24. Juni 2019 / 17:37 Uhr

Kreisfußball auf Rügen: Im Tabellenkeller fehlt das Personal

Kreisfußball auf Rügen: Im Tabellenkeller fehlt das Personal

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
SG Gustow Trainer Marcus Klieber wird auch in der kommenden Saison jeden Spieltag kämpfen müssen, elf Spieler aufstellen zu können.
SG Gustow Trainer Marcus Klieber wird auch in der kommenden Saison jeden Spieltag kämpfen müssen, elf Spieler aufstellen zu können. © foto: Fiete Ehrhardt
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Die vier schlechtesten Rügener Mannschaften der Kreisliga kämpfen um die kommende Saison. SV Trent und SG Wittow landen auf dem Podium.

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Die Kreisligasaison der Fußballer ist am Wochenende mit dem 26. Spieltag zu Ende gegangen. Der ESV Lok Stralsund freute sich über den Staffelsieg und den Aufstieg in die Kreisoberliga. Der SV Trent und die erstmals angetretene SG Wittow komplettieren das Treppchen und spielten somit beide eine überraschend starke Saison.

Ganz anders sieht es aber am unteren Ende der Tabelle aus. Auch wenn die Teams nicht aus der untersten Spielklasse im Kreisfußballverband absteigen können, geht es für vier Mannschaften ums sportliche Überleben. Beim Dreschvitzer SV, dem SV Samtens und der SG Gustow fehlt es an Personal für die kommende Saison. Die zweite Mannschaft des FSV Garz wird wohl vom Spielbetrieb abgemeldet.

Zugänge oder Abmeldung stand im Raum

Dreschvitz und Gustow hatten auf ihrer Facebookseite um neue Spieler geworben und mit der Abmeldung der Herrenmannschaft die schlimmste Konsequenz in den Raum gestellt. „Wir haben keinen Nachwuchs und Probleme durch langwierige Verletzungen. Zuletzt zeichnete sich aber ab, dass wir genug Spieler für die kommende Saison zusammenbekommen. Endgültig entscheidet sich das in den nächsten Tagen, aber wir haben erstmal für die nächste Saison gemeldet“, berichtet Bernd Leistikow, Vorsitzender vom Dreschvitzer SV, von den Entwicklungen. Der Abgang von Spielertrainer Stephan Salomon, der sich dem VfL Bergen anschließt, wirkt zusätzlich schwer.

Die Dreschvitzer haben keine Nachwuchsmannschaft im Spielbetrieb und konkurrieren mit den anderen Vereinen in der unmittelbaren Nachbarschaft um Spieler. „Bei einer Spielgemeinschaft ist es schwer auf einen Nenner zu kommen“, erklärt Leistikow die Entscheidung, wieder als Einzelkämpfer in die Saison zu gehen. Mit 16 Punkten war der Verein am Ende das erfolgreichste „Kellerkind“ und beendete die Serie auf Platz 10.

Samtens plant mit knappem Kader

Direkt hinter dem DSV beendete der SV Samtens die Saison. Ein Spiel musste der SVS wegen Spielermangels absagen. Aber auch sie wollen in der kommenden Saison wieder an den Start gehen. „Wir haben über 20 Spieler angemeldet. Das sollte eigentlich reichen. Trotzdem sind wir oft notdürftig besetzt und müssen ständig mit den Spielern von den Alten Herren auffüllen. Das wird auch in der kommenden Saison knapp“, erklärt René Nels vom SV Samtens.

Sein Verein stellt mit einer E- und einer B-Junioren-Mannschaft zwar Nachwuchsteams, für die Herren ist das aber noch keine Unterstützung. „Auch wenn die Jungs mit 17 Jahren spielen dürften, ist der Schritt in den Herrenbereich, gerade körperlich, noch sehr weit“, so Nels.

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Dafür denkt er, dass sich die Herren bei den Jugendlichen der Insel etwas abgucken müssen: „Über kurz oder lang wird es nur mit Spielgemeinschaften gehen. Um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, wird es hundertprozentig so kommen. Bisher sind die Spieler im Kopf nur noch sehr mit ihren Vereinen verbunden. Das macht es schwer.“

SG Gustow will es alleine riskieren

Nur wenige Kilometer weiter sieht es bei der SG Gustow ganz ähnlich aus. Nach Jahren ohne Jugend kommen keine Spieler in die Herrenmannschaft nach. „Den Stamm unseres Teams bilden immer noch die Spieler, die in den 90er-Jahren bei uns im Nachwuchs gespielt haben“, sagt Achim Kircher von der SG. Trotz der Personalprobleme hat auch er die Mannschaft für die kommende Spielzeit angemeldet. Offiziell stehen 25 Akteure im Kader.

„Wir konnten noch zwei oder drei dazugewinnen, aber das Gerüst bilden nur knapp zehn Spieler“, sagt Kircher, für den der Aufwand eine Spielgemeinschaft zu bilden nicht im Verhältnis zum Nutzen steht: „Wir müssen den Platz in Schuss halten und haben Kosten. Das lohnt nicht, wenn wir nur alle vier Wochen ein Heimspiel bestreiten“, begründet er die Entscheidung seines Vereins. So schickt er das Team mit einer ungewöhnlichen Vorgabe in die Spielzeit: „Es geht nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum, elf Mann auf den Platz zu bekommen.“ Nach den ersten Spieltagen will der Verein die Situation neu bewerten und Notfalls zurückziehen. „Irgendwann geht es zu Ende. Ich hoffe noch nicht in der nächsten Saison.“

FSV konzentriert sich auf die Landesklasse

Beim Tabellenletzten FSV Garz II ist die kommende Kreisligasaison hingegen wohl keine Option. Schon frühzeitig hatte sich abgezeichnet, dass die Spieleranzahl im Verein nicht für zwei Teams reichen würde. Hinzu kommen gleich mehrere Abgänge von Stammspielern in der ersten Mannschaft.

Da die Leistung in der Landesklasse Priorität hat, zieht der Verein die zweite Mannschaft wohl aus dem Spielbetrieb zurück. Die Spieler, die zuvor noch in der Kreisliga aufliefen, sollen für einen breiteren Kader bei der Ersten sorgen. Auch die hatte in der abgelaufenen Spielzeit immer wieder damit zu kämpfen, elf Spieler auf den Platz zu stellen. Das Problem beschränkt sich also nicht auf die Kreisebene.

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