15. Mai 2020 / 10:24 Uhr

"Macht richtig Bock": Auch beim TuS Altwarmbüchen darf der Ball wieder rollen

"Macht richtig Bock": Auch beim TuS Altwarmbüchen darf der Ball wieder rollen

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nach so langer Zwangspause macht den Fußballern des TuS Altwarmbüchen das Training sogar Spaß, obwohl Trainer Tim Kaufmann eher ungeliebte Utensilien auf dem Platz verteilt hat.
Nach so langer Zwangspause macht den Fußballern des TuS Altwarmbüchen das Training sogar Spaß, obwohl Trainer Tim Kaufmann eher ungeliebte Utensilien auf dem Platz verteilt hat. © Debbie Jayne Kinsey
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Der Anfang ist gemacht: Die Fußballer des TuS Altwarmbüchen sind am Dienstag auf den Platz zurückgekehrt, mit starken Einschränkungen zwar, aber nichtsdestotrotz bestens gelaunt. Jetzt warten beim Kreisligisten alle vor allem darauf, wie mit der unterbrochenen Saison umgegangen wird.

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Der Eingang zum Sportplatz des TuS Altwarmbüchen ist seit dieser Woche eine Einbahnstraße. Wer die Anlage betreten will, muss sich links halten, wer geht, auch. Immer den weißen Pfeilen auf den Pflastersteinen nach. Gekommen sind die Spieler des Kreisligisten am Dienstagabend zur ersten Trainingseinheit nach zwei Monaten Corona-Zwangspause fast alle.

Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto, egal, diese Einheit wollte sich keiner entgehen lassen. Die Stimmung ist gelöst, es wird viel gelacht und erzählt. Einige Spieler können es nicht abwarten und passen sich schon mal locker den Ball zu. Besser, viel besser als in Videokonferenzen und Whatsapp-Gruppen nur über Fußball zu reden.

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Bevor es losgeht, holt sich Trainer Tim Kaufmann seine Jungs für eine Ansprache beim Neustart zusammen. Auf dem Rasen ein paar Meter hinter der Torauslinie sind noch die Markierungen vom Jugendtraining zu sehen. Alle zwei Meter eine, der Fußball ist erst einmal um eine neue Regel reicher.

„Bitte denkt an den Abstand und die Vorgaben, an die wir uns halten müssen. Dazu gehört auch, dass wir nach dem Training leider nicht in der Kabine zusammensitzen können und auf die Kiste Bier verzichten müssen. Aber das holen wir nach, versprochen“, sagt der TuS-Coach. „Und, ganz wichtig: Sollte sich einer in den nächsten Tagen krank fühlen, bitte sofort Bescheid sagen. Das ist ganz wichtig. So, und jetzt geht’s los.“

Abstand halten - und den Worten von Trainer Tim Kaufmann lauschen.
Abstand halten - und den Worten von Trainer Tim Kaufmann lauschen. © Debbie Jayne Kinsey
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Los ging es in dieser Woche nicht nur in Altwarmbüchen. Nach den Lockerungen haben die Mannschaften von der Kreisklasse bis zur Regionalliga wieder mit dem Training begonnen. Worauf sie sich vorbereiten, weiß zurzeit jedoch noch niemand. Die Entscheidung, wie es mit der angebrochenen Saison weitergeht, ist immer noch nicht gefallen.

"Das Wichtigste, dass wir in der Kreisliga bleiben"

Besonders für Mannschaften wie den TuS Altwarmbüchen ist die Ungewissheit belastend, denn der Klub gehört zu den Teams, die etwas zu verlieren haben. Mit lediglich 13 Punkten steht die Kaufmann-Elf als 15. auf einem Abstiegsplatz und müsste, wenn die Saison abgebrochen und mit Absteigern gewertet werden sollte, in die 1. Kreisklasse runter.

„Unser Ziel war und ist es, durch Erfolge in den Punktspielen aus der Abstiegszone herauszukommen. Darauf haben wir uns vorbereitet. Für uns ist es das Wichtigste, dass wir in der Kreisliga bleiben“, sagt der Sportliche Leiter und TuS-Spieler Sven Kampe.

Der Ball am Fuß - ein ungewohntes Gefühl für die Fußballer des TuS Altwarmbüchen nach zwei Monaten Zwangspause.
Der Ball am Fuß - ein ungewohntes Gefühl für die Fußballer des TuS Altwarmbüchen nach zwei Monaten Zwangspause. © Debbie Jayne Kinsey

Eine sportliche Entscheidung wünscht sich auch Trainer Kaufmann, der in der nächsten Saison die Mannschaft zusammen mit Patrick Heldt trainieren wird. „Wir hätten liebend gerne gespielt, hatten eine gute Vorbereitung, endlich einmal waren alle verletzungsfrei und fit. Viele Punkte fehlen uns nicht, um auf einen Nichtabstiegsplatz zu kommen. Die sollen jetzt eine Entscheidung treffen, damit wir planen können. Alles andere zögert das Ganze hinaus und ist sehr unglücklich.“

Begrüßung und Verabschiedung laufen in Zeiten von Corona anders - auch beim TuS Altwarmbüchen.
Begrüßung und Verabschiedung laufen in Zeiten von Corona anders - auch beim TuS Altwarmbüchen. © Debbie Jayne Kinsey

Abgesehen von dieser Hängepartie sind die TuS-Spieler jedoch erst einmal glücklich und froh darüber, endlich wieder trainieren zu können. „Das ist ein schönes Gefühl. Der Platz ist ein super Teppich, das macht richtig Bock. Die Jungs sind motiviert und haben Lust, alle sind froh, dass sie wieder einen Ball am Fuß haben“, sagt Kampe.

Da spielt es auch keine Rolle, dass das Trikot bei manchem Spieler etwas mehr spannt als noch vor zwei Wochen und der Torwart beim Torschusstraining lange Zeit nicht einzugreifen braucht. Wie die Spieler sich fühlen, zeigt TuS-Spieler Philipp Polenz eindrucksvoll. Die Faust geballt, schreit er seine Freunde hinaus.