12. Oktober 2020 / 18:09 Uhr

Ein Elfmeter reicht zum Heimsieg: FC Eldagsen II stoppt Höhenflug des BSV Gleidingen

Ein Elfmeter reicht zum Heimsieg: FC Eldagsen II stoppt Höhenflug des BSV Gleidingen

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das Tor des Tages: Eldagsens Routinier Matthias Hüsam verwandelt den Foulelfmeter und schickt Gleidingens Keeper in die falsche Ecke.
Das Tor des Tages: Eldagsens Routinier Matthias Hüsam verwandelt den Foulelfmeter und schickt Gleidingens Keeper in die falsche Ecke. © Mirko Haendel
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Seiner Außenseiterrolle in der Kreisliga 4 ist sich der FC Eldagsen II bewusst. Mit einem 1:0-Heimsieg gegen den BSV Gleidingen sorgte der Aufsteiger am Samstag für eine faustdicke Überraschung. Immerhin waren die Gäste mit vier Siegen in die Saison gestartet - trotz Corona-Quarantäne zum Auftakt.

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Der FC Eldagsen II ist in der Kreisliga angekommen. Nach drei Niederlagen zum Start machte der Aufsteiger in der vergangenen Woche mit zwei Heimsiegen einen gewaltigen Satz aus dem Keller. Dem 3:1-Erfolg am Dienstag ließ die FCE-Reserve einen überraschenden 1:0 (0:0)-Sieg gegen Spitzenreiter BSV Gleidingen folgen.

„Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs“, geriet Eldagsens Trainer Karsten Bürst ins Schwärmen. „Sie haben 95 Minuten alles reingehauen und sich die drei Punkte erkämpft.“

"Wir wussten gar nicht, was los war"

Dass zum Erfolgsrezept eine kräftige Prise Dusel gehörte, daraus machte Bürst keinen Hehl. „Vor allem in der ersten Halbzeit hat Gleidingen so viel Druck gemacht, da wussten wir gar nicht, was los war. Wir hatten in den letzten beiden Spielen auch eine Menge Glück“, gab er zu.

Bilder vom Spiel der Kreisliga 4 zwischen dem FC Eldagsen II und BSV Gleidingen

Die Empörung steht im Gesicht von Eldagsens Ben Olhendorf (rechts). Gerade hat ihn Gleidingens Tim Walter (Mitte) unfair in Horizontale befördert. Zur Galerie
Die Empörung steht im Gesicht von Eldagsens Ben Olhendorf (rechts). Gerade hat ihn Gleidingens Tim Walter (Mitte) unfair in Horizontale befördert. ©

Viermal Aluminium für den BSV

Viermal traf der BSV in den ersten 45 Minuten das Aluminium, darüber hinaus überragte Eldagsens Schlussmann Alexander Gutsche. Der Kasten der Gastgeber blieb wie vernagelt. „Das war sehr enttäuschend“, haderte Gästecoach Dimitri Kiefer. „Wir hätten es früher entscheiden müssen. Machen wir das erste Tor, gehen wir hier als Sieger vom Platz.“

Doch es kam anders. Die Gleidinger Fahrlässigkeit wurde bestraft, Eldagsen traute sich im zweiten Durchgang auch mal nach vorne. Zwingende Torchancen blieben Mangelware, doch eine Strafraumszene reichte zum Tor. Es gab einen Kontakt im 16-Meter-Raum, den die Gastgeber dankend annahmen – der Schiedsrichter gab Strafstoß. „Berechtigt“, fand Bürst, „fragwürdig“, meinte Kiefer.

Hüsam eiskalt vom Punkt

Das spielte keine Rolle, Routinier Matthias Hüsam ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen und verwandelte humorlos (78. Minute). Der zweite Dreier in Folge verschaffte den Senfstädtern erst einmal Luft im Abstiegskampf. Bürst ehrlich: „Wir hatten schon die Angst, dass wir mit null Punkten durch die Saison gehen. Deshalb waren die beiden Erfolge jetzt so wichtig.“

"Hatten schon Angst, dass wir mit null Punkten durch die Saison gehen"

Dass jedes Spiel „ein Hammer“ wird, ist ihm klar. Der FCE bleibt in der Außenseiterrolle. Zum Trumpf für den kampfstarken Underdog könnte der kleine B-Platz werden, auf dem der Aufsteiger die jüngsten Heimsiege einfuhr. „Der ist wirklich eine Katastrophe“, gab Bürst zu. „Das war ein extrem schlechter Platz, Löcher waren da teilweise mit Sand aufgefüllt“, bemängelte auch Kiefer.

Gleidingen aus der Quarantäne auf Platz eins

Der wollte aber nicht lange nach Ausreden suchen. „Wir hätten es selbst klarmachen können“, sagte er. Allzu groß ist der Frust beim BSV angesichts des starken Starts nicht. Nach zwei Wochen Corona-Quarantäne waren die Gleidinger mit Verspätung in die Saison gestartet und mit vier Siegen an allen vorbeigezogen, unter den Gegnern waren die Aufstiegsaspiranten TuS Wettbergen und Germania Grasdorf.

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„Dass wir so rauskommen, hätte ich nicht erwartet. Die Jungs sind auch ein bisschen überrascht, dass wir ganz oben stehen“, meinte Kiefer, ergänzte aber: „Das Zeug dazu, oben mitzuspielen, haben wir.“