16. April 2020 / 15:06 Uhr

Westhavelland-Sportler: Kreativität beim Training ist gefragt

Westhavelland-Sportler: Kreativität beim Training ist gefragt

Christoph Laak
Märkische Allgemeine Zeitung
Ruderin Jenny Wartenberg nutzt Baumstämme für Sprünge um sich fit zu halten.
Ruderin Jenny Wartenberg nutzt Baumstämme für Sprünge um sich fit zu halten. © Privat
Anzeige

Kreis Havelland: Was machen die Sportler aus dem Westhavelland derzeit? Ruderin Jenny Wartenberg aus Rathenow und Läuferin Emily Quast aus Stechow halten sich vornehmlich im Wald fit.

Anzeige

„Das Soziale im Verein fehlt einem am meisten. Man kann sich nicht austauschen und auch die Freunde fehlen mir“, erzählt Jenny Wartenberg vom Rathenower Ruderclub Wiking. An ein Training im Verein, geschweige den auf dem Wasser, ist derzeit nicht zu denken. „Unser Vereinsgelände ist ja auch gesperrt“, so Wartenberg. Und dennoch hat sich die Abiturientin selbst einen strammen Trainingsplan zusammengebastelt.

Anzeige

„Da wir ja aktuell auch nicht zur Schule gehen können, bleibt eine Menge Zeit. Fünf- bis sechsmal die Woche halte ich mich aktuell mit Übungen fit“, verrät Jenny Wartenberg. Dabei steht ein Mix aus Kraft und Gymnastik auf dem Plan. „Meine Einheiten absolviere ich meistens am Morgen. 45 Minuten wird dann trainiert“, so die 17-Jährige, die oft mit einer Matte auf dem elterlichen Hof trainiert. Aber auch in den Wäldern um Rathenow ist Wartenberg aktuell öfter anzutreffen. „Dort gehe ich vornehmlich laufen. Aber man kann dort auch andere Übungen machen. Zum Beispiel über Baumstämme springen, diese als Gewichte benutzen oder an ihnen Liegestütze absolvieren“, zeigte sich die junge Ruderin bei ihren Übungen kreativ.

Blasen an den Händen sind wohl vorprogammiert

Doch längst kribbelt es bei Jenny Wartenberg wieder in den Fingern, würde sie gerne wieder ihrem Hobby im Boot nachgehen. „Wir waren jetzt ein gutes halbes Jahr nicht auf dem Wasser – das fehlt natürlich. In den letzten Wochen vor der Corona-Pandemie waren wir noch viel im Kraftraum, standen kurz vor dem Training im Boot", erzählt Jenny Wartenberg, die seit gut zehn Jahren im Ruderboot sitzt.

Mehr Sport aus Berlin und Brandenburg

Wann es wieder losgeht, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Doch für die Zeit nach der Pause erwartet Jenny Wartenberg vor allem eines – Blasen an den Händen. „Das wird nach einem halben Jahr auf jeden Fall so sein“, lacht die 17-Jährige, die ansonsten aber davon ausgeht, dass alles normal ablaufen kann. „Wir starten im Training normalerweise im Vierer und gehen dann in die kleineren Boote. Technisch mache ich mir da keine Sorgen. Rudern verlernt man nicht so schnell“, so Wartenberg, die sich auch auf die Anweisungen ihres Trainers freut.

Leichtathleten trainieren auf dem Wein- sowie Kirchberg

Und auch bei den Leichtathleten des VfL Rathenow wird in kleinen Gruppen mit maximal zwei Sportlern durchaus trainiert. „Unser Training ist aber natürlich nur individuell möglich“, verrät der VfL-Vorsitzende Nico Streng. Seine Vereinskameraden trainieren aktuell vornehmlich in den Wäldern um Rathenow, auf dem Kirchberg oder dem Weinberg. „Auf dem Wein- oder Kirchberg werden wir auch öfter angesprochen. Wir sind dort aber auch bekannt, da wir ja auch im Winter dort trainieren“, erzählt Nico Streng. Vor allem Sprünge, Kraft und Sprints stehen aktuell auf dem Programm – die Grundlagen der Leichtathleten.

Er hatte seiner Trainingsgruppe angeboten, individuelle Trainingspläne auszuarbeiten und zu verschicken. „Das haben auch einige Athleten in Anspruch genommen. Diese werden nun einmal in der Woche von mir versorgt“, verrät der Chef der Rathenower Leichtathleten. Eine Sportlerin, welche Trainingspläne in Anspruch nimmt, ist Emily Quast. „Sie ist weiterhin sehr fleißig. Wir bereiten sie ganz normal auf die Sommersaison vor. 800 Meter stehen dann auf dem Programm. Und Emmy hat mir auch erzählt, dass sie sich mit einer Freundin auch per Videochat mit verschiedenen Kraftübungen fit hält“, erzählt Nico Streng, der sich aktuell auch ganz normal auf einen möglichen Zehnkampf im August vorbereitet.

Auch Läuferin Emily Quast vom VfL Rathenow ist in den letzten Wochen vermehrt in den Wäldern der Region unterwegs.
Auch Läuferin Emily Quast vom VfL Rathenow ist in den letzten Wochen vermehrt in den Wäldern der Region unterwegs. © Privat

„Nicole Schleuß und ich absolvieren unsere Übungen im normalen Rahmen. Bis Ostern stehen ohnehin die Basics auf dem Programm, so dass wir da jetzt nicht allzu viel Zeit verloren haben“, berichtet der VfL-Vorsitzende, der hofft, dass im Laufe des Mai wieder Leichtathletik spezifische Übungen auf dem Sportgelände am Schwedendamm möglich sind.

„Es wäre schön, die Tartanbahn mal wieder zu schnuppern und sich die Spikes anzuziehen. Ich glaube in kleinen Gruppen sollte das auch möglich sein, könnten wir doch auf diesem weitläufigen Gelände darauf achten, die nötigen Abstandsregeln einzuhalten“, so Nico Streng, der aber davon ausgeht, dass auch im Mai sowie Juni der Trainingsbetrieb im Vordergrund stehen wird.