18. Dezember 2019 / 12:48 Uhr

Kreisliga B-West: Rückblick der 1. Halbserie 19/20

Kreisliga B-West: Rückblick der 1. Halbserie 19/20

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Symbolbild © Imago/Ralph Peters
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Die Teams befinden sich schon in der Winterpause. Zeit um zum Jahresende ein kleines Resümee aus der Hinrunde zu ziehen.

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Muldental. Schon wieder ein neuer, dadurch aber wieder „normaler“ Modus in der Fußball-Kreisliga B-West der Männer. Nachdem das Spieljahr 2017/2018 im Play-off-Rhythmus abgerundet und anno 2018/2019 eine Dreierrunde absolviert wurde, gehen in der laufenden Saison zwei ganz gewöhnliche Halbserien über die Bühne. Der erste Teil des Programms ist mit Ausnahme der Begegnung Flößberg gegen Geithain II/Kohren-Sahlis II (wird am 07. März nachgeholt) abgeschlossen. 207 mal landete das Runde im Eckigen, was einem Schnitt von 4,7 geschossenen Treffern pro Partie entspricht. Nun besteht Gelegenheit für eine Analyse hinsichtlich des bisherigen Abschneidens der einzelnen Mannschaften im Teilnehmerfeld, welches zehn Teams umfasst und momentan keinesfalls überraschend von den beiden A-Liga-Absteigern angeführt wird.

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Als Herbstmeister ist die SG Auligk/Groitzsch II (1. / 21 Punkte) in die über dreimonatige Winterpause gegangen. Die bis zum vergangenem Frühsommer noch eigenständigen Germanen hatten den Gang nach unten letztlich freiwillig angetreten. Statt die sich spät und unerwartet ergebende Chance auf den Klassenerhalt zu ergreifen, konzentrierte man sich auf die akribisch vorbereitete Zusammenarbeit mit den zuvor drei Jahre lang ohne Reserve dastehenden benachbarten Schusterstädtern. Stichwort breiteres Personalaufgebot und Erweiterung der Platzkapazitäten für den Trainings-und Spielbetrieb. Die Rechnung ist weitestgehend aufgegangen, wenngleich die bis dahin makellose Bilanz nach den abschließenden Niederlagen gegen Flößberg und in Frankenhain etwas getrübt wurde. Dennoch hat die Truppe von Coach Raik Hiller die meisten Tore erzielt (41), die wenigsten kassiert (9) und liegt sowohl in der Heim- als auch in der Auswärtstabelle vorn. Am 2. Spieltag kürte sich die Spielgemeinschaft zum Spitzenreiter und blieb dauerhaft oben. Wozu Martin Gröbel mit elf Treffern als Erster der Torschützenliste ein nicht unerhebliches Scherflein beitrug.

Geithain/Kohren-Sahlis profitiert vom Frankenhainer Punktabzug

Genau anders herum lief es beim SV Flößberg (2. / 18), welcher zunächst überhaupt nicht in Tritt kam. In den ersten drei Duellen musste sich die Mannschaft des Trainergespanns Denis Bünsch/Sven Kamprad jeweils mit einem Unentschieden zufrieden geben, bevor der Knoten platzte und sechs Siege hintereinander eingefahren werden konnten. So blieben die Kicker von der „Alm“ ungeschlagen und sitzen dem Klassenprimus nunmehr dicht im Nacken. Abermals ein Trumpf im Ärmel war Florian Kundisch, welcher mit zehn Treffern zum aktuellen Zweiten der Torjägerliste avancierte. Bleibt der im Eulatal beheimatete SV 1900 den Auligk/Groitzschern auch im Lenz auf den Fersen?

Unterdessen profitierte die SG Geithain II/Kohren-Sahlis II (3. / 16) vom Frankenhainer Punktabzug, um sich auf das Treppchen zu hieven. Der Vorjahres-Fünfte kam schwer aus den Startlöchern, war nach den ersten beiden Runden in der unteren Hälfte des Klassements zu finden. Dann trugen unter anderem vier Tore von Mario Schulz zu einer Stabilisierung bei. Wobei in der zweiten Halbserie gerade die Töpferstädter wegen der Abstiegsgefahr ihrer Ersten gezwungen sind, den Fokus auf die nächsthöhere Ebene zu richten. Stephan Strauch und Marcel Schnelldorfer bestritten alle acht Spiele, Strauch verpasste als Keeper sogar keine einzige Minute. Zudem belegt man mit lediglich drei gelben Karten derzeit den ersten Platz in der Fairplay-Wertung. Wobei außer Frankenhain ohnehin keine Mannschaft in der Staffel einen Feldverweis einstecken musste.


Was der SG Narsdorf/Breitenborn (4. / 13) nicht dazu verhalf, in die Phalanx der ganz Großen vorzustoßen. Trotz gewisser Ambitionen muss sich das im äußersten Südzipfel des Landkreises Leipzig agierende Team (die beiden Vereine gehören weiterhin dem Fußballverband Mittelsachsen an, Breitenborn ist ein Ortsteil von Rochlitz) momentan mit dem oberen Mittelfeld begnügen. Im Frühjahr sollte es für den Dritten der Vorsaison das Ziel sein, abermals auf dem Podest einzukommen. Coach Holger Michael – der den in die zweite Reihe gerückten Denny Altmann an der Seitenlinie ersetzt hat – würde dies wohl unterschreiben. An Christian Golus dürfte es ohnehin nicht scheitern, er hatte mit vier Treffern die Schussstiefel am festesten geschnürt.

Otterwisch mit der harmlosesten Offensive

Nach dem Abzug von sechs Zählern wegen Nichterfüllung des Schiedsrichter-Soll ist für die SG Olympia Frankenhain (5. / 11) der Meisterschaftszug mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgefahren. Selbst den 2. Rang aus der vergangenen Spielserie zu wiederholen, dürfte dadurch mehr als schwierig werden. Mitunter lauern die Tücken halt außerhalb des grünen Rasens. Dabei bestimmt die junge Truppe aus dem Frohburger Ortsteil das Niveau in der Liga durchaus mit. Gregor Henzold und Erik Viehweg markierten jeweils beachtliche sieben Tore. Jan Burckhardt, Patrick Zschille, Henzold und David Kroll absolvierten alle Begegnungen, Schlussmann Burckhardt sogar alle möglichen Minuten. Dennoch war Trainer Andy Heine längst nicht mit allem einverstanden und hat inzwischen seinen Hut genommen. Eine gelb-rote Karte als einziger Platzverweis in der Staffel war dagegen nur ein kleiner Schönheitsfehler.

Das nennt man Effektivität. Die Minimalisten vom Otterwischer SV II (6. / 11) haben mit zehn geschossenen Toren und der damit harmlosesten Offensivabteilung der Liga immerhin elf Punkte geholt. Kein Wunder, dass mit Sebastian Müller und Stefan Thiele die erfolgreichsten Schützen gerade einmal zwei Treffer auf dem Konto haben. Der neue Coach Sven Siefke baut zuvorderst auf eine sattelfeste Abwehr und haderte häufig mit der ausbaufähigen Chancen-Verwertung seiner Schützlinge. Die im letzten Spieljahr in der Süd-Staffel Siebenter gewordene zweite OSV-Garnitur erlebte insgesamt ein reges Auf und Ab im zurückliegenden Herbst und bevorzugte eine ziemlich forsche Gangart. Mit vierzehn gelben Karten Schlusslicht in der Fairness-Tabelle zu sein, ist sicherlich kein Aushängeschild. Allerdings gab es keine Herunter-Stellungen, was die Sache ein wenig relativiert. Trainersohn Pascal Siefke (der Torhüter wechselte zusammen mit dem Vater sowie Bruder Dominique aus Frankenhain in den Jahn-Sportpark) und Dustin Gilgen waren in allen Partien dabei, Siefke ließ sich keine einzige Minute entgehen.

Neukirchen die Schießbude der Liga

Nicht so recht über den eigenen Schatten springen konnte die SG Serbitz-Thräna/Fockendorf II (7. / 8), welche sich nach Rang 6 in der Vorsaison erneut im hinteren Bereich des Klassements angesiedelt hat. Nach dem Zusammengehen der sächsisch-thüringischen Eintracht mit der rein thüringischen Eintracht vor eineinhalb Jahren ist die sogenannte Länderauswahl noch ein Stückchen weiter im benachbarten Bundesland angesiedelt, hält dem hiesigen Spielbetrieb allerdings unverändert die Treue. Wohin in der Rückrunde in der Tabelle die Reise geht, ist die spannende Frage. Wenn sich neben Goalgetter Thomas Müller (mit acht Treffern Dritter der Torschützenliste) und Dauerbrenner Patrick Schellenberg (stand in allen Duellen auf dem Platz) noch weitere Stammkräfte zu Leistungsträgern aufschwingen würden, wäre eine noch bessere Platzierung durchaus denkbar.

Der Beginn der Spielserie verlief für Fortuna Neukirchen II (8. / 8) um Trainer Thomas Winkler zweifellos verheißungsvoll. Zweimal belegten die Rot-Weißen den 2. Rang, konnten sich in den oberen Gefilden jedoch nicht behaupten. Ab dem 5. Spieltag war die untere Hälfte des Klassements das Revier der Fortuna-Reserve. Ständig wechselnde Aufstellungen einhergehend mit einer Verbreiterung beziehungsweise Verjüngung des Kaders forderten ihren beinahe logischen Tribut. Zur konsequenten Fortsetzung des eingeschlagenen Weges gibt es für den Vorjahres-Vierten aber keine Alternative. Denn zwei Männermannschaften in einer circa 1000 Einwohner zählenden Ortschaft sind alles andere als selbstverständlich. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass in einigen drei bis viermal so großen Kleinstädten der näheren und weiteren Umgebung mittlerweile völlige Flaute herrscht. An einer Verbesserung der Defensivarbeit kommt Neukirchens Zweite allerdings nicht vorbei, weil 41 Gegentore den Negativwert in der Liga bedeuten und des Schlechten eindeutig zu viel sind. Auf der anderen Seite des Spielfeldes zeichneten sich Michael Fischer, Stefan Petersen und Marcel Stange als zweifache Schützen aus. Auch hier ist also noch Luft nach oben.

Pegau/Elstertrebnitz mit roter Laterne

Zweimal schnupperte der TSV Lobstädt (9. / 7) aufgrund von Platzierungen in der vorderen Tabellenhälfte Höhenluft, Höhenflüge blieben für den Siebenten der vorherigen Spielserie jedoch erneut aus. Nicht selten mangelte es trotz der jeweils vier Treffer von Alexander Cäsar und Said Hassan Hashemi an der Durchschlagskraft im Angriff. Zudem machte man es in der Abwehr dem Gegner beim Toreschießen häufig viel zu einfach. Immerhin musste sich Coach Stefan Gollmer nicht mit überbordender Personalrotation herum schlagen. Der TSV International kam mit gerade einmal siebzehn Spielern über die Runden - eine in der 10. Leistungsklasse ungewöhnlich niedrige Anzahl. Mit Mohammad Rafik Kayali, Housein Mohammadi, Christian Pohle, Faizahmad Shirmahammad, Hashem Aklaghi, Cäsar und Hashemi lief ein Septett in allen Begegnungen auf. Die erstgenannten vier versäumten dabei keine einzige Minute.

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In veränderter Konstellation – sprich gewechselter Federführung – ging die SG Pegau II/Elstertrebnitz (10. / 4) ins Rennen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber hängt wie am Ende der vergangenen Saison erneut die in Runde 4 übernommene rote Laterne in der idyllischen Elsteraue. Auch in der Heim-und Auswärtswertung ist die Spielgemeinschaft Schlusslicht, zu Hause blieb sie ohne Sieg. Wobei sich die Truppe des neuen Trainers Enrico Beyer allem Anschein nach hin und wieder ein wenig unter Wert schlagen ließ. So dürfte die Tabellensituation längst noch nicht in Stein gemeißelt sein. Vor allem wenn Christoph Lange, Thomas Menge (erzielten beide drei Tore) und Co. in Zukunft im Sturm einen noch etwas heftigeren Wind blasen können.