30. September 2022 / 18:31 Uhr

ICE-Stress, Kovac-Wunsch missachtet – Bericht: Das steckt hinter der Kruse-Ausbootung beim VfL Wolfsburg

ICE-Stress, Kovac-Wunsch missachtet – Bericht: Das steckt hinter der Kruse-Ausbootung beim VfL Wolfsburg

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Kruse wurde beim VfL Wolfsburg aussortiert.
Max Kruse wurde beim VfL Wolfsburg aussortiert. © IMAGO/Christian Schroedter/Matthias Koch (Montage)
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Offiziell gilt die mangelnde Identifikation mit dem kriselnden VfL Wolfsburg als ein Grund für die Ausbootung von Ex-Nationalspieler Max Kruse bei den Niedersachsen. Nach Informationen der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" ist aber weit mehr vorgefallen. Der 34-Jährige soll auch einen Wunsch von Trainer Niko Kovac ignoriert haben.

Wegen einer kürzlich zugezogenen Oberschenkelverletzung kann Max Kruse aktuell nicht mehr für den VfL Wolfsburg trainieren – für den Verein aber kein Problem, denn spielen würde der Ex-Nationalspieler für die Niedersachsen ohnehin nie wieder. Anfang September wurde der 34-Jährige nach nur fünf absolvierten Saisonspielen ausgebootet. Kruse (Vertrag bis 2023) dürfe zwar noch am Trainingsbetrieb teilnehmen, wegen mangelnder Identifikation mit dem kriselnden Bundesliga-17. aber kein Spiel für die Mannschaft von Trainer Niko Kovac absolvieren, so die offizielle Darstellung. Nach Informationen der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung (WAZ), die wie der SPORTBUZZER dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) angehört, soll sich aber zwischen Spieler und Verein weit mehr zugetragen haben als bisher bekannt.

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Demnach soll Kruse vor allem wegen seiner Unpünktlichkeit negativ aufgefallen sein. Der Angreifer sei täglich mit dem ICE vom Wohnort Berlin nach Wolfsburg gependelt. Mindestens dreimal habe sich laut dem Bericht sein Zug verspätet, weshalb er zu spät zum Training erschien – und das während der aktuellen Krise des VfL. Nach einem Auswärtsspiel soll Kruse zudem gar nicht erst beim Training erschienen sein und sich wegen einer Verletzung telefonisch abgemeldet haben – dabei sei er in Berlin geblieben, anstatt sich in Wolfsburg behandeln zu lassen.

Apartment in Wolfsburg? Kruse missachtet Kovac-Wunsch

Kruses aktueller Wohnort soll auch im Gespräch mit Trainer Kovac mehrfach ein Streitpunkt gewesen sein, heißt es im Bericht weiter. Der Coach soll von seinem Star eingefordert haben, sich ab Wochenmitte in Wolfsburg aufzuhalten, da die Pendelei keine gute Voraussetzung sei, um am Wochenende auf dem Platz Top-Leistungen abzurufen. Kruse, der sich in Wolfsburg ein kleines Apartment zulegen wollte, habe diesen Wunsch jedoch missachtet und sei einfach weiterhin täglich mit dem Zug nach Wolfsburg gefahren.

Die WAZ schlussfolgert, dass Kovac angesichts der Disziplinlosigkeiten, die auch in der Kabine ein Thema gewesen sein sollen, keine andere Wahl gehabt haben soll, als Kruse zu suspendieren. Auch die prekäre Tabellensituation ließe es nicht zu, Kruses Sonderlocken zu akzeptieren.

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Aktuell hält sich Kruse nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder in Berlin auf. Nach der Suspendierung beim VfL Wolfsburg läuft es wahrscheinlich nicht auf eine Auflösung des bei den "Wölfen" bis Sommer 2023 gültigen Vertrags hinaus. Der Routinier setzt offenbar auf einen Wechsel in der nächsten Transferperiode, die im Januar 2023 startet.

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