13. Januar 2021 / 14:31 Uhr

Vierkampf an der Spitze: Verfolger versprechen Primus Poggenhagen heiße Rückrunde

Vierkampf an der Spitze: Verfolger versprechen Primus Poggenhagen heiße Rückrunde

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Links: Poggenhagens Lukas Mager versucht Finn Isocki (Mariensee) den Ball abzuluchsen. Rechts: Frielingens Marvin Metzig setzt sich gegen die Berenbostler Simeon Jovanov und Yannick Wiesberg durch.
Links: Poggenhagens Lukas Mager versucht Finn Isocki (Mariensee) den Ball abzuluchsen. Rechts: Frielingens Marvin Metzig setzt sich gegen die Berenbostler Simeon Jovanov und Yannick Wiesberg durch. © Christian Hanke
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Noch hoffen alle, dass die Amateurfußball-Saison fortgesetzt werden - auch die Protagonisten der Kreisliga 2. Wir haben die Staffel von der Tabellenspitze bis zum Keller genauer unter die Lupe genommen. Ein Überblick. 

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Zu bestenfalls acht Spieltagen hat es in der Kreisliga bis zum erneuten Lockdown gereicht. Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gingen die Teams vorzeitig in die XXL-Winterpause. Wann genau es wie weitergeht, ist unklar. Offizieller Starttermin laut Spielplan ist der 21. März.

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Noch besteht bei Trainern, Akteuren und den Fans des kleinen Fußballs ein Hoffnungsschimmer, dass die Saison wie geplant zu Ende gebracht werden kann. Der Modus lautet: Die Tabellenersten der insgesamt sechs Kreisliga-Staffeln qualifizieren sich für Relegationsspiele um vier Aufstiegsplätze zur Bezirksliga. Die Mannschaften auf Rang neun und zehn steigen direkt in die 1. Kreisklasse ab. Welche Klubs sind in der Kreisliga 2 auf Erfolgskurs? Und wem droht womöglich der Gang eine Etage tiefer? Vom Vierkampf an der Spitze bis zum einsamem Kellerkind – ein Überblick.

Das sind die Helden der Woche aus der Region Hannover in der Saison 2020/21

Hozan Partawie (SG Letter 05): Im Auswärtsspiel beim SV Türkay Spor Garbsen hat der 35-jährige Torhüter drei Elfmeter binnen drei Minuten pariert. Dafür wurde er mit 29,4 Prozent der Stimmen der Held der Woche. Zur Galerie
Hozan Partawie (SG Letter 05): Im Auswärtsspiel beim SV Türkay Spor Garbsen hat der 35-jährige Torhüter drei Elfmeter binnen drei Minuten pariert. Dafür wurde er mit 29,4 Prozent der Stimmen der Held der Woche. ©

Poggenhagens Trainer erwartet heiße Rückrunde

Der Kampf um Platz eins verspricht Spannung pur, vier Mannschaften mischen aussichtsreich oben mit. Allesamt etablierte Teams, die schon vor Saisonbeginn hoch gehandelt wurden. Andreas Kögler erwartet eine heiße Rückrunde: „Es dürfte interessant werden. Wer Konstanz in seine Auftritte bringt, der macht das Rennen“, sagt der Trainer von Spitzenreiter TSV Poggenhagen.

Die „Frösche“ holten aus acht Begegnungen 16 Punkte und stellen mit 23 geschossenen Toren die beste Offensive der Liga. „Wir haben uns spielerisch weiterentwickelt und als Team prima zusammengefunden, das Mannschaftsgefüge stimmt“, erklärt Kögler. „Abgesehen von ein, zwei Spielen bin ich zufrieden mit unseren gezeigten Leistungen. Und diese Ausrutscher sind in der Kreisliga normal und verzeihlich.“ Eine wesentliche Säule des Erfolgs ist Dauerbrenner Wladislaw Schmidt, der nicht nur gekonnt die Fäden im Mittelfeld zieht, sondern überdies mit neun Treffern die Torjägerliste der Liga anführt.

Frielingen mit zwei Partien weniger in Lauerstellung

Mit nur einem Zähler Abstand auf Primus Poggenhagen und zwei Partien weniger in der Bilanz ist der SV Frielingen in Lauerstellung. Neuzugang Marvin Metzig hat super eingeschlagen, dazu die Rückkehr des lange verletzten Kapitäns Christopher Nagel, der Stürmer Patrick Olbrich in Torlaune, eine Handvoll talentierter Youngster und die versierte Handschrift von Trainerfuchs Jürgen Siegel: Der kleine Garbsener Dorfklub könnte tatsächlich zum Sprung in die Aufstiegsrelegation ansetzen.

„Oben dran zu sein und an der Tabellenführung zu schnuppern ist immer gut. Die Jungs sind heiß darauf, dass es wieder losgeht. Es sind aber noch viele Partien zu spielen, und die Konkurrenz ist stark. Ein schlechter Start in die Rückrunde, und wir sind ganz schnell weg vom Fenster“, sagt Siegel. Er spricht aus Erfahrung, in der Vergangenheit schwächelte seine Elf regelmäßig in den ersten Spielen nach der Winterpause.

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Macht Resse es sogar zu einem Fünfkampf?

Gleichsam 15 Punkte auf dem Konto und somit gute Karten auf den großen Coup haben der TSV Mariensee-Wulfelade und der TSV Berenbostel. „Der Ehrgeiz, um Platz eins mitzuspielen, ist natürlich da, aber wir haben keinen Zwang oder Erfolgsdruck“, sagt Mariensees Trainer Peter Mural.

Die junge Truppe des SV Resse spielt bislang sehr überzeugend auf und könnte sogar auf der Überholspur als Fünfter im Bunde an den Favoriten vorbeiziehen. Coach Alexander Fleischer richtet den Blick allerdings (noch) nicht nach oben, „unser primäres Ziel als Quasineuling ist es, erst einmal drin zu bleiben“, sagt Fleischer. Das sollte seiner Elf auf jeden Fall gelingen.

Junge Elzer zahlen Lehrgeld

Mal top, mal Flop, so wurschtelt sich der TSV Schloß Ricklingen durch, das verletzungsgebeutelte Team bewegt sich irgendwo im Niemandsland der Tabelle. Mit dem FC Wacker Neustadt auf Rang sieben beginnt die gefährdete Zone. Dabei hatte sich das neue Trai­ner­duo Miguel Be­cker und Saleh Ali deutlich mehr aus­ge­rechnet als „dreckigen“ Abstiegskampf, doch genau darauf scheint es hinauszulaufen.

Auch die Erwartungen bei Coach Stefan Royer und seinem Team von BG Elze waren höher gesteckt, immerhin ist der Kader so gut und breit aufgestellt wie lange nicht. Aber die junge Elzer Formation musste in sieben Spielen bei zwei Siegen und einem Remis auch vier Niederlagen einstecken und jede Menge Lehrgeld zahlen.

Kommt Suttorf noch unten raus?

Das gilt auch gilt für den punktgleichen Tabellenvorletzten Eintracht Suttorf. Vor sechseinhalb Jahren spielte das Team noch in der 3. Kreisklasse – zu jener Zeit übernahm Patrick Neumann die Verantwortung als Trainer. Der gebürtige Suttorfer erwies sich als Glücksgriff für den Neustädter Klub.

Unter seiner Regie gelang der Höhenflug bis in die Kreisliga. „Vorletzter, das sieht jetzt vielleicht blöd aus, aber wir sind nun mal Aufsteiger. Und der Schritt von der Kreisklasse in die Kreisliga ist insbesondere in puncto Körpereinsatz und Geschwindigkeit ganz gewaltig. Da brauchte es seine Zeit, um Fuß zu fassen“, sagt Neumann, der sein Team jedoch auf dem richtigen Weg wähnt. „Die Jungs wissen jetzt, was Sache ist und worauf es ankommt. Ich bin guter Dinge, dass wir eine bessere Rückserie spielen und den Klassenerhalt schaffen werden.“

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Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Bokeloh hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben

Seit Jahren ist der TSV Bokeloh Gast im Tabellenkeller, irgendwie hat die Mannschaft aber stets noch die Kurve gekriegt. Für immer unabsteigbar? So verheerend wie diese Saison war die Lage wohl nie: Ein Zähler und ein Torverhältnis von 8:28 sprechen Bände. Souhayeb Farhati ist nichtsdestotrotz davon überzeugt, „dass wir noch Punkte holen, sonst wäre ich auch fehl am Platze.“

Optimistisch stimmt den Trainer, dass mit Torjäger Janik Kiewiez, Daniel Franke, Niklas Machnik und Simon Barz einige Leistungsträger zurückkehren beziehungsweise endlich wieder absolut fit sind. Im Gespräch ist auch ein Comeback von Abwehrass Malte Kiewitz, der nach seiner Verletzungsodyssee aufgehört hat. „Unsere Personaldecke ist halt dünn und die Tabellensituation wenig berauschend. Aber wir können Abstiegskampf. Und abgerechnet wird bekanntlich am Schluss“, sagt Farhati.