22. Februar 2020 / 17:37 Uhr

Krabbelgruppe des MSV Neuruppin siegt unter Flutlicht (mit Galerie)

Krabbelgruppe des MSV Neuruppin siegt unter Flutlicht (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
128 Zuschauer sahen im Neuruppiner Volksparkstadion am Freitagabend eine umkämpfte Partie.
128 Zuschauer sahen im Neuruppiner Volksparkstadion am Freitagabend eine umkämpfte Partie. © Dirk Becker
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Brandenburgliga: Schützlinge von Trainer Henry Bloch feiern im ersten Spiel der Rückrunde gegen den FSV Bernau einen knappen 1:0-Heimerfolg unter Flutlicht.

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MSV Neuruppin - FSV Bernau 1:0 (1:0). Tor: 1:0 Michel Klemz (22.).

Bis zum Abpfiff musste gezittert werden - auch, weil man sich das Leben selbst schwer machte. Nach 90 umkämpften Minuten durfte der MSV Neuruppin nach dem 1:0-Erfolg gegen den FSV Bernau aber über die ersten drei Punkte in der Rückrunde der Brandenburgliga jubeln. "Es war insgesamt ein verdienter Sieg, weil wir in der Defensive kaum etwas zugelassen und uns im Angriff die klareren Möglichkeiten erarbeitet haben", resümierte ein zufriedener Henry Bloch. Der MSV-Coach schickte eine Krabbelgruppe auf das Feld, das Durchschnittsalter der Startelf betrug gerade einmal 22,36 Jahre - eine der jüngsten Brandenburgliga-Teams in der MSV-Historie.

Die Youngster, angeführt vom 30-jährigen Kapitän und Defensivspezialist Kevin Blumenthal, bestanden den Charaktertest aber mit Bravour. "Kevin hat die Mannschaft in seiner Ansprache gut eingestellt. Auch Sabri Vaizoz im Tor und Yulian Vladimirov, der das erste Mal im zentralen Mittelfeld agierte, gehörten zu den erfahrenen Leitwölfen, die ich eingefordert hatte", lobte Bloch die übrig gebliebenen Routiniers in seiner Truppe, die zu zwei Dritteln aus U21-Spielern bestand.

In Bildern: Der MSV Neuruppin bezwingt den FSV Bernau mit 1:0.

Der Vizemeister des Vorjahres konnte sich am 16. Spieltag der Fußball-Brandenburgliga trotz personeller Probleme gegen den FSV Bernau (blaue Trikots) behaupten. Das entscheidende Tor erzielte Michel Klemz in der 22. Minute. Zur Galerie
Der Vizemeister des Vorjahres konnte sich am 16. Spieltag der Fußball-Brandenburgliga trotz personeller Probleme gegen den FSV Bernau (blaue Trikots) behaupten. Das entscheidende Tor erzielte Michel Klemz in der 22. Minute. © Dirk Becker

Mehrere Stammkräfte - Marcus Lemke, Jacob Krüger, Vadims Logins, Tim Schultka, Oleksandr Stepanyshyn, Rafael Conrado Prudente oder Philipp Wulff - standen den Fontanestädtern aus den verschiedensten Gründen am Freitagabend nicht zur Verfügung. Davon ließen sich die Hausherren aber nicht beirren, legten unter Flutlicht forsch los und waren um Spielkontrolle bemüht. Die Gäste aus dem Barnim, welche mitten im Abstiegskampf stecken, hatten nach 20 Minuten aber die ersten zwei nennenswerten Möglichkeiten zu verzeichnen. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld brachte FSV-Kicker Paul Petermann den Ball sehenswert in Richtung MSV-Schlussmann Vaizoz, der bereits in dieser Szene seine ganze Klasse aufblitzen ließ. Bei der anschließenden Ecke kam Petermann erneut zum Abschluss, brachte Sabri Vaizoz aber nicht in Bedrängnis. Im Gegenteil: Nur wenige Momente später klingelte es auf der anderen Seite zum 1:0.

Michel Klemz mit Siegtreffer

Ein schneller Abschlag des Keepers, eine missglückte Kopfballabwehr eines Bernauer Verteidigers und ein Geniestreich von Rückkehrer Lukas Japs, der das runde Leder perfekt durch die Schnittstelle spielte, ließen Michel Klemz plötzlich frei vor dem FSV-Gehäuse auftauchen. Im direkten Duell mit Torhüter Danny Kempter behielt Klemz die Ruhe und schob überlegt zur Führung ein. "Da haben wir gesehen, wie wichtig Lukas Japs für unser Spiel ist. Schön, dass er wieder zurück ist", sagte Bloch. Noch vor dem Seitenwechsel hatte eben jener 23-jährige Japs die Möglichkeit zum 2:0, es blieb jedoch bei der knappen Führung, weil auch die Bernauer mit einem Schuss aus der Distanz nur knapp das Kreuzeck verfehlten. "Wir wollten nach der Pause auf das zweite Tor gehen, uns nicht mit dem knappen Vorsprung zufriedengeben", verriet der MSV-Trainer, der nach einer Stunden bereits den Jubelschrei auf den Lippen hatte.

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Maurice Malak hatte nämlich die große Möglichkeit vom Elfmeterpunkt, nach dem Alexander Kratz bei seinem tollen Sololauf nur per Foul zu stoppen war, das Nervenkostüm der 128 Zuschauer im Volksparkstadion zu entlasten. Danny Kempter ahnte jedoch die Ecke und konnte den schwach geschossenen Versuch parieren. "Da müssen wir den Deckel drauf machen, wir haben uns immer wieder solch gute Möglichkeiten erarbeitet", fand Bloch, der mit seinen Schützlingen bis zum Ende zittern musste, nach dem Schlusspfiff aber durchpustete: "Ein toller Auftakt für uns, der aufgrund der personellen Situation nicht zu erwarten war. Die Neuzugänge Robin Hink und Sabri Vaizoz haben einen guten Eindruck hinterlassen, viele junge Kicker sich zeigen können. Ich bin gespannt, wie er weitergeht."