07. Oktober 2021 / 18:48 Uhr

Kraftakt-Grizzlys: Wieviel Frische steckt noch in der Mannschaft?

Kraftakt-Grizzlys: Wieviel Frische steckt noch in der Mannschaft?

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wichtige Bankarbeit: Wolfsburgs Co-Trainer Gary Shuchuk (l.) steuerte das Wechselmanagment bei den zuletzt personell gebeutelten Grizzlys maßgeblich mit.
Wichtige Bankarbeit: Wolfsburgs Co-Trainer Gary Shuchuk (l.) steuerte das Wechselmanagment bei den zuletzt personell gebeutelten Grizzlys maßgeblich mit. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Geht die Erfolgsserie weiter oder zahlen die Grizzlys Wolfsburg den Preis für die Energieleistungen der letzten Wochen? Auf den Eishockey-Vizemeister wartet ein wegweisendes Wochenende, beginnend mit dem Heimspiel gegen die Augsburger Panther am Freitag (19.30 Uhr).

Fressen sich die Grizzlys Wolfsburg Winterspeck an? Das Punktepolster soll am Wochenende auf jeden Fall weiterwachsen. Zumindest auf dem Papier stehen die Chancen für den deutschen Eishockey-Vizemeister nicht schlecht. Die Augsburger Panther und die Fischtown Pinguins Bremerhaven dümpeln im Mittefeld herum, beide haben schon einen gewissen Druck, weil ihnen die Teams aus dem Tabellenkeller im Nacken sitzen, derweil der Vizemeister punktgleich mit dem Ersten aus München Zweiter ist.

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Am Freitag (19.30 Uhr) erwarten die Grizzlys die Augsburger Panther, ein Team, in dem Wolfsburgs Coach Mike Stewart einige Akteure noch aus seiner Panther-Zeit kennt. Was zu erwarten sei, habe man schon gegen Straubing erlebt, glaubt Stewart. Die Gäste kämpften da in Wolfsburg verzweifelt um das Ende ihrer Talfahrt. Gegen Straubing waren die Grizzlys personell geschwächt und hatten das vorhergehende brutal schwere Match in München in den Knochen. Am Wochenende sieht es personell vielleicht besser aus, dennoch wird es nicht leicht, weil bei dem einen oder anderen die Kraftakte der letzten Partien (die Grizzlys hatten immer wieder Ausfälle) nachhallen könnten. Stewart steuerte in Zusammenarbeit mit Fitness-Coach Peter Kruse und seinen Co-Trainern die Trainingsbelastung so gut es ging, aber wie frisch die Mannschaft ist, zeigt sich gegen Augsburg.

Mehr über die Grizzlys Wolfsburg

Sowohl Augsburg als auch Bremerhaven erwartet Stewart ähnlich aggressiv wie Straubing, hält beide aber auch "für offensiv gefährlicher". Die Grizzlys werden aber wahrscheinlich auch nicht mehr ganz so passiv spielen wie am vergangenen Wochenende. "Da mussten wir clever sein", so Stewart, "und das waren wir auch." Auch beim Wechselmanagement, das Co-Trainer Gary Shuchuk maßgeblich mit steuerte, wenn sich anbahnte, dass ein Profi zu lange auf dem Eis zu bleiben drohte. Stewart: "Manchmal hat eine Shift nur 15 Sekunden gedauert." Normal sind eher 40 Sekunden, es geht auch mal ein bisschen mehr. Doch mit "kurzer Bank", wie das heißt, wenn Personal fehlt, können zehn Sekunden zu lange auf dem Eis das ganze Gefüge und den Rhythmus durcheinanderbringen. Also wurde gewechselt so oft es nur ging.

Der aggressive Forecheck wurde auch nicht mehr so durchgezogen, wie es zum Basisplan gehört, aber, so betont Stewart, "wir haben unser Spielsystem nicht über den Haufen werfen müssen, haben es nur etwas angepasst." Schön war das in München zu sehen, als die Grizzlys im zweiten Drittel die Gastgeber plötzlich mal in deren Abwehrzone festnagelten.

Augsburg hat sich nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Spielen gefangen, kam aber danach nur noch zu Hause klar. Auswärts gab es nur einen Sieg - mit 4:2 bei Neuling Bietigheim. In der Fremde setzte es zuletzt ein derbes 0:5 in Bremerhaven. Und da müssen die Grizzlys am Sonntag (14 Uhr) bestehen. Bremerhaven wird auf Revanche für das Viertelfinal-Aus in der Vorsaison sinnen, hat aber das Champions-League-Spiel gegen Prag vom Mittwoch in den Knochen und muss am Freitag erst noch nach Iserlohn.

  • Das Heimspiel der Grizzlys am Sonntag, den 24. Oktober gegen den ERC Ingolstadt wird aufgrund der Übertragung durch Sport1 um 17 Uhr beginnen