09. Mai 2020 / 10:11 Uhr

Kosten, Quarantäne und Co.: Das ist der Plan von Hannover 96 zum Geisterspiel-Start

Kosten, Quarantäne und Co.: Das ist der Plan von Hannover 96 zum Geisterspiel-Start

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Kenan Kocak hat sichtbar gute Laune beim Training
Trainer Kenan Kocak hat sichtbar gute Laune beim Training
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Das Wochenende haben die Spieler von Hannover 96 noch frei. Ab Montag geht es für die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak unter strengen Auflagen ins Courtyard-Hotel am Maschsee. Der Corona-Schutz kostet rund 100.000 Euro.

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Nur noch eine gute Woche bleibt 96 bis zum Anpfiff nach der Corona-Pause am Sonntag, den 17. Mai, gegen Dresden (13.30 Uhr). Die 96-Entscheider haben sich am Freitag getroffen, um den Fahrplan bis zum Geisterspiel-Start in der HDI-Arena festzulegen. Das sind die wichtigsten Punkte:

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Quarantäne

Die Mannschaft hat heute und morgen noch Zeit für ihre Liebsten, sie wird erst am Montag zusammengezogen. Im DFL-Konzept ist ein siebentägiges Pflicht-Trainingslager vorgesehen. Spieler, Trainer und Betreuer werden kaserniert. Maximal 40 Personen dürfen zur 96-Gruppe gehören.

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Hotel

„Bei der Wahl der Unterkunft für die kommende Woche war es uns extrem wichtig, kurze Wege zu haben“, erklärt 96-Sportdirektor Gerhard Zuber. „Das Courtyard erfüllt alle Standards und ist mit seiner direkten Stadionnähe super gelegen.“ Der 96-Hygienebeauftragte, Teamarzt Axel Partenheimer, hat das Courtyard untersucht und für gut geeignet befunden. Im Hotel wird die 96-Gruppe mit Vollpension bewirtet. Es gibt strenge Vorschriften, keiner darf das Hotel außer zum Üben verlassen. „Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Spieler“, sagt 96-Chef Martin Kind.

Training

„Das Wochenende haben die Jungs jetzt noch einmal frei. Sie machen einen super Eindruck“, sagt Zuber. „Ab Montag werden wir uns mit voller Kon­zen­tra­tion bestmöglich auf Dresden vorbereiten.“ Trainer Kenan Kocak wird nicht mehr im Stadion, sondern auf den Außenplätzen üben lassen – aber weiter geheim. Auf dem Weg zur Mehrkampfanlage wäre der Kontakt zu Fans möglich, soll aber verhindert werden. Auch auf den wenigen Metern vom Court­yard zum Stadion soll im Notfall ein Shuttle-Service eingerichtet werden, wenn es zu Kontakten mit Außenstehenden kommen sollte.

Das sind die restlichen Spiele von Hannover 96 in der Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nach der Corona-Zwangspause:

28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) Zur Galerie
28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) ©

Stadion

Bevor die Geisterspiele in der HDI-Arena beginnen dürfen, braucht 96 die Freigabe des Gesundheitsamtes. 96 hat dazu eine Taskforce eingerichtet. „Wir haben sehr engagierte Mitarbeiter, die hochmotiviert die Aufgabe anpacken und wissen, worauf es ankommt“, lobt Kind.

Kosten

Kind schätzt die Extra-Ausgaben für den Corona-Schutz auf „100 000 Euro“. Darin enthalten ist auch die Rechnung für das Quarantäne-Hotel.

Fans

Als Argument gegen die Geisterspiele sind mögliche Fan-Treffen vor den Stadien angeführt worden. Kind sieht „kein hohes Risiko, ich glaube nicht, dass wir da was befürchten müssen“. Dennoch sollen 96 und die Behörden vorbereitet sein. „Treffen zu unterbinden ist die Aufgabe der Polizei“, sagt Kind.

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Sportliche Ziele

Keine Mannschaft wird wissen, wo sie leistungsmäßig steht. Zwei Monate Pause mit Quarantäne, viele Einschränkungen fürs Training und nur eine kurze Vorbereitungszeit mit Zweikampftraining – „alle müssen versuchen, das Beste daraus zu machen“, meint Kind. 96 startet von Platz neun in die letzten neun Begegnungen. Der 96-Chef wünscht sich, „dass die Mannschaft da weitermacht, wo sie aufgehört hat“ – mit zwei Siegen gegen Kiel (3:1) und in Nürnberg (3:0).

Kocak hat die schwere Aufgabe, da anzuknüpfen – und zwar ohne die nach einer Pause üblichen Testspiele mit einem Kaltstart. „Vielleicht gibt es Mannschaften, die einbrechen und mit der Situation nicht klarkommen“, vermutet Kind – und hofft, dass es nicht 96 trifft.

Fünfte Auswechslung

Die Fifa erlaubt fünf statt drei Auswechslungen. Das wird wohl auch in Deutschland umgesetzt. Kocak hätte damit mehr Wechseloptionen – wenn sich nicht zu viele Spieler mit Corona infizieren und ausfallen.