06. Oktober 2021 / 14:01 Uhr

Kosten für Polizei-Einsätze bei Hochrisikospielen: Rechnungshöfe wollen Bremen-Regel bundesweit

Kosten für Polizei-Einsätze bei Hochrisikospielen: Rechnungshöfe wollen Bremen-Regel bundesweit

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Steuerzahler soll künftig nicht mehr für die erhöhten Polizeikosten bei Hochrisikospielen aufkommen.
Der Steuerzahler soll künftig nicht mehr für die erhöhten Polizeikosten bei Hochrisikospielen aufkommen. © IMAGO/Chai v.d. Laage (Montage)
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Sollen die Veranstalter von Hochrisikospielen im deutschen Profifußball für die erhöhten Polizeikosten zur Kasse gebeten werden? In Bremen ist dies schon jetzt der Fall. Die Rechnungshöfe von Bund und Ländern sprachen sich nun für eine solche Regel in allen Ländern aus.

Die Präsidenten der Rechnungshöfe der Länder und des Bundes halten es für richtig, Gebühren für zusätzliche Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen in Fußballstadien zu verlangen. Einen entsprechenden Beschluss fassten sie zum Abschluss ihrer Herbstkonferenz am Mittwoch in Berlin. Bislang hat der Stadtstaat Bremen als einziges Bundesland eine entsprechende Gebührenordnung. "Wir empfehlen, dass auch die anderen Länder solche Gebührentatbestände einführen", sagte die Präsidentin des Berliner Rechnungshofs und Gastgeberin des Treffens, Karin Klingen, im Anschluss an die Konferenz.

Sie wies darauf hin, dass das Bundesverwaltungsgericht die Rechtmäßigkeit dieser Regelung im März 2019 bestätigt habe. Die Rechnungshöfe betrachteten es als sinnvoll, wenn bei gewinnorientierten Hochrisikoveranstaltungen, die erfahrungsgemäß zu einem polizeilichen Mehraufwand führten, vom Veranstalter Gebühren erhoben werden könnten, sagte Klingen. Zur Begründung sagte sie, es sei für die Länder notwendig, bei Einnahmen- und Ausgaben Prioritäten zu setzen. "Wir würden das als eine Möglichkeit sehen, staatliche Einnahmen sinnvoll zu verbessern."

Die Deutsche Fußball Liga wollte sich zu dem Beschluss zunächst nicht äußern, sieht die Erstattung zusätzlicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen aber als rechtswidrig an.