14. Januar 2019 / 14:33 Uhr

Kreis Diepholz: Gute Arbeit an der Basis

Kreis Diepholz: Gute Arbeit an der Basis

Thorin Mentrup
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fußballkreisvorsitzender Andreas Henze aus Bassum kommt zum Interview (in der Syker Redaktion). Fotografiert am 19.12.2018.
Beim Neujahrsempfang sprach der Vorsitzende des Fußball-Kreises Diepholz, Andreas Henze, unter anderem über die Bedeutung des Amateurfußballs. © Michael Braunschädel
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Vorsitzender Andreas Henze: "Das Bild vom Fußball im Kreis Diepholz ist sehr positiv"

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Eines stand für Andreas Henze, den Vorsitzenden des Fußballkreises Diepholz, fest: „Der Fußball“, sagte er beim Neujahrsempfang in Sudwalde vor rund 40 Gästen, „ist kompliziert geworden.“ Und das auf vielerlei Ebenen: Wer sich im Amateurbereich engagiert, muss nicht nur mit bürokratischen Hürden oder dem Datenschutz kämpfen, sondern sich auch gegen andere Widrigkeiten behaupten wie zum Beispiel, dass der Sport an sich nicht mehr denselben Stellenwert genießt wie noch in der Vergangenheit oder dass selbst im Jugendbereich auf dem Land eifrig über die Viererkette und die Qualifikation der Coaches diskutiert wird. „Deshalb sagen viele: Ich habe mir das eigentlich einfacher vorgestellt“, plauderte Henze aus dem Nähkästchen.

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Dass der Fußball wieder ein bisschen einfacher werde, gehe nur mit guter Arbeit an der Basis. An dem, „was da oben passiert“, also etwa beim Weltverband Fifa, solle man sich kein Beispiel nehmen. „Fußball in Deutschland bedeutet eigentlich Amateurfußball“, verwies Henze darauf, dass das milliardenschwere Profigeschäft nur einen äußerst kleinen Teil des Sports ausmache. Die breite Masse der Millionen Kicker sei im Amateurbereich aktiv. „Alle profitieren also von unserer Arbeit auf Kreisebene“, schlussfolgerte Henze. Dass im Kreis Diepholz ein guter Job gemacht wird, davon zeigte sich der Bassumer überzeugt. Dafür hielt er einige Beispiele parat wie die unermüdliche Arbeit derSpielausschussmitglieder, die in der vergangenen Saison aufgrund derzahlreichen Ausfälle Sonderschichten schieben mussten, um die Spielzeit zu einem vernünftigen Ende zu führen. „Gott sei Dank ist es dieses Jahr etwas ruhiger“, sagte er mit Blick auf die nur fünf Nachholspiele im Herrenbereich bis zur Winterpause. Darüber hinaus seien alle Großveranstaltungen des Fußballkreises sehr gut verlaufen, zuletzt etwa das Hallenmasters, das erstmals in Twistringen stattfand. „Das Bild vom Fußball im Kreis Diepholz ist sehr positiv“, freute sich Henze.

Das zu bestätigen sei eine Aufgabe für das gerade begonnene Jahr, aber nicht die einzige: So kündigte Henze an, möglichst schon jetzt personelle Klarheit in Bezug auf den ordentlichen Kreistag im Jahr 2020 schaffen zu wollen. Dann werden der stellvertretende Vorsitzende Heinz Dumke und Schatzmeister Gerhard Dieckhoff nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir wollen dieses Jahr nutzen“, bekräftigte Henze. Dass die sportlich erfolgreiche vergangene Saison mit dem TV Stuhr als Landesliga-Aufsteiger und ohne einen einzigen Absteiger aus dem Bezirk in den Kreis nicht zu toppen sein wird, daraus machte derKreisvorsitzende keinen Hehl. Vielleicht könne aber der Titel in derFairnesswertung verteidigt werden. Doch selbst wenn nicht: „Eine gewisse Kontinuität in Sachen Fairness kann man feststellen“, verwies er auf die seit Jahren guten Platzierungen der Diepholzer Vertreter im Ranking in Niedersachsen.

Apropos Niedersachsen: Dem Präsidium des Landesverbandes gehört August-Wilhelm Winsmann als 1. Vorsitzender des Bezirks Hannover an. Er ist seit Jahren ein gern gesehener Gast bei den Diepholzer Neujahrsempfängen. Das elfte, „vielleicht sogar zwölfte Mal“ war er am Wochenende dabei – eine Zahl, die sich angesichts der mittlerweile 19 Veranstaltungen sehen lassen kann. „Ich fühle mich wohl hier“, sagte er und sorgte damit für ein Lächeln aufseiten der Kreisvertreter. Der Draht zwischen Hannover und Diepholz scheint eng zu sein. Dass die Zusammenarbeit funktioniert, betonte Winsmann mehrfach – dass das wichtig ist und vor allem noch ganz wichtig werden könnte, liegt auf derHand. Schließlich ist das vergangene Jahr als Jahr derKreiszusammenschlüsse in die Annalen des Niedersächsischen Fußballverbandes eingegangen. So sind im Heide-Wendland-Kreis seit dem vergangenen Sommer die Kicker der Landkreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg vereint, während die Kreise Hannover-Stadt und Hannover-Land zum NFV-Kreis Region Hannover verschmolzen. Dass damit Jahrzehnte der Eigenständigkeit für die ehemaligen Kreise endeten sei notwendig, wusste Winsmann. Der Kreis Diepholz wird seine Eigenständigkeit weiter behalten. „Wir werden die Entwicklung dennoch genau im Auge behalten“, machte der NFV-Vertreter jedoch deutlich. Vor Veränderungen sei der Fußball nicht gefeit.