24. Januar 2020 / 17:03 Uhr

Die Kreisliga 2 im Überblick: Kommt der Mellendorfer TV noch ins Straucheln?

Die Kreisliga 2 im Überblick: Kommt der Mellendorfer TV noch ins Straucheln?

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Mellendorfer TV ist mit fünf Punkten Vorsprung bei zwei weniger absolvierten Partien der Primus der Kreisliga 2.
Der Mellendorfer TV ist mit fünf Punkten Vorsprung bei zwei weniger absolvierten Partien der Primus der Kreisliga 2. © Michael Plümer
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Während Primus Mellendorfer TV in großen Schritten der Meisterschaft entgegeneilt, liegen die nachfolgenden acht Vereine recht eng beieinander. Wer setzt sich im Rennen um Platz zwei durch? Im zweiten Teil unserer Zwischenbilanz werfen wir einen Blick in die obere Tabellenregion der Kreisliga 2.

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„Der Mellendorfer TV wird’s machen. Die Truppe ist super in Schuss. Ein funktionierendes Team, da greift ein Rädchen ins andere. Und die Mellendorfer bringen konstant ihre Leistung auf den Platz“, sagt Peter Mural. Seine Mannschaft vom TSV Mariensee-Wulfelade überwintert auf dem dritten Tabellenplatz der Kreisliga 2. Während Primus Mellendorf in großen Schritten der Meisterschaft entgegeneilt, liegen die nachfolgenden acht Vereine recht eng beieinander. Kommt der Spitzenreiter vielleicht doch noch ins Straucheln? Wer setzt sich im heißen Rennen um den begehrten Platz zwei durch? Im zweiten Teil unserer Zwischenbilanz werfen wir einen Blick in die obere Tabellenregion.

TSV Mariensee-Wulfelade

Dass die Mellendorfer diese Saison eine womöglich meisterliche Rolle spielen, damit war zu rechnen. Auch der zweitplatzierte MTV Engelbostel-Schulenburg zählte von vornherein zum Kreis der Favoriten. Den TSV Mariensee-Wulfelade indes hatte sicher kaum jemand so weit vorn vermutet. „Wir stehen total gerechtfertigt auf dem dritten Platz“, sagt Mural. „Ich bin zufrieden – mit der Punkteausbeute, der Entwicklung des gesamten Teams und den spielerischen Fortschritten. Aus den Möglichkeiten, die wir als kleiner Dorfverein haben, machen wir zurzeit sehr viel. Und das trotz vieler Verletzter, manchmal saßen nur meine beiden Co-Trainer auf der Auswechselbank.“

Es läuft beim Team um Keeper Timo Seidel und Kapitän Cedric Ian Barr. „Ich erwarte, dass die Jungs immer alles auf den Platz bringen“, sagt Mural. „Sollte am Ende sogar Rang zwei herausspringen, würden wir uns nicht dagegen wehren – aber es wäre vermessen, das als Ziel auszugeben. Alle Mannschaften sind schwer zu bespielen, auch der Tabellenletzte TSV Bokeloh ist ein erfahrener Kreisligist. Die Rückrunde verspricht sehr interessant zu werden, weil fast jeder jeden schlagen kann.“

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TuS Garbsen II

Und noch ein Überraschungsteam: Der TuS Garbsen II überwintert als Tabellenvierter. „Bei uns hängt es immer daran, ob die Jungs vernünftig trainieren. Wenn das der Fall ist, sind wir gut. Wir kommen über den Kampf, das kann man nur mit Kraft und Kondition, dafür muss man trainieren. So einfach ist das“, sagt Trainer Niels Albrecht. Ein bisschen ist die TuS-Reserve die Lust-und-Laune-Mannschaft der Liga. Wenn alle richtig Bock haben, sieht’s gut aus, aber es gibt eben auch diese anderen Tage. Es geht halt „nur“ um die goldene Ananas für die Reserve, aufsteigen können sie ja ohnehin nicht, da die Erstvertretung schon in der Bezirksliga spielt. Mit Florian Grimm hat der TuS den Toptorjäger der Staffel 2 in seinen Reihen: Der brillante Techniker mit dem Torjägerinstinkt und ein paar Kilogramm zu viel auf den Rippen, in Teamkreisen der „Busfahrer“ genannt, traf schon 19-mal.

TSV Poggenhagen

Unter die Top 3 der Liga wollte Trainer Andreas Kögler mit dem TSV Poggenhagen – dieses erklärte Ziel haben die „Frösche“ als Fünfter zum Winter nicht erreicht. Bislang ist es ein Auf und Ab beim Neustädter Klub. Ein Tief im September mit drei Niederlagen am Stück warf Kögler und seine ambitionierte Elf kurzzeitig zurück. Danach setzten die „Frösche“ zum Höhenflug an, es schien, als habe sich das Team gefunden und sei auf dem richtigen Weg – bis sich wieder die nächste Pleite einschlich, wie zuletzt das 0:2 daheim gegen den TSV Berenbostel. Es funktioniert noch nicht alles wunschgemäß beim Team um Kapitän Dennis Ahrbecker. Dabei ist der TSV in allen Mannschaftsteilen personell bestens aufgestellt und hat mit Gerrit Bernstedt (15 Tore) und dem herausragende Wladislaw Schmidt (13) zwei Spieler unter den Top-Ten-Torjägern der Liga. Bei den „Fröschen“ ist Luft nach oben.

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SV Dedensen

Während einige Vereine die Winterpause herbeigesehnt haben, kommt dem SV Dedensen die Unterbrechung eher ungelegen. Es lief gerade so gut. Sieben Spiele in Serie ist das Team von Trainer Sascha Pohle ungeschlagen und bestätigte damit Woche für Woche seinen Aufwärtstrend – der SV kletterte auf Platz sechs. „Wir sind schlecht gestartet, aber zum Ende haben wir ordentlich Punkte geholt“, sagt Pohle. Es läge nun an jedem Spieler zu zeigen, was er bereit sei zu investieren, um sich in der Tabelle noch besser zu positionieren. „Wir hoffen auf Platz fünf plus x. Die Sache mit der Meisterschaft ist im Grunde entschieden, Mellendorf wird sich das nicht mehr nehmen lassen. Aber um Rang zwei dürfte es ein heftiges Gedränge geben, da würden wir gern ein Wörtchen mitreden.“

TSV Berenbostel

Ahmet Cagli hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er diese Saison um den Aufstieg mitspielen will. Entsprechend enttäuscht zeigt sich der Trainer des TSV Berenbostel vom bisherigen Abschneiden seiner hochkarätigen Truppe, die „nur“ Siebter ist: „Ich hatte mehr erwartet von meiner Mannschaft. Einige Spieler haben sich nicht so reingehängt, wie es sein sollte. Bei uns übernehmen leider nur Einzelne die Verantwortung, die anderen verlassen sich auf Spieler wie Onur Yayan, Marcel Baller oder Sascha Pohl. Wir haben als Mannschaft nicht richtig zusammengefunden. Die Mellendorfer treten als Team auf, wir nicht“, sagt der TSV-Coach.

Im letzten Duell vor der Winterpause bekam die Cagli-Elf vom Primus klar die Grenzen aufgezeigt – mit dem 1:3 war der TSV gut bedient. Dass die Berenbosteler um Goalgetter Yayan (18 Tore) eine hohe Qualität im Kader haben, steht außer Frage. Wenn es ihnen gelingt, diese Stärken als Einheit auf den Platz zu bringen, könnten sie noch in den Kampf um Platz zwei eingreifen. Genau das peilt Cagli an: „Wir wollen den Relegationsplatz erobern.“

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Kirchdorfs Jan-Erik Berkenkamp köpft ein zum zwischenzeitlichen 3:1, SV Wilkenburgs Keeper Burhan Öztürk ist chancenlos, trifft mit dem Fuß nur die Nase des Kirchdorfers. ©

SV Resse

Der so furios gestartete Aufsteiger SV Resse war zuletzt mächtig eingebrochen, das kratzte gewaltig an der Psyche und am Ego der jungen Mannschaft. Trainer Alexander Fleischer hatte bei aller Anfangseuphorie immer schon gebremst – und betont, man müsse die Kirche im Dorf lassen.

TSV Schloß Rick­lin­gen

Ob der TSV Schloß Rick­lin­gen als Tabellenneunter noch mal Tuchfühlung nach ganz oben aufnehmen kann, ist fraglich. Dabei hat das Team von ­Coach Dirk Jürgens das Zeug dazu. Und strebte eigentlich auch einen Platz unter den Top 4 der Liga an. Aber sie kamen viel zu spät in die Strümpfe. „Mit unserem total verkorksten Start haben wir uns die ganze Saison versaut“, sagt Jürgens. Ab dem sechsten Spieltag, als die Schlorianer dann in voller Besetzung antraten, lief es. Tendenz aufsteigend.

SV Frielingen

Fernab von Gut und Böse rangiert der SV Frielingen unter der Regie des erfahrenen Trainers Jürgen Siegel im Mittelfeld. Dass Kapitän Christopher Nagel die komplette Hinserie ausgefallen ist, machte sich deutlich bemerkbar. Obschon es bislang eher mittelprächtig läuft beim SV, schoss Patrick Olbrich bemerkenswerte 18 Tore.

Kommt Spitzenreiter Mellendorfer TV vielleicht doch noch ins Straucheln? Wer setzt sich im heißen Rennen um den begehrten Platz zwei durch? Und erwischt es diese Saison den „unabsteigbaren“ TSV Bokeloh? Schafft es der TuS Gümmer aus der Krise? Es geht spannend zu in der Kreisliga 2. Da blickt man doch gern schon auf den Start nach der Winterpause, wenn ab März die Wahrheit wieder auf dem Platz liegt.

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