17. Januar 2021 / 09:57 Uhr

Vierkampf um Staffelsieg, Zweikampf im Keller: die Kreisliga 1 im Check

Vierkampf um Staffelsieg, Zweikampf im Keller: die Kreisliga 1 im Check

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
„Haben im Vergleich zur Vorsaison noch mal einen Sprung gemacht“, findet
 Engensens Trainer Kemal Yavuz. Darüber freuen sich auch die TSV-Spieler, die auf Platz fünf stehen. 
„Haben im Vergleich zur Vorsaison noch mal einen Sprung gemacht“, findet Engensens Trainer Kemal Yavuz. Darüber freuen sich auch die TSV-Spieler, die auf Platz fünf stehen.  © Michael Plümer
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Sollte die Saison fortgesetzt werden, verspricht die Kreisliga 1 ordentlich Spannung. An der Spitze kämpfen der TSV Wettmar, der TSV Germania Haimar Dolgen, der FC Burgwedel und der SV Uetze 08 um die Qualifikation für die Relegationsspiele. Am anderen Ende der Tabelle werden die TSG Ahlten und der Heeßeler SV II den einzigen Abstiegsplatz wohl unter sich ausmachen. Ein Überblick.

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In der Kreisliga 1 ist der Nordosten Hannovers unter sich. Nachbarschaftsduelle mit Emotionen und Brisanz sind über die Plätze gegangen. Für sieben Spiele hat es bei manchen gereicht, bevor Corona erneut dazwischengrätschte. Die TSG Ahlten durfte bis zur XXL-Pause nur fünfmal ran. Immerhin. Es reicht für eine Zwischenbilanz.

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Vier Mannschaften mischen mit im Kampf um den heiß begehrten Platz eins – nur der Staffelsieger qualifiziert sich für die Relegationsspiele um die vier Aufstiegsplätze zur Bezirksliga. Macht der aktuelle Spitzenreiter TSV Wettmar das Rennen? „Es ist für uns bislang gut gelaufen. Und wenn man ganz oben steht, will man natürlich auch oben bleiben – das werden wir versuchen“, sagt Trainer Elvedin Sabotic gelassen. Nur acht Gegentore hat die TSV-Defensive um den herausragenden Tobias Redemann zugelassen. „In den letzten Jahren waren wir hinten immer eher anfällig, das ist diese Saison deutlich besser“, sagt Sabotic.

Die Bilder der Saison 2020/21 in Hannovers Amateurfußball

Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

Überraschungsteam Haimar Dolgen

Lediglich ein Punkt trennt das Überraschungsteam des TSV Haimar Dolgen vom Primus, wobei die Elf des Trainerduos Marcel Kronfeld und Sebastian Kurpios sogar ein Spiel weniger ausgetragen hat. Eine sattelfeste Abwehr, Geschlossenheit und taktische Disziplin sind einige der Erfolgszutaten. „Wir sind stolz auf die Truppe. Alle ziehen super mit, auch die Spieler von der Bank“, sagt Kronfeld. Trotz der prima Ergebnisse gäbe es keinen Grund, gleich vom Aufstieg zu träumen. „Hehre Ziele geben wir nicht aus, wir schauen von Spiel zu Spiel, damit sind wir gut gefahren.“

Ein weiterer Verfolger in Lauerstellung ist der FC Burgwedel unter der Regie von Coach Lieven Manuel – das Team mit der größten stürmischen Durchschlagskraft: 25 Tore in sechs Spielen sind eine echte Hausnummer. Goalgetter Niklas Baylor (10 Treffer) und Johannes Polatschek (6) führen die Torjägerliste der Liga an. Noch nicht so gut in Schuss wie ursprünglich erhofft und von vielen erwartet ist der SV Uetze 08, die ambitionierte Mannschaft von Coach Özen Keyik leistete sich drei Remis – aber noch ist alles drin.

Engensen entwickelt sich weiter

„Hätten wir uns etwas cleverer angestellt, wäre wohl noch der eine oder andere Zähler mehr auf unserem Konto, aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden“, sagt Kemal Yavuz. Sein junges Team vom TSV Engensen belegt mit sieben Punkten den fünften Platz und ist damit voll im Soll. „Die Mannschaft hat eine gute Entwicklung genommen und im Vergleich zur Vorsaison noch mal einen Sprung gemacht. Spielerisch sieht das klasse aus, und läuferisch sind wir ohnehin gut drauf“, sagt der Coach.

Natürlich fehle es den Jungs noch an Erfahrung und der „Abgezocktheit“, die etwa der TSV Wettmar an den Tag lege, „aber das kommt“. Punktgleich mit den Engensern bewegen sich der MTV Ilten II und der TSV Kleinburgwedel im (vermeintlich) sicheren Mittelfeld – beide dürften ihr ausgegebenes Hauptziel „Klassenerhalt plus“ erreichen.

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Heeßel II und Ahlten kämpfen um Klassenerhalt

Blieben noch die TSG Ahlten, mit zwei Punkten Vorletzter des Klassements, und Schlusslicht Heeßeler SV II. Dass es für die Reserve des HSV mächtig schwer werden würde, war von vornherein klar. Coach Manfred Sturm, der zu Saisonbeginn die Nachfolge von Marcel Pawlow angetreten hat, wusste genau, worauf er sich einlässt: ein Himmelfahrtskommando. Schließlich hatte sich auch die Hälfte des alten Kaders verabschiedet.

Immerhin dem hoch gehandelten SV Uetze 08 trotzte der HSV II beim 1:1 seinen bislang einzigen Punkt ab. „Die Situation ist und bleibt schwierig. Wir haben eine sehr dünne Personaldecke. Und Unterstützung aus der Ersten ist nur sporadisch möglich. Es wird wohl bis zum Schluss eng sein in Sachen Klassenerhalt“, sagt Sturm, der ein wenig Zuversicht aus der Rückkehr von Marc Rohde und Lukas Scharnhorst schöpft, die verletzungsbedingt in dieser Serie noch kein Spiel bestreiten konnten.

Hinter den eigenen Ansprüchen

Die TSG Ahlten, unter der Regie des ehemaligen Heeßelers Pawlow, hatte sich mehr ausgerechnet als Abstiegskampf, blieb jedoch bislang hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Einer – der Tabellenletzte – wird am Ende den Gang in die 1. Kreisklasse antreten müssen.