24. März 2020 / 13:21 Uhr

Grün-Weiß Großbeeren: Grüner wird’s nun auf dem Eichenhügel

Grün-Weiß Großbeeren: Grüner wird’s nun auf dem Eichenhügel

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Mario Henike ist für die Sportplätze auf dem Großbeerener Eichenhügel zuständig. 
Mario Henike ist für die Sportplätze auf dem Großbeerener Eichenhügel zuständig.  © Lars Sittig
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Kreis Dahme/Fläming: Der Spielbetrieb ist ausgesetzt, der Rasen atmet auf – Platzwart Mario Henike hat trotzdem alle Hände voll zu tun.

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Es ist still auf dem Eichenhügel, nur der Rasentraktor und Mario Henike bullern über die Sportanlage am Rande Großbeerens. Vormittagsruhe. Ein paar Vögel zwitschern in der Frühlingsluft. Normalerweise würden in wenigen Stunden die ersten Übungseinheiten beginnen – nun aber: Kein Trainingsbetrieb, keine Fußballschuhe, die über den Rasen laufen. Sicherheitsabstand beim Interview wegen des Coronavirus – und Zeit für die Halme, durchzuatmen und sich zu regenerien. „Auch, wenn es ein wirklich unschöner Anlass ist, für die Plätze bietet die Aussetzung aller Aktivitäten natürlich eine sehr gute Möglichkeit, sich zu erholen – gerade, weil der Rasen in dieser Jahreszeit anfängt zu wachsen. Der Zustand ist jetzt gut. Auch das Wetter spielt mit, es ist jetzt schön trocken“, sagt Mario Henike, beim Bauhof der Kommune im Nordosten der Dahme-Fläming-Region angestellt und für die Pflege der Plätze zuständig, während er über die Grasnarbe schreitet. Höchste Pflegestufe derzeit.

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Die Plätze auf dem Eichenhügel haben wegen ihrer Qualität einen guten Ruf in der Kickerfamilie, schon Henikes Vorgänger pflegten den Untergrund mit viel Engagement und auch der Familienvater setzt diese Tradition fort. „Rasenpflege kannte ich schon vor meinem Dienstbeginn hier, ich habe in der Landwirtschaft gelernt und ohnehin viel Interesse für Pflanzen und Natur. Aber die Abläufe zu lernen, war natürlich Neuland, die Verantwortung zu tragen für die Plätze. Zum Beispiel die Termine einteilen und die Organisation steuern, Wetter und Pflege in Einklang bringen.“ Viel Eigenregie ist also nötig – aber das ist auch einer der Reize des Jobs: „Klar ist das schön, viel selbstständig zu managen, dazu kommt die Arbeit an der frischen Luft und man sieht, was man geschafft hat. Es macht Spaß und es ist mein eigener Anspruch, dass die Plätze gut bespielbar sind.“

SPORTBUZZER spielt Goalball mit Europameister Stefan Hawranke

Der Europameister Stefan Hawranke (schwarzes Trikot) erklärt SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke (graues Shirt) auf dem Gelände der Blindenschule Königs Wusterhausen die Paraolympische Sportart Goalball. Zur Galerie
Der Europameister Stefan Hawranke (schwarzes Trikot) erklärt SPORTBUZZER-Redakteur Stephan Henke (graues Shirt) auf dem Gelände der Blindenschule Königs Wusterhausen die Paraolympische Sportart Goalball. © Friedrich Bungert
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Seit Sommer 2018 ist Henike, 51 Jahre alt und Ur-Großbeerener, Herr über die Halme der Heimstätte des SV Grün-Weiß Großbeeren und des Hockey-Clubs der Kommune. Obwohl die Mannschaften von den jüngsten Nachwuchsmannschaften bis zur ersten Herrenmannschaft, die in der Kreisoberliga des Fußballkreises Dahme/Fläming antritt, sowie die Hockey-Ensembles komplett pausieren, gibt es trotzdem viel zu tun. Zwei Naturrasengroßfelder und ein Kleinfeld müssen gemäht und gepflegt sowie die Anlage und der Hockeyplatz in Schuss gehalten werden. Regenerationsmischungen auftragen, walzen. Anfang der Woche wurde das zweite Mal in diesem Jahr gemäht – eigentlich fällt nur das Kreiden der Linien aus – meistens am Freitag, damit am Wochenende alles für den Punktspielbetrieb bereit ist. Die etwas ruhigere Phase in diesen Tagen ist genutzt worden, um Unebenheiten auszugleichen, löchrige Stellen auszubessern und die Ballfangnetzte zu flicken.

Welchen Rasen würde Greenkeeper Mario Henike, der in der Jugend selber auf dem Eichenhügel kickte und einen langen persönlichen Bezug zum Stadion hat, gerne mal beackern und mit dem Traktor befahren? Den heiligen Rasen von Wimbledon? Das Camp Nou, die glamouröse Heimstätte des FC Barcelona? „Ach, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Das hätte sicher seinen Reiz, aber ich bin so zufrieden, wie es ist. Und das ist ja auch gut so“, sagt Mario Henike.

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