27. November 2022 / 18:56 Uhr

Kramaric sorgt mit Doppelpack für Kanada-Aus – Bayern-Star Davies gegen Kroatien tragischer Held

Kramaric sorgt mit Doppelpack für Kanada-Aus – Bayern-Star Davies gegen Kroatien tragischer Held

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Andrej Kramaric (links) traf beim Sieg der Kroaten gegen Kanada.
Andrej Kramaric (links) traf beim Sieg der Kroaten gegen Kanada. © IMAGO/Xinhua (Montage)
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Auch das erste Tor bei einer WM hat die kanadische Nationalmannschaft nicht vor dem Aus bei der Endrunde in Katar bewahrt. Die Mannschaft um Bayern-Star Alphonso Davies hat nach der Pleite gegen Kroatien am Sonntagabend keine Chance mehr auf das Achtelfinale beim Turnier im Wüstenemirat.

Alphonso Davies schreibt Geschichte – und doch muss Kanada bei der Weltmeisterschaft in Katar schon nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Zwar erzielte der Bayern-Star früh das erste Tor der Nordamerikaner bei einer WM (2.), konnte die 1:4 (1:2)-Niederlage gegen Vize-Weltmeister Kroatien am Sonntagabend damit aber nicht verhindern. Bundesliga-Profi Andrej Kramaric (37./70.), Marko Livaja (44.) und Lovro Majer (90.+4) drehten das Spiel zugunsten der Kroaten, die sich mit Blick auf den Achtelfinal-Einzug mit nunmehr vier Punkten als Tabellenerster in einer guten Ausgangsposition befinden. Am Donnerstag (16 Uhr) geht es gegen Belgien (drei Punkte) um den Einzug in die Runde der letzten 16. Die Kanadier treffen parallel im für sie unbedeutenden letzten Spiel der Gruppe F auf Überraschungsteam Marokko (vier Punkte).

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Kroatien ging mit nur einer offensiven Änderung in sein zweites Spiel. Nikola Vlasic vom FC Turin musste auf die Bank, stattdessen ließ Trainer Zlatko Dalic Marko Livaja von Hajduk Split stürmen. Im Mittelfeld zog wie schon beim 0:0 gegen Marokko Superstar Luka Modric die Fäden. In der Innenverteidigung kam Josko Gvardiol von RB Leipzig zum Einsatz. Auch die Bundesliga-Spieler Borna Sosa (VfB Stuttgart) und Kramaric (TSG Hoffenheim) standen in der Anfangsformation. Auch Kanadas Coach John Herdman nahm nach dem unglücklichen 0:1 gegen Belgien nur eine Änderung vor. Der frühere St. Pauli-Profi Junior Hoilett rotierte raus, dafür lief Cyle Larin vom FC Brügge als zentraler Angreifer auf.

Schon vor der Partie las sich die WM-Bilanz der Kanadier schlecht: Bis zum Anpfiff war die Nationalmannschaft in der WM-Historie noch tor- und punktlos geblieben. Doch lange sollte zumindest Erstes nicht so bleiben. Denn: Keine zwei Minuten waren gespielt, da verwertete Davies, der gegen Belgien noch einen Elfmeter verschossen hatte, eine Hereingabe von Tajon Buchanan per Kopf zur frühen Führung. Der Davies-Treffer war nicht nur ein geschichtsträchtiges Tor für die Kanadier, sondern auch der schnellste Treffer der bisherigen Endrunde. Kroatien war nach dem frühen Nackenschlag um eine Reaktion bemüht und versuchte über längere Pass-Passagen in die Partie zu finden.

Bis es zu einem ersten Ausrufezeichen in der Offensive kam, dauerte es jedoch eine knappe halbe Stunde. Nach einem Zuspiel von Livaja brachte Kramaric den Ball im Tor der Kanadier unter. Der vermeintliche Ausgleich wurde aufgrund einer vorangegangenen Abseitsposition von Livaja aber nicht gewertet (26.). Kurz darauf wurde das Anrennen der Dalic-Auswahl dann doch belohnt. Erst scheiterte Livaja noch an Kanada-Keeper Milan Borjan (36.), dann machte es Kramaric besser und schob nach Vorarbeit von Ex-Bayern-Profi Ivan Perisic aus kurzer Distanz zum 1:1 ein (37.). Und die Kroaten legten gegen nun sichtlich geschockte Kanadier noch vor der Pause nach. Diesmal bediente Josip Juranovic Mittelstürmer Livaja, der aus rund 16 Metern zum 2:1-Halbzeitstand traf (44.).

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Die Kanadier waren in Durchgang zwei merklich bemüht, das drohende Aus abzuwenden. In der Offensive fehlte aber schlicht die Durchschlagskraft, um die erfahrene kroatische Defensive um Abwehrchef Dejan Lovren oder Zentrumspieler Marcelo Brozovic ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Stattdessen kam Kroatien bei den sich bietenden Kontersituationen zu guten Chancen. Kramaric verpasste zunächst auf Modric-Vorlage die Vorentscheidung (56.), ehe er mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 3:1 erhöhte (70.). Der eingewechselte Majer setzte den Schlusspunkt (90.+4). Kanada ist damit nach Gastgeber Katar die zweite Auswahl, die nach dem zweiten Spieltag keine Chance mehr auf das Weiterkommen hat.

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