13. August 2021 / 09:05 Uhr

Kreisoberliga Muldental/Leipziger Land startet: Die Teams im Überblick

Kreisoberliga Muldental/Leipziger Land startet: Die Teams im Überblick

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Der VfB Leisnig (rotes Trikot) startet am Sonnabend gegen den Topfavoriten aus Roßwein.
Der VfB Leisnig (rotes Trikot) startet am Sonnabend gegen den Topfavoriten aus Roßwein. © Emily Goldberg
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Lasst die Spiele beginnen: Am Freitagabend geht die Fußball-Kreisoberliga Muldental/Leipziger Land in ihre mittlerweile zehnte Saison, den Anfang macht die Partie Tresenwald Machern gegen SV Naunhof. Wir geben einen Überblick auf das Teilnehmerfeld.

Den gemeinsamen Wunsch nach Normalität hegen die Vereine der Fußball-Kreisoberliga, die rein sportlichen Erwartungen sind freilich völlig unterschiedlich. Am Freitag um 18.30 Uhr ertönt der Startschuss für die Saison 2021/22 mit der Eröffnungspartie Tresenwald Machern gegen SV Naunhof, die erste von hoffentlich insgesamt 240 Partien geht über die Bühne. Wir werfen einen Blick auf das 16 Teams umfassende Teilnehmerfeld.

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Ostrau als Taktgeber

Der Roßweiner SV zählt ohne jeden Zweifel zum ganz engen Favoritenkreis, der frischgebackene Pokalsieger hat keinen Grund, diesen Status von sich zu weisen. Trainer Jörg Soujon kann auf ein leistungsstarkes Gerüst bauen, welches in der 1. Runde des Landespokals schon seine Ambitionen eindrucksvoll untermauert hat. Namen wie Martin Schwibs oder Stephan Krondorf bürgen für höchste Qualität. Beim Nachbarschaftsduell in Leisnig steht der RSV am Samstag allerdings sofort vor einer echten Nagelprobe.

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Eine kontinuierliche Entwicklung hat der TSV Großsteinberg in den vergangenen Jahren zurückgelegt. Die Truppe von Coach Andreas Thimm muss sich vor keinem Gegner in der Staffel verstecken, dank intensiver Nachwuchsarbeit rücken immer wieder junge Leute nach. Die Zusammenarbeit mit der Reserve funktioniert reibungslos, der große Kader bietet auch bei Ausfällen ausreichend Alternativen. Den erneut nach Sermuth gewechselten Benjamin Holletzek zu ersetzen, sollte machbar sein. Das obere Tabellendrittel ist der Anspruch, am Sonntag zu Hause gegen Hartha zählt deshalb nur ein Dreier.


Sich in der Liga zu etablieren, auf diesem Weg ist der VfB Leisnig schon etliche Schritte vorangekommen. Die Elf um Trainer Rico Meister will ihn weitergehen und hat sich dafür punktuell verstärken können. Gerade der aus Roßwein gewechselte Nick Mihalek könnte in puncto Offensivpower für zusätzliche Duftmarken sorgen. Hinsichtlich eines Saisonziels sind die Rot-Weißen noch vorsichtig, ganz nach dem Motto „Erst mal schauen, wie es anläuft.“ Premieren-Kontrahent Roßwein dient definitiv als Standortbestimmung.

Das Niveau in der Staffel entscheidend mitzubestimmen, ist dem SV Ostrau in der jüngeren Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit gelungen. Für Coach Mathias Donath gibt es absolut keine Veranlassung, die Ansprüche zurückzuschrauben. Ohne Aufstiegsdruck oder dergleichen möchten die Jahnataler im Klassement so weit wie möglich vorn mitmischen. Wenngleich die Routine eines Marcus Hausmann (hat seine Töppen trotz Laufbahnende aber nicht weggeworfen) und zunächst auch die Torgefährlichkeit von Michal Brnicky (Bänderriss) fehlen werden.

Naunhof will es einstellig

Es liegt nicht allein an Trainer Swen Licht, dass der BSV Einheit Frohburg selbiges nicht unter den Scheffel stellen muss. Der Meister von 2018 hat die wiederholte Pokalenttäuschung überwunden und will sich in der Tabelle auch zukünftig auf den oberen Plätzen festsetzen, obwohl spektakuläre Zugänge wie gewohnt ausgeblieben sind. Stattdessen drängeln Nachwuchsakteure an den Futtertrog und erweitern den personellen Spielraum. Insbesondere die erfahrenen Kicker sind gefragt, um die jungen Dachse auf das notwendige Level zu heben.

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Der noch bis 2015 in der Landesliga kickende und vor zwei Jahren dann auch noch aus der Landesklasse abgestiegene Döbelner SC möchte den Trend unbedingt wieder umkehren. Nachdem man bei diesem Vorhaben zweimal durch die Corona-Pausen ausgebremst wurde, soll nun der zurückgeholte Thomas Kupper die Stiefelstädter als Coach in die Spitzengruppe hieven. Zuzutrauen ist es dem DSC auf jeden Fall, zumal die Kreisoberliga keineswegs als das Ende der Fahnenstange angesehen wird. Um den Aufstieg mitzuspielen, sollte in der Tat kein Hirngespinst sein.

Nicht so richtig gut getan hat dem SV Blau-Weiß Bennewitz der Abstecher in die Landesklasse vor zwei Jahren. Wie weit der Neuaufbau nach dem vorzeitigen Rückzug bereits fortgeschritten ist, kann aufgrund der kurzen Vorsaison bislang niemand so richtig erkennen. Trainer Ronny Graul dürfte mit seiner Mannschaft noch ein Weilchen am Feinschliff zu arbeiten haben. Am Samstag um 15 Uhr daheim gegen Burkartshain wird die Kunst darin bestehen, dies mit dem Einsammeln von drei Punkten zu verbinden.

Der SV Naunhof wird von nicht wenigen Staffelkontrahenten als dicker Fisch im Teich angesehen. Das Team aus der „Clade“ hat einige sehr interessante Zugänge zu verzeichnen, dennoch mag Coach Benjamin Fraunholz die Latte nicht zu hoch legen und gibt erst einmal einen einstelligen Tabellenplatz vor. Für ihn ist es in erster Linie wichtig, schnell eine stabile Formation zu finden und die Neuen bestens einzubinden.

Klinga-Ammelshain nach oben?

Es ist nicht verwunderlich, dass für den TSV Burkartshain abermals der Klassenerhalt die absolute Priorität genießt. Zwar sind die Muldentaler zusammen mit den Frohburgern ein Kreisoberliga-Urgestein, zu den Schwergewichten in der Liga gehören sie deswegen allerdings nicht. Der erfahrene Coach Maik Lichtenberger und seine in vielen Schlachten erprobten Kicker sollten dennoch in der Lage sein, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Hoch, runter, wieder hoch und dann eine lange Pause. Der TuS Pegau steht irgendwie immer noch vor dem Beginn einer neuen Episode. Dass die Elsterstädter das Zeug haben, um in der Staffel ihren Mann zu stehen, haben sie bereits oft bewiesen. Erinnert sei nur an das Pokalmärchen im Frühsommer 2020. Im harten Liga-Alltag geht es in erster Linie darum, Leistungsschwankungen zu vermeiden und rechtzeitig das Punktekonto aufzufüllen. Trainer Mike Hartleib und sein Team wollen damit schon am Samstag gegen Klinga anfangen.

Eben dieser SV Klinga-Ammelshain wird genau dies mit allen Mitteln versuchen, zu verhindern. Nach dem Aufstieg vor zwei Jahren rechneten einige Experten damit, die Autobahner könnten sich in oberen Gefilden festsetzen. Die Pandemie-Unterbrechungen lieferten jedoch keine klaren Bilder. Coach Ronny Surma musste in den vergangenen Wochen einige Abgänge verkraften, der Kader ist verhältnismäßig klein, bei personellen Ausfällen könnte es schwierig werden. Das Ziel Mittelfeldplatz ohne ernsthafte Abstiegsgefahr ist daher sicherlich alles andere als Tiefstapelei.

Einen einstelligen Tabellenrang hat sich der SV Tresenwald Machern für das kommende Spieljahr auf die Fahnen geschrieben. Ein durchaus anspruchsvolles Vorhaben, nachdem zuletzt ein wenig die Säge klemmte. Dennoch stehen Trainer Steffen Teichmann genügend Akteure zur Verfügung, die sich mit ihren Qualitäten nicht zu verstecken brauchen. Es wird vor allem darauf ankommen, in der Defensive die erforderliche Stabilität ins System zu bekommen. Und in der Offensive soll nicht nur der liebe Gott helfen. Wie weit die Sache bereits gediehen ist, wird man schon gegen Naunhof sehen.

Partheland wieder Außenseiter?

Dem Klassenerhalt wird in den nächsten Monaten bei Chemie Böhlen alles untergeordnet. Spielertrainer Röder gibt sich keinen Illusionen hin, dass diese eine Herkulesaufgabe werden wird. Einige Kicker haben ihre Schuhe an den Nagel gehängt, hinzugekommen sind durchweg junge Spieler. Welche sich mit zunächst an die Kreisoberliga gewöhnen müssen, Rückschläge sollten daher einkalkuliert werden. Entscheidend wird sein, diese dann wegzustecken und nicht sofort Grundsätzliches in Frage zu stellen. Aber vielleicht kann die Auftaktbegegnung in Ostrau gleich für Aufbruchstimmung sorgen.

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Auch beim SV Blau-Weiß Deutzen sind sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass die Trauben hoch hängen werden. Erneut den Ligaverbleib abzusichern, viel mehr steht zunächst erst einmal nicht auf der Agenda. Coach Rolf Tröger hat ein recht kleines Mannschaftsaufgebot zur Verfügung, personelle Ausfälle in Größenordnungen wären deshalb kontraproduktiv. Falls man davon verschont bleibt, sollte der Klassenerhalt auf jeden Fall möglich sein. Schließlich sind es in der Mehrzahl keine heurigen Hasen, die da ins blau-weiße Trikot schlüpfen.

Den Fahrstuhl zum Stehen bringen möchte der BC Hartha, welcher in den zurückliegenden Jahren ziemlich häufig zwischen der Kreisoberliga, beziehungsweise deren Vorgänger und der Kreisliga A, hin und her pendelte. Nach dem Geschmack der blau-gelben Verantwortlichen sicherlich zu oft. Auf dem Weg hin zur Konstanz wurde Benjamin Bambusrski als Trainer aus Waldheim zurückgeholt, einige Spieler folgten ihm im Schlepptau. Flausen im Kopf dürfte man beim BCH garantiert nicht haben, das Minimalziel kann nur Ligaverbleib sein. Die vermeintlich Großen zu ärgern ist dennoch nicht verboten.

Ähnlich ist die Situation beim SC Partheland, der nach der Fusion (Polenz und Beucha hatten sich damals zusammengeschlossen) und dem Aufstieg vor zwei Jahren noch keine Saison zu Ende spielen konnte. Ob der SCP tatsächlich wieder der große Außenseiter im Klassement ist, wird sich zeigen. Von der Konkurrenz auf die leichte Schulter genommen zu werden, darauf sollte man sich keineswegs verlassen. Coach Alexander Till wird in dieser Hinsicht die richtigen Worte finden und möchte mit seiner Truppe zum Auftakt den Frohburgern ordentlich Paroli bieten.