündeln, die Partner-Vereine sollen den Nachwuchs besser ausbilden und die ganze Region soll davon profitieren.

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Am 1. Juli beginnt die Kooperation des VfL Wolfsburg mit den heimischen Vereinen MTV Gifhorn, VfB Fallersleben und SSV Vorsfelde, die erst mal auf fünf Jahre ausgelegt ist. Aber was genau bedeutet das für den Bundesliga-Klub, die Partner-Vereine und deren insgesamt 20 Jugend-Mannschaften, die nun besonders in den Fokus rücken? Wer kann vom wem wie profitieren?

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Zunächst stellt der VfL jedem seiner Partner einen festangestellten Ausbilder zur Verfügung, der die Trainingseinheiten gemeinsam mit den Mannschaftstrainern plant und durchführt. Der VfL wird keine Teams unterhalb der älteren D-Jugend mehr haben, die U13 wird im nächsten Jahr ebenfalls aufgelöst. Durch die Zusammenarbeit sollen künftig die besten Talente aus der Region gebündelt ab der C-Jugend zum VfL wechseln, um „eine höhere Durchlässigkeit in den Profi-Fußball zu erreichen“, wie VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer sagt.

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MTV Gifhorn

Die vier Mannschaften aus der D- und E-Jugend des MTV Gifhorn stehen im Fokus der Kooperation mit dem VfL, Tobias Husemann erhofft sich „auch einen positiven Effekt, der auf die F- und G-Jugend ausstrahlt“, sagt der Abteilungsleiter Jugendfußball Grundlagenbereich des MTV. Zudem soll durch den „Know-how-Transfer“ des VfL-Ausbilders mit den vereinseigenen Trainern eine noch bessere Ausbildung gewährleistet werden. Durch diese würde der MTV auch interessanter für junge, ambitionierte Trainer werden. Speziell plant der VfL mit dem Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV), eine dezentrale Trainerausbildung im Bereich der C- und B-Lizenz anbieten zu können. „Durch diese Möglichkeit könnten sich die Trainer in unserer Region deutlich einfacher weiterbilden“, so Husemann.

Dass der VfL von der Kooperation mit dem MTV Gifhorn profitieren kann, zeigte zuletzt Laurent Marmullaku, der im U16-Kader des VfL steht und zuvor bei den Schwarz-Gelben ausgebildet wurde. Marmullaku kickte bis zur D-Jugend beim MTV, stand da schon im Fokus des VfL. Seit der C-Jugend spielt er in Wolfsburg. Durch die enge Verzahnung der Vereine werden die Gifhorner Top-Talente künftig zum VfL wechseln. Aber: „Wir geben einen Spieler ab und haben zehn andere besser gemacht“, sagt Husemann. Und: Dadurch, dass wohl nicht alle von ihnen den Sprung in den Herren-Kader des Vereins schaffen werden „profitieren am Ende auch andere Vereine aus der Region“.

SSV Vorsfelde

Mit Sergey Karimov und Michael Schulze haben es vom SSV Vorsfelde in der Vergangenheit bereits Talente bis in den Profi-Kader des VfL Wolfsburg geschafft. Mit Kevin Wolze (MSV Duisburg) und Mike Könnecke (FSV Zwickau) verdienen ehemalige SSV-Spieler ihr Geld noch heute im Profi-Fußball. „Da muss man aber ganz ehrlich sagen, dass das Talent das Entscheidende bei den einzelnen genannten Spielern war, um auf sich aufmerksam zu machen“, sagt der Vorstands-Vorsitzende Rüdiger Adamczyk.

Dass von den für die kommende Saison geplanten acht Mannschaften in D- und E-Jugend künftig nicht nur Ausnahme-Talente den Sprung zum VfL schaffen sollen, sondern die Quantität durch den intensiven Austausch mit dem Bundesliga-Klub erhöht wird, freut Adamczyk. „Wir erhoffen uns eine bessere Ausbildung für unsere Kinder, durch ein intensiveres Training. Natürlich immer in Abstimmung mit der Schule und allem, was dazugehört.“

VfB Fallersleben

Der VfB Fallersleben hat in beiden Jahrgängen der E- und D-Jugend jeweils zwei Mannschaften, in Summe acht. Eine Sache war für den VfB bei der Kooperation entscheidend: „Uns war wichtig, dass wir keine Kinder wegschicken mussten“, sagt Spartenleiter Raphael Wehnert, der die kommende Spielzeit als Findungsphase sieht. „Es wird darum gehen, was erwartet der VfL, was erwarten wir, und dass wir uns da Stück für Stück annähern.“