27. August 2020 / 17:03 Uhr

Kreisoberliga Muldental/Leipziger Land startet in neue Saison

Kreisoberliga Muldental/Leipziger Land startet in neue Saison

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Nach einem knappen halben Jahre Pause geht es jetzt in der Kreisoberliga endlich wieder los. © Imago/Claus Bergmann
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Am Freitag geht es für die 17 Kreisoberliga-Mannschaften in die Neue Spielzeit. Den Auftakt macht um 18.15 Uhr die Einheit Frohburg gegen Blau-Weiß Deutzen. Die Frohburger wollen im Kampf um Platz eins gleich zu Beginn das erste Ausrufezeichen setzen. Aber auch der Roßweiner SV strebt die Meisterschaft an. 

Muldental/Leipziger Land. Als am 07. März dieses Jahres der 18. Spieltag der Fußball-Kreisoberligasaison 2019/2020 über die Bühne ging, ahnte fast niemand etwas Böses. Kurz darauf war Schluss mit lustig, Corona setzte das Stopp-Zeichen, später wurde die Serie abgebrochen. Der Bornaer SV durfte als Quotienten-Bester in die Landesklasse aufsteigen, absteigen musste keiner, der SV Regis-Breitingen verließ die Staffel freiwillig.

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Am Freitag um 18.15 Uhr und damit nach einem knappen halben Jahr Pause steht mit der Begegnung BSV Einheit Frohburg gegen SV Blau-Weiß Deutzen der Neustart auf dem Programm. 17 Mannschaften nehmen im Spieljahr 2020/2021 das Rennen auf, weil ein Team aus eigenen Stücken aus der Landesklasse zurück kehrt und ein bereits bekanntes Duo aus der Kreisliga A dazu stößt.

Wundertüte Blau-Weiß Bennewitz

Schon nach der Hinrunde der abgelaufenen Saison zog der SV Blau-Weiß Bennewitz die Notbremse und beendete das Abenteuer Landesklasse. Daraufhin mussten mächtige Anstrengungen unternommen werden, um ein Auseinanderfallen der Truppe zu verhindern. Man hielt sich deshalb nicht lange mit der Vergangenheit auf, säte stattdessen den Samen für die Zukunft und erntet nun in der Gegenwart den Wiederbeginn in alter Umgebung.

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Die Spieler wurden zwischenzeitlich teilweise bei Nachbarvereinen geparkt und fanden nun heim, dennoch hat die jetzige Truppe durch einige Zugänge ein anderes Gesicht als die ehemalige. Somit stellen die Blau-Weißen um Übungsleiter Ronny Graul - welcher seinen bisherigen Chef Frank Wimberger ersetzt und den Prozess der Neu-Formierung schnell abschließen möchte - eine Art Wundertüte da. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

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Roßweiner SV als Topfavorit

Hätte, hätte, Fahrradkette. Ohne den Sechs-Punkte Abzug wegen fehlender Schiedsrichter wäre der Roßweiner SV zuletzt Erster des Klassements geworden. Aus dem Kellerfenster stürzte sich an der Haßlauer Straße wegen des entgangenen Titels jedoch keiner. Im Gegenteil, man tätigte einen Königstransfer und setzte sich neue Ziele.

Torjäger Martin Schwibs - welcher jahrelang von Landes- sowie Oberligisten umgarnt wurde - schlüpfte ins blau-weiße Trikot und machte Trainer Jörg Soujon glücklich. Beide kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Hausdorfer Zeiten, jetzt wird die Meisterschaft angestrebt. Kein Wunder, viele Experten halten den in allen Belangen kompakten RSV ohnehin für den Topfavoriten.

Ostrau zu Hause in ihrem Element

Zu mindestens vorn mitmischen möchte erneut auch der SV Ostrau. Was mit Hochstapelei nun wirklich nichts zu tun hat, denn die Jahnataler bestimmen seit langem das Niveau in der Staffel mit. Selbiges ist den Blau-Gelben abermals zuzutrauen, Coach Mathias Donath kann auf einen bewährten Kader zurück greifen. Welcher obendrein noch etwas verstärkt und zudem verjüngt worden ist.

Gerade an der heimischen Kirchstraße ist mit dem SVO nicht gut Kirschen essen, die Konkurrenz fährt dort gar nicht gerne hin. Wenn dann sogar noch ein kräftiger Wind bläst, sind die Ostrauer erst recht in ihrem Element.

Frohburg will Zusammenhalt zum Trumpf machen

Vor zwei Jahren hätten sie gekonnt, wollten aber nicht. Vor einem Jahr wollten sie, konnten aber nicht. Die Rede ist vom Aufstieg in die Landesklasse, den sich der BSV Einheit Frohburg nun erneut auf die Fahnen geschrieben hat. Was den 1. Platz natürlich selbstredend einschließt. Eine schwere, jedoch keineswegs unlösbare Aufgabe. Immerhin gehören die Rennstädter nicht erst seit kurzem zu den Spitzenmannschaften im Teilnehmerfeld.

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Den Zusammenhalt im völlig unveränderten Team gilt es für den ehrgeizigen neuen Coach Swen Licht (stand bis Anfang 2019 in Regis-Breitingen an der Seitenlinie) zum Trumpf zu machen. Wenn dies gelingt, scheint alles möglich zu sein.


Interessante Neuzugänge bei Klinga-Ammelshain

Einen einstelligen Tabellenplatz hat sich unterdessen der SV Klinga-Ammelshain vorgenommen. Manch einer wird sich vielleicht fragen: „Was, mehr nicht?“ Die auf den ersten Blick etwas vorsichtige Zielstellung dürfte eine gesunde Mischung aus Realitätssinn und dem Respekt vor dem berühmt-berüchtigten zweiten Jahr sein.

Der neue Trainer Ronny Surma jedenfalls bringt genügend höherklassige Erfahrung mit, um der Autobahn-Truppe seinen Stempel aufzudrücken. Er kann einige interessante Zugänge einbauen, muss allerdings auch zwei gewichtige Abgänge verkraften. Mal schauen, wie es gelingt.

Großsteinbergs Goalgetter Kaulich mit tragender Rolle

Was Nachbar TSV Großsteinberg so vorschwebt, ist nach Adam Ries zwar nicht ganz korrekt. Doch der große Rechenmeister wird es den Parthensteinern verzeihen, ins erste Tabellendrittel vordringen zu wollen. Zumal für alle Beteiligten klar ersichtlich ist, wo die Verantwortlichen des TSV um ihren mit reichlich Routine ausgestatteten Coach Andreas Thimm hin wollen.

Und da sollte man aus rein mathematischer Sicht nicht päpstlicher sein als der Papst. Beim Vordringen ins Vorderfeld des Klassements könnte der aus Niederstriegis gekommene Goalgetter Steven Kaulich eine tragende Rolle einnehmen. Allein wird er es nicht richten können, aber seine Mannschaftskameraden sind schließlich auch keine heurigen Hasen mehr.

Geithain strebt Klassenerhalt an

Genau genommen ist beim FSV Alemannia Geithain kein Stein auf dem anderen geblieben. Die personelle Fluktuation hatte Ausmaße wie bei einem Absteiger im Profifußball. Die viel diskutierte Trennung von Trainer Marco Seifert nach 15 Amtsjahren brachte den Stein ins Rollen, ein Umbruch in dieser Dimension war nicht vorgesehen.

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Der neue Coach Andy Heine muss jetzt die Puzzle-Teile irgendwie zu einem Motiv zusammen fügen. Und das ziemlich geschwind, um den angestrebten Klassenerhalt zu schaffen. Vor allem die bereits mit Stall-Geruch gesegneten Kicker sind gefragt, die Zügel in die Hand zu nehmen. Ansonsten wird es schwer.

Chemie Böhlen mit breitem Kader

Wie praktisch vor jeder Saison zählt der SV Chemie Böhlen zu den Teams, die sich an guten Tagen vor keinem Gegner zu fürchten brauchen. Allerdings sind die Pläne häufig von einer gewissen Unbeständigkeit durchkreuzt worden. Und genau deshalb konnte die launische Diva von der Jahnbaude häufig nicht über ihren Schatten springen.

Konstantere Leistungen sowie defensive Stabilität sind die Hebel, an denen Spielertrainer Toni Röder und Rückkehrer Marco Hurt als sein verlängerter Arm anzusetzen haben. Um eventuell doch mal wieder über Mittelmaß hinaus zu kommen. Der Kader sollte breit genug sein und Verletzungsausfälle auffangen können.

Reibungsverluste bei Deutzen nicht auszuschließen

Der SV Blau-Weiß Deutzen hat auf die aktuellen Gegebenheiten reagiert. Einige gestandene Spieler haben aus Verletzungsgründen oder Altersbedingt aufgehört, daher galt es das Team punktuell zu verstärken. Daraufhin schritt man zur Tat und allem Anschein nach greifen die Rädchen allmählich immer besser ineinander.

Dennoch weiß der erfahrene Coach Rolf Tröger ganz genau, dass Reibungsverluste nicht gänzlich auszuschließen ist. Dann wäre es günstig, die Ölkanne in der Nähe zu wissen. Der ersehnte einstellige Tabellenrang ist bei Abwägung aller Fakten mit Sicherheit keine utopische Vorstellung.

Naunhof will eingeschlagenen Weg weiter beschreiten

Beim SV Naunhof möchte Trainer Benjamin Fraunholz die Mannschaft Schritt für Schritt nach vorn bringen und in der Tabelle etwas Boden gutmachen. Den neuen und insbesondere den jungen Spielern soll ein unproblematischer Einstand ermöglicht werden, um sich rasch einzugewöhnen und entwickeln zu können.

Man wolle den im letzten Jahr eingeschlagenen Weg in aller Ruhe und mit viel Ehrgeiz erfolgreich weiter beschreiten. Der Coach sieht ein kontinuierliches Zusammenwachsen von Verein und Team, welches mit ihrem Auftreten zusätzliche Interessenten zum Mitmachen animieren will.

Nachwuchsspieler als wichtiger Baustein bei Döbeln

Steigerungspotenzial dürfte ebenfalls der Döbelner SC besitzen. Die im letzten Jahr nach dem Landesklasse-Abstieg vorgenommene komplette Umstrukturierung der Mannschaft ist durch die lange Zwangspause garantiert noch nicht beendet. Deshalb soll sich die nach einem holprigen Start abzeichnende hoffnungsvolle Tendenz peu a peu ausgebaut werden.

Erkennbare Fortschritte häufiger mit positiven Ergebnissen zu verbinden ist das Gebot der Stunde. Ein weiterer wichtiger Baustein ist abermals die Eingliederung von Spielern aus der eigenen Nachwuchsabteilung. Auf einen bestimmten Tabellenplatz legt Trainer Thomas Henschel zunächst noch nicht das Hauptaugenmerk, doch der Appetit kommt bekanntlich beim Essen.

Gesunde Mischung soll es bei Burkartshain richten

Der TSV Burkartshain gehört neben Frohburg und Geithain zu den Kreisoberliga-Dauerbrennern, mit der zehnten steht für die Gründungsmitglieder zugleich die Jubiläumssaison beim Bezirksklasse-Nachfolger ins Haus. Völlig klar, dass an deren Ende erneut der Klassenerhalt gelingen soll.

Coach Maik Lichtenberger hat in seiner Laufbahn selbst zahlreiche Schlachten geschlagen und will sich mit seinem Team schleunigst in sicherem Fahrwasser bewegen. Er kann auf bewährte Kräfte vertrauen und außerdem einige Zugänge wie den aus Bad Lausick zurück gekehrten Marcus Paul begrüßen. Erfreulich zudem, dass erstmals nach langer Zeit eigene Juniorenspieler eingebaut werden können. Eine gesunde Mischung aus Haudegen und Heiß-Spornen soll es richten.

Leisnig mit wenig personellen Änderungen

Die Liga zu halten ist auch beim VfB Leisnig oberste Bürgerpflicht. Im vergangenem Herbst war bei den Rot-Weißen noch reichlich Sand im Getriebe spürbar. Seitdem ist allerdings viel Wasser durch die Mulde geflossen und Trainer Rico Meister sieht seine Schützlinge für die anstehenden Aufgaben gerüstet.

Im personellen Aufgebot gab es relativ wenig Bewegung, die Strukturen sollten also gefestigt worden sein. Wenn die Mannschaft ihr Potenzial voll ausschöpfen kann, sollte der Abstiegskampf kein Thema sein. Ein erfolgreicher Start wäre in diesem Zusammenhang sehr hilfreich.

Tresenwald Machern will einstelligen Rang

Hat sich der SV Tresenwald Machern in der letzten Saison unter Wert verkauft? Das ist eine der entscheidenden Fragen, die sich die Verantwortlichen in der Gartenstadt gestellt haben. Die Vorbereitung auf das kommende Spieljahr war intensiv, nun mögen die Bemühungen unbedingt Früchte tragen.

Wenigstens ein einstelliger Rang soll heraus springen, wünscht sich Coach Steffen Teichmann. Er weiß mit Roy Pfüller jemanden an seiner Seite, dessen Wort im Team Gewicht hat. Und der obendrein weiß, wo das Tor steht. Im Kader gab es durch die nach langem Anlauf beschlossene Zusammenarbeit mit dem Stadtrivalen FSV allerhand Rotation, welche personelle Beinfreiheit verschafft.

Partheland ist der Underdog

Es ist ein offenes Geheimnis, dass der SC Partheland vom Abbruch des vergangenen Spieljahres profitiert hat. Ob der Neuling die rote Laterne noch hätte abgeben können, wird für alle Zeit Spekulation bleiben. Der Klassenerhalt dürfte für die Polenzer und Beuchaer auch in der anstehenden Spielserie das höchste der Gefühle sein.

Die bislang in der Liga gesammelten Erfahrungen wollen Trainer Alexander Till und die Mannschaft nutzen, um den wahrscheinlich in den meisten Fällen favorisierten Gegnern so oft wie möglich einen Streich zu spielen. Das beinahe unveränderte Personalgerüst könnte dabei mehr als dienlich sein.

Minimalziel Klassenerhalt für Pegau

Für Furore hat der TuS Pegau nicht in erster Linie mit dem Aufstieg gesorgt, schließlich ist dieser den Elsterstädtern bereits zum dritten Mal geglückt. Weitaus mehr Aufmerksamkeit haben die Blau-Gelben mit ihrem sagenhaften Pokaltriumph auf sich gelenkt.

Wer vier höherklassige Kontrahenten ausschaltet, sollte eigentlich genügend Selbstvertrauen für die ins Haus stehenden Punktekämpfe gesammelt haben. Selbst ohne den Überraschungseffekt müsste das Team um den neuen Coach Mike Hartleib in der Lage sein, das Minimalziel Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Vor zwei Jahren war man zwar auch schon wettbewerbsfähig, aber noch zu grün hinter den Ohren. Doch die Zeiten ändern sich bekanntlich.

Scheidig übernahm das Ruder bei Hartha

Selbst beim BC Hartha selbst wird man es für keine Sensation halten, von der Staffel-Konkurrenz als der große Außenseiter angesehen zu werden. Was kaum daran liegt, „nur“ als Vizemeister den Wiederaufstieg geschafft zu haben. Stattdessen waren es die bescheidenen Leistungen und Resultate in den Testspielen, welche zu allem Ungemach im denkbar ungünstigsten Moment der Vorbereitung in einem Trainerwechsel gipfelten.

Peter Eigenwillig warf das Handtuch, weil er mit seinen Spielern nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kam. Assistent Martin Scheidig übernahm das Ruder über Nacht und ist voller Hoffnung, es herum reißen zu können. Noch ist nichts verloren, schließlich geht das Verteilen der Punkte erst los. Eine deutliche Leistungssteigerung ist allerdings dringend erforderlich.

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