19. September 2021 / 17:43 Uhr

Kratzert vergibt Hundertprozenter: SVG spielt nach starker erster Hälfte Remis – Sorgen um Dumi

Kratzert vergibt Hundertprozenter: SVG spielt nach starker erster Hälfte Remis – Sorgen um Dumi

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Die SVG Göttingen machte gegen Lupo-Martini Wolfsburg ein starkes Spiel – oftmals war aber bei Torwart Marius Stauss Endstation.
Die SVG Göttingen machte gegen Lupo-Martini Wolfsburg ein starkes Spiel – oftmals war aber bei Torwart Marius Stauss Endstation. © Swen Pförtner
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Starke erste Hälfte, aber kein Treffer: Die SVG Göttingen kommt im Heimspiel gegen Lupo-Martini Wolfsburg nicht über ein 0:0 hinaus. Stürmer Kratzert vergibt kurz vor der Pause die größte Chance. Sorgen um Endri Dumi.

Die SVG Göttingen muss in der Fußball-Oberliga weiter auf ihren ersten Sieg warten. Im Heimspiel gegen Lupo-Martini Wolfsburg kamen die Schwarz-Weißen vor 157 Zuschauern nicht über ein 0:0 hinaus und rangieren nach dem ersten Saisonsieg von Eintracht Northeim nun am Tabellenende. Gegen die zweitplatzierten Gäste zeigte die SVG über weite Strecken aber eine engagierte Leistung und hätte mit etwas Glück auch als Sieger vom Platz gehen können.

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Die Partie begann zäh. Beide Mannschaften waren erst einmal darauf bedacht, keine Fehler zu begehen und hinten sicher zu stehen. In der vierten Minute näherten sich die Gäste zum ersten Mal dem SVG-Tor an. Der Schuss aus dem Gewühl von der Strafraumgrenze war allerdings kein Problem für Torwart Dennis Henze.

SVG Göttingen - Lupo-Martini Wolfsburg 2021/22

Die SVG Göttingen spielt nach starker erster Hälfte 0:0 gegen Lupo-Martini Wolfsburg. Zur Galerie
Die SVG Göttingen spielt nach starker erster Hälfte 0:0 gegen Lupo-Martini Wolfsburg. © Swen Pförtner

Nach zwölf Minuten verbuchte die SVG ihre erste nennenswerte Offensivaktion. Amin Al Debek schickte Julian Kratzert mit einem langen Ball auf die Reise, doch seinen Schuss lenkte ein Abwehrspieler zur Ecke. Diese brachte nichts ein.

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Die Aktion war aber so etwas wie eine Initialzündung für die Schwarz-Weißen, die jetzt mehr und mehr die Kontrolle übernahmen. In der 14. Minute brachte Justin Taubert technisch versiert einen langen Pass unter Kontrolle und leitete weiter auf Nicolas Krenzek, der auf der rechten Seite durchgestartet war. Das Abspiel geriet allerdings zu steil, sodass Lupo-Torwart Marius Sauss zur Stelle war. Da war mehr drin.

Wenig später musste Endri Dumi verletzt das Spielfeld verlassen. SVG-Trainer Dennis Erkner brachte für ihn Jakob-Hanno Westfal. Doch auch von diesem frühen Wechsel ließen sich die Hausherren nicht aus der Ruhe bringen und suchten weiter ihre Chance. Wolfsburg blieb nur durch einige wenige Konter gefährlich.

Kratzert hat Führung auf dem Fuß

In der 20. Minute trug die SVG den nächsten schönen Angriff vor. Mathis Ernst nahm sich auf der linken Seite ein Herz und sprintete bis in den gegnerischen Strafraum. Seinen Pass in die Mitte fand aber keinen Abnehmer – auch weil das Zentrum nicht besetzt war. Applaus gab es dennoch für die starke Einzelleistung.

Die Schwarz-Weißen waren jetzt am Drücker und auch kämpferisch klar überlegen. In der Offensive fehlte aber der letzte Punsh. Bezeichnend dafür: Taubert setzte sich in der 33. Minute bei einem Konter stark durch, vertändelte dann aber den Ball. Wieder hatte er auf die Schnelle keine ordentliche Anspielstation gefunden. Auch Erkner hatte das Problem erkannt und rief seinem Team zu: „Rückt schneller nach.“

In der 37. Minute hätten die Gastgeber in Führung gehen müssen. Kratzert machte Druck auf die Abwehr und erzwang so einen katastrophalen Fehler. Der SVG-Angreifer schnappte sich den Ball und stürmte auf das gegnerische Tor zu – verfolgt von zwei Abwehrspielern der Wolfsburger. Kratzert legte den Ball am Torwart vorbei, seinen Schuss aus spitzem Winkel klärte dieser aber gerade noch zur Ecke.

Die Wolfsburger hätten den Spielverlauf dann kurz vor dem Seitenwechsel fast auf den Kopf gestellt. Nach einer Ecke kam Lupo-Stürmer Timon Hallmann plötzlich völlig frei zum Kopfball, setzte diesen aber aus kurzer Distanz neben das Tor. Aufatmen bei der SVG.

Erkner: "Total zufrieden"

In der zweiten Hälfte kamen die Gäste besser ins Spiel. Beide Mannschaften hatten noch die ein oder andere Chance, um das Spiel für sich zu entscheiden. Die beste Gelegenheit vergab auf Seiten der Gäste zehn Minuten vor Schluss erneut Hallmann. Seinen Schuss aus drei Metern halb linker Position parierte Henze stark. Und bei der SVG wurde kurz vor dem Abpfiff ein gefährlicher Taubert-Schuss noch geblockt. So blieb es am Ende bei einem gerechten Unentschieden.

Er sei mit dem Auftritt seines Team „total zufrieden“, sagte SVG-Trainer Erkner. „Wir haben super leidenschaftlich gespielt.“ Am wichtigsten sei es, zu null gespielt zu haben. Zumal man zuletzt immer wieder Pech gehabt habe mit späten Gegentoren. Das sei diesmal nicht passiert. „Uns selbst fehlt einfach das Spielglück, dass auch mal einer reinfällt“, sagte Erkner.

Die erneute Verletzung eines Spielers sei natürlich frustrierend, sagte er mit Blick auf die frühe Auswechslung von Dumi, der zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wurde. Offenbar habe sich dieser am Knie verletzt. Er hoffe, dass es ihn nicht schlimmer erwischt habe, sagte Erkner frustriert. „Wir haben diese Saison die Seuche, so wie ich es noch nicht erlebt habe.“